Fürstentum Liechtenstein: Lohnt sich die Stippvisite?
Das Fürstentum Liechtenstein gehört zu Europas Ministaaten. Wir finden diese winzigen Länder faszinierend. Auf unserem Weg von Berlin an die Côte d’Azur wurde uns die Autobahnabfahrt Vaduz angezeigt. Spontan fuhren wir ab, begleitet von unserem sieben Meter langen Wohnwagen. Wir wollten von dem Fürstentum einen Eindruck gewinnen. Die Hauptstadt Vaduz ist so klein, dass wir die Landesgrenze überschritten, ohne es zu bemerken. Wir wendeten in einem Kreisverkehr und fuhren wieder zurück. Es waren interessante Eindrücke, die wir mit nach Hause nahmen. Eingebettet in die Alpen, mit sehenswerten Kirchen und modernen Häusern der Finanzwirtschaft, findest du dich an einem besonderen Ort wieder. Wir haben drei unvergessliche Stunden in dem Ministaat verbracht. Hier sind die Eindrücke unserer Stippvisite.
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Das Wichtigste in Kürze:
- Du kannst das kleine Fürstentum an einem Tag erkunden
- Vom Schloss hast du einen herrlichen Blick auf das Bergpanorama
- Plane einen Einkaufsbummel im Zentrum des Ministaates
- Bei längerem Aufenthalt übernachtest du in kleineren Hotels, Pensionen oder Ferienwohnungen
- Wandern und Radfahren sind beliebte Freizeitbeschäftigungen
Liechtenstein: Ein spontaner Stopp auf dem Weg an die Côte d’Azur
Zehn Stunden waren wir unterwegs, als wir einen spontanen Abstecher nach Vaduz einlegten. Die Hauptstadt von Liechtenstein wollten wir unbedingt kennenlernen. Zu diesem Zeitpunkt kannten wir Luxemburg und Vatikanstadt. Später haben wir Monaco und Andorra besucht. Warum wir diese winzigen Länder so interessant finden, können wir nur schwer erklären. Der Berliner sagt in diesem Zusammenhang gern: Dit hat wat.
Liechtenstein hat tatsächlich „wat“, denn der kleine Trip hinterließ bei uns einen großen Eindruck. Wir hatten Zeit: Unseren Campingplatz in Frejus hatten wir erst für den nächsten Tag gebucht. Wir überlegten nicht lange und verließen die Autobahn.
Das Fürstentum hat kaum mehr Einwohner, als unsere Kleinstadt. Aber es gab alles, was sich Besucher von Städtetrips gern anschauen: Ein Schloss auf den Bergen, eine Hauptstadt mit interessanten Geschäften im Tal, ein Bankenviertel, Kirchen und Supermärkte. Das Flair war entschleunigt, die Menschen freundlich. Ich kann mir vorstellen, dass es sich gut lebt, in Liechtenstein.

Stichpunkte
- ca. 38.900 EW
- 7697 km / 7,5 h mit dem Auto von Berlin
- Sprache Deutsch
- Währung Euro
- Wahrzeichen: Schloss Vaduz
Top 3
- Schloss Vaduz
- Zentrum Vaduz
- Finanzviertel Vaduz
Unser Highlight: Das Zentrum von Vaduz
Das Zentrum von Vaduz wollten wir uns unbedingt anschauen. Wir wussten von dem Bankenviertel und von der Schokolade, die als Souvenir gilt. Unsere Sorge, dass wir mit dem Gespann keinen Parkplatz finden, war unbegründet. Es gab am Rande der Hauptstadt ein kleines Gewerbegebiet, auf dem wir unser Auto abstellen konnten. Parkverbotsschilder sahen wir nirgendwo. Aber Deutschland war ja auch weit entfernt.

Moderne Gebäude und Liechtensteiner Fürstenhütchen
Das Zentrum von Vaduz dominieren moderne Gebäude. Diese faszinierten uns weniger als die Atmosphäre. An diesem Sommertag war die City belebt. Aber dennoch gab es keinerlei Hektik. Wir verliebten uns bei unserem kleinen Spaziergang sofort in den Dialekt der Liechtensteiner. Und wir kauften ein, was aufgrund des Euros und der Akzeptanz unserer Kreditkarte gar kein Problem war. Zwei silberfarbene Dosen mit den Liechtensteiner Fürstenhütchen. Sie war leer, noch bevor wir in unserem Urlaubsort angekommen waren.
Kleines Zentrum mit großer Wirkung
Das Zentrum von Vaduz ist geprägt, von diesem Schauspiel der Natur. Vielleicht hat es uns deshalb so gefallen: Alles war da. Hotels, Banken, Einkaufsstraße und ein Parlament. Wie in einer Metropole, nur auf einem engen Raum.

Angenehme Gemütlichkeit
Vaduz war mir irgendwie vertraut. Die Hauptstadt des Fürstentums Liechtenstein erinnerte mich an die brandenburgische Kleinstadt, in der ich lebe. Wir haben keine Berge, sondern Wasser. Doch die Atmosphäre war mit der von anderen europäischen Hauptstädten wie London, Paris oder Amsterdam gar nicht vergleichbar. Wir spazierten durch eine Kleinstadt, von der man glauben könnte, dass sich die Menschen kennen. Ich könnte mir vorstellen, dass sie glücklich sind, in ihrem winzigen Land.
Unser Spaziergang durch das Zentrum war gemütlich. Es gab keine Hektik, keinen Stau auf den Straßen, die Stadt war sauber und modern. Die Altstadt von Vaduz war von modernen Gebäuden geprägt. Beim Blick auf die Häuser der Banken musste ich an Frankfurt am Main denken. Die Skyline fehlt, alles fällt eine Nummer kleiner aus. Als wir nach drei Stunden wieder im Auto saßen und weiter nach Süden fuhren, sprachen wir lange, über dieses kleine Land.

Faszinierendes Bergpanorama rund um das Fürstentum Liechtenstein
Liechtenstein ist von einem Bergpanorame umgeben, das uns Flachländer zum Staunen gebracht hat. Dazu musst du wissen, dass wir mit Ausnahme der Mittelgebirge der ehemaligen DDR noch nie in den Bergen gewesen waren. Die Alpen sahen wir das erste Mal, in dem halben Jahrhundert Leben, das wir zu diesem Zeitpunkt hinter uns hatten. Seitdem planen wir einen längeren Aufenthalt in den Bergen. Doch es zieht uns jeden Sommer ans Meer.
Im Tal leben die Liechtensteiner. Auf einem Plateau, standesgemäß mit einem Bergfried, befindet sich das Schloss des Fürsten. Es befindet sich im Privatbesitz der Familie. Sie nutzt es als Hauptwohnsitz. Die Tore öffnen sich nur zu besonderen Anlässen.
Wenn Feste und Feierlichkeiten stattfinden, gibt es im Schlossgarten ein Glas Sekt für das Volk. Es ibleibt familiär, im kleinen Liechtenstein. Wir haben das Schloss mit seinem wuchtigen Bergfried von der Passstraße aus aufgenommen. Dort mit dem Wohnwagen hinaufzufahren, sorgte für Adrenalin, im ruhigen Liechtenstein. Schönere Bilder bekommst du, wenn du es vom Tal aus fotografierst.

Ich komme aus dem Schwärmen gar nicht heraus, denn eindrucksvoll ist sie, diese Bergwelt. Vom kleinen Ort Schaan konnten wir die Wolken vor den Klippen vorbeiziehen sehen. Das mag für Bergwanderer nichts Besonderes sein. Wir haben den Blick so sehr genossen, weil wir das so noch nie gesehen hatten.

Radfahren, fotografieren und Schokolade kaufen
Ein wenig mehr Zeit hätte ich mir für Liechtenstein gewünscht. Gern hätte ich mein Fahrrad vom Dach unseres Autos genommen und wäre durch die kleinen Orte in den Berghängen geradelt. Sollte ich zugeben, dass ich ein E-Bike fahre? Mit einem klassischen Drahtesel braucht diese Idee viel Kondition.
Der Bummel durch die Einkaufsstraße von Vaduz wäre deutlich länger ausgefallen. Ich wäre gern in eine Drogerie und in einen Supermarkt gegangen. Mich interessieren die Preise, in anderen Ländern, und das Angebot. Ich würde mehr von der leckeren Schokolade kaufen
Vor allem würde ich viel mehr fotografieren. Eindrücke von der Einkaufsstraße in Vaduz, die eindrucksvollen Villen, die am Berghang liegen, das Schloss in einer Ansicht aus dem Tal. Wenn du in Liechtenstein bist, kannst du diese Ideen sofort umsetzen.
Fazit: Unbedingt einen Zwischenstopp einlegen
Wir setzten unsere Fahrt nach Frejus fort. Als wir Italien erreichten, hatten wir wieder Internet. Wir wollten in der Schweiz kein Datenvolumen zahlen. Wenn wir Liechtenstein näher kennenlernen möchten, müssten wir ein verlängertes Wochenende dort verbringen. Es gibt einen Campingplatz in Triesen. Einige der kleinen Hotels haben wir gesehen. Ferienwohnungen sind ebenfalls beliebt. Große Hotelketten gibt es nicht, und wir haben sie auch nicht vermisst.
Vor uns lag noch eine abenteuerliche Fahrt über den San-Bernadino-Pass, die gemeinsam mit der Stippvisite im Fürstentum Liechtenstein zu den intensivsten Erinnerungen an unsere erste Fahrt in den Süden Europas gehören.
Drei Stunden reichen aus, um einen ersten wunderbaren Eindruck von Liechtenstein zu gewinnen. Wenn du einmal an der Autobahnabfahrt Vaduz vorbei fährst, solltest du sie nutzen und einen Zwischenstopp in Vaduz einlegen. Allein das Bergpanorama und die Schokolade sind es mehr als wert.
FAQ: Fürstentum Liechtenstein
Lohnt sich ein kurzer Besuch in Liechtenstein?
Ja. Schon wenige Stunden reichen für erste Eindrücke aus Vaduz, den Bergen und der ruhigen Atmosphäre des kleinen Alpenstaates.
Ist Liechtenstein teuer?
Viele Preise orientieren sich am Schweizer Niveau. Hotels und Gastronomie sind oft etwas teurer als in Deutschland.
Kann man Liechtenstein auf der Durchreise besuchen?
Ja. Das Land liegt günstig an der Route Richtung Schweiz, Italien oder Côte d’Azur.
Was ist besonders an Liechtenstein?
Die Mischung aus Bergen, kleinen Orten, Ruhe und dem Charakter eines eigenständigen Fürstentums macht den Reiz aus.
Sind Wandern und Radfahren beliebt?
Ja. Besonders Wanderungen in den Bergen und Radtouren im Rheintal sind in Liechtenstein sehr beliebt.
Fünf Tipps für deinen Besuch im Fürstentum Liechtenstein:
- Nimm dir Zeit für einen Spaziergang zum Schloss. Wenn während deines Besuchs ein Event stattfindest, lass es dir nicht entgehen. Die Events sind Highlights, im kleinen Fürstentum
- Ein Spaziergang durch die moderne „Altstadt“ von Vaduz vermittelt das besondere Flair des kleinen Staates.
- Kaufe dir Liechtensteiner Fürstenhütchen aus feinster Schweizer Schokolade. Sie sind liebevoll verpackt und schmecken wirklich lecker.
- Höre den Einheimischen einen Augenblick zu, wenn sie ihren Dialekt sprechen. Verstehst du etwas?
- Schau dir die Autokennzeichen einmal genauer an. Sie sind unverwechselbar.


ISSN 3053-6731
HB 2023-26





