One for the road: Frederick Lau in seiner besten Rolle

One for the road: Frederick Lau in seiner besten Rolle

One for the road. Das Thema des Films ist ebenso alltäglich wie schwierig: Partys, Kneipen, mit Freunden einen über den Durst trinken. Alle tun es, einen trifft es. Ich finde Frederick Lau grandios und habe alle neueren Filme mit ihm gesehen. In „One for the road“ spielt er grandios. Für mich ist es seine bislang beste Rolle.

One for the road: Offizieller Filmtrailer (Quelle: Youtube)

One for the road: Das Wichtigste in Kürze

  • Kinostart: 26.10.2023
  • Drama: FSK 12
  • Dauer: 110 Minuten
  • Hauptdarsteller: Frederick Lau, Nora Tschirner, Burak Yiğit
  • Regisseur: Markus Goller
  • Deutschland, Sony Pictures

Drei Facts zum Film

  • Ein grandioser Frederick Lau in der Hauptrolle als alkoholkranker Bauleiter
  • Der Film spielt in Berlin: Bars, Kneipen, Nachtleben und skurrile Nachbarn inklusive
  • Die Handlung ist authentisch: Die Folgen des Trinkens werden auf verschiedenen Ebenen betrachtet

Sehenswert?

Ja! Wenn du den deutschen Film mit seinen gut aufbereiteten Alltagsthemen magst, solltest du „One for the road“ schauen. Als Fan von Frederick Lau ist der Film ein Muss. Nora Tschirner ist neben ihm leider ein bisschen blass.


Gefordert im Job, danach in die Kneipe

Es ist ein Phänomen, das es nicht nur im Film gibt: Mark ist Bauleiter und überzeugt im Job mit Lösungen auch für schwierige Ideen und mit Kreativität. Er wird von seinen Kollegen sehr geschätzt. Mark lebt in Berlin, einer Stadt, in der es in jeder Straße Pubs, Bars und Kneipen gibt. Er hat nicht nur eine Bar, in der er regelmäßig einkehrt: Auch ein Späti versorgt ihn jederzeit mit Alkohol. Seine Sucht wird ihm zum Verhängnis: Er muss wegen einer Lappalie seinen Führerschein abgeben und eine MPU erfolgreich bestehen. Dem Kursleiter, brillant gespielt von Godehard Giese, fällt Mark auf. Er bietet mit seinen reflektierten Analysen eine große Unterstützung. Und ganz nebenbei erfahren wir, die Kinozuschauer, einiges über den Alkoholismus und seine Ausprägungen.

One for the road – Film zwischen Drama und Komödie

„One for the road“ trägt beide Prädikate und ja, der Film wird beiden Genres gerecht. Frederick Lau ist in nahezu jeder Szene zu sehen und zeigt sein komödiantisches Talent so überzeugend, wie in seinen anderen Filmen auch. Zur Hochform läuft Lau in den dramatischen Szenen auf: Seine Mimik, der Kampf mit der Sucht und der Wunsch, sie zu besiegen, sind genial gespielt. Der Film lebt von den Aufs und Abs, mit denen ein Alkoholiker täglich konfrontiert wird. Manches ist vorhersehbar, doch es gibt auch einige Überraschungen.

Helena bleibt blass, gegen den Charakter von Mark

Eigentlich bin ich nicht nur Fan von Frederic Lau, sondern auch von Nora Tschirner und vom deutschen Film allgemein. Der Film hat mich überzeugt, Frederic Lau sowieso, Helena alias Nora Tschirner ist in meinen Augen ein bisschen blass. Vielleicht liegt es an Marks starkem Charakter, vielleicht aber auch daran, dass die ewig flapsige Art, mit der die Schauspielerin in vielen Filmen auftritt, in dieser Rolle nicht gut ankommt. Dass sie Grundschullehrerin ist, wird im Film am Rande thematisiert, aber es ist aufgrund ihres Charakters nicht wirklich authentisch.

Alle trinken, einer stürzt ab

Eine zentrale Rolle im Film spielt Marks Freund Nadim, gespielt von Burak Yiğit. Er trinkt mit, er feiert mit, er versucht zu helfen, zieht sich dann aber doch zurück und geht nicht an sein Handy, wenn Mark anruft. Die Freunde zelebrieren auf einer Party ein Trinkspiel, bei dem sie sich alle gemeinschaftlich zum Alkoholismus bekennen. Doch den Absturz muss Mark letztlich allein verkraften und verarbeiten. Alle schießen sich am Abend ab und sind am Morgen angewidert, weil Mark die Toilette mit Omas Erbstück, einem alten Sessel, verwechselt. Ein typisches Phänomen: Alle trinken, einer stürzt ab, und der Eine ist dann plötzlich allein.

Wetten, Verzweiflung und ein Ausweg

Mark wettet gegen Nadim, dass er trocken bleibt. Er schafft es einige Zeit, dann wird er schwach und versucht es zu verbergen. Es kommt natürlich raus. Mark ist verzweifelt und versackt bei einem Junggesellenabschied. Dort gehört er nicht hin, aber Hauptsache trinken. Es folgt der berufliche Absturz. Doch Mark gewinnt die Gewalt über sein Leben zurück.

Die eigenen Erfahrungen mit dem Alkohol

Ich denke, jeder von uns hat eigene Erfahrungen mit dem Alkohol. Wenn du gern feierst, erkennst du dich in der einen oder anderen Partyszene vielleicht wieder. Der Film regt zum Nachdenken an, zum Reflektieren, und vielleicht erinnerst du dich eines Tages an die Situation und bietest Hilfe an, anstatt zu verurteilen.

Auch ich habe persönliche Erfahrungen mit dem Alkohol. Diese sind allerdings ganz anders gelagert: ich trinke gar keinen. Und musste mich dafür schon ganz oft rechtfertigen. Was? Du trinkst nicht? Kannst du überhaupt lustig sein? Und warum trinkst du denn nicht? Ganz einfach: Es schmeckt mir nicht. Feiern kann ich trotzdem und ich mag es nicht mehr erklären müssen.

One for the road – die nächste Party ruft den Film in Erinnerung

„One for the road“ ist ein Film mit vielen Facetten: Er unterhält, er bringt zum Lachen, er hat Tragik und er regt zum Nachdenken an. Wenn du den Film verinnerlichst, erinnerst du dich ganz sicher bei der nächsten Party daran. Und änderst, im besten Fall, deinen Umgang mit denen, die sich allzu bedenklich abschießen.

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