Berlin abseits der Mitte- unsere fünf Lieblingsplätze
Berlin ist in seiner Fläche die größte Stadt in Europa. Von Ost nach West fährst du mehr als 50 Kilometer durch das Stadtgebiet. Einst war die Stadt von kleinen Dörfern umgeben, die im Jahre 1920 zu Groß-Berlin eingemeindet wurden. In diesen Außenbezirken gibt es viel zu sehen. Die Orte sind nicht so spektakulär und weniger bekannt. Aber sie hinterlassen einen bleibenden Eindruck oder erzählen eine besondere Geschichte. Wir haben fünf Lieblingsplätze, die wir dir vorstellen möchten. Du kannst sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichen. Wir lieben Geschichte, Architektur und Orte am Wasser. Von allem ist etwas dabei. Vielleicht möchtest du den einen oder anderen Spot kennenlernen?
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Miniserie: Unsere Lieblingsplätze in Berlin
- Teil 1: DDR-Orte in Berlin
- Teil 2: Auf den Spuren der Vergangenheit – historische Orte
- Teil 3: Berlin abseits der Mitte – unsere fünf Lieblingsplätze
Mit Tipps und persönlichen Erfahrungen
Wasser, Geschichte und Architektur – das bietet Berlin
Berlin ist eine grüne Hauptstadt: Es gibt Parks, Seen, die Spree und die Havel. Für dich bedeutet das: Überall in der Stadt kannst du ausspannen, die Seele baumeln lassen und Energie tanken, bevor du weiter auf Entdeckungsreise gehst.
Welches sind unsere Lieblingsplätze abseits des Bezirks Mitte mit seinen touristischen Hotspots? Wir mussten nicht lange überlegen. Es ist das heute als City-West bezeichnete ehemalige Zentrum von West-Berlin mit dem Kurfürstendamm und der Gedächtniskirche. Wir fahren gern in die Außenbezirke, denn dort lernst du ein ganz anderes Berlin kennen. Vorstellen möchten wir dir Marzahn im ehemaligen Ost-Berlin und Britz, ein Stadtteil, der zu West-Berlin gehörte.
Besonders gern sind wir mit der Wannsee-Fähre unterwegs nach Kladow. Es fühlt sich an wie eine kleine Fahrt mit dem Ausflugsschiff. Etwas weiter nördlich kannst du in Spandau am Havelufer spazieren gehen.
Beginnen wir mit unserer kleinen Reise in die Außenbezirke am Bahnhof Zoo. Durch die Geschichte der Christiane F. deutschlandweit bekannt, hinterlässt der Bahnhof heute trotz umfangreicher, immer noch andauernder Sanierung immer noch keinen guten Eindruck. Du steigst dort aus, wenn du den Zoologischen Garten oder die City West besuchen möchtest. In Sichtweite befindet sich die Kaiser-Wilhelm-Gedächtsniskirche.

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am Breitscheidplatz
Über die Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche plane ich einen separaten Artikel. Deshalb bekommst du an dieser Stelle nur fünf kurze Fakten:
- Kaiser Wilhelm II. ließ die Kirche zwischen 1891 und 1895 zu Ehren seines Großvaters, Kaiser Wilhelm I., erbauen. Er wollte dessen Verdienste rund um die Reichsgründung im Jahre 1871 würdigen.
- Wilhelm II. war dem Gottesgnadentum treu ergeben. Die Kirche sollte es demonstrieren und die Rechtmäßigkeit der Hohenzollern auf dem preußischen Thron untermauern.
- In der Nacht vom 22. auf den 23. November wurde die Kirche bei einem britischen Luftangriff schwer beschädigt.
- Nach Ende des Krieges wehrte sich die Berliner Bevölkerung gegen den Abriss. Der Turm, genannt „Hohler Zahn“, sollte als Mahnmal an den Krieg stehen bleiben
- Zwischen 1959 und 1963 bekam die Ruine einen modernen Neubau des Architekten Egon Eiermann zur Seite gestellt. Heute fungiert das Ensemble als Mahnmal gegen den Krieg.
Der moderne Kirchenbau ist tagsüber geöffnet, du musst keinen Eintritt zahlen. Im Turm kannst du kostenfrei eine interessante Ausstellung zur Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche besuchen.

Warum wir gern an der Gedächtniskirche sind
In den 1980er-Jahren schauten wir gern deutsche Serien. Schwarzwaldklinik, Traumschiff und „Ich heirate eine Familie. Sie waren nicht nur unterhaltsam, sondern ließen uns teilhaben an einem Leben, das sich unweit von uns entfernt abspielte, aber dennoch für uns unerreichbar war. „Ich heirate eine Familie“ mit Peter Weck und der in Berlin aufgewachsenen Thekla Carola Wied hat uns besonders gefallen. West-Berlin war so nah. Meine Großeltern fuhren einige Male im Jahr zu Bekannten und schwärmten von der Stadt. Die Fernsehbilder zeigten eine Welt, die wir nicht kannten.
Der Turm der Gedächtniskirche taucht in der Serie einige Male im Hintergrund auf. Meine Großeltern erzählten von der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Sie kannten die Kirche noch im originalen Zustand und gingen vor dem Krieg gern dort spazieren oder tranken einen Kaffee im naheliegenden Kranzler. So wollten wir den Ort nach der Grenzöffnung schnell besuchen.
Die moderne Gestaltung muss man mögen
Zugegeben: Fans des architektonischen Gebildes von Egon Eiermann sind wir nicht. Der Wiederaufbau, der in Teilen möglich gewesen wäre, hätte uns besser gefallen. Die beiden Bauwerke sind zudem seitenverkehrt installiert: Das Kirchenschiff erstreckte sich einst in Richtung des Europacenters. Aber vielleicht ist das so gewollt.
Das Innere des Oktogon schimmert bei Tageslicht blau. Wenn keine Konzerte stattfinden, kannst du hineingehen und die Architektur auf dich wirken lassen. Wir haben schon schöne Konzertproben mitgehört. Ein Eintritt wird nicht verlangt. Die Gestaltung des Innenraums entschädigt etwas für das Ensemble aus historischem Turm und moderner Architektur, das wir persönlich nicht so gelungen finden.

Den Turm der Gedächtniskirche nennen die Berliner den „hohlen Zahn“. Er steht als Mahnmal für Krieg und Zerstörung. Die Berliner haben seinerzeit für den Erhalt gekämpft. Die Ruini ist heute stabilisiert. Im ehemaligen Eingangsbereich der Kirche unter dem Turm befindet sich eine kleine Ausstellung. Sie ist tagsüber geöffnet, der Eintritt ist kostenlos.
Hinter dem Turm erstrecken sich die Tauentzienstraße mit dem Europa-Center und dem KaDeWe. In entgegengesetzter Richtung beginnt der Kurfürstendamm. An deine Besuch der Gedächtniskirche kannst du eine kleinen Shoppingtour anschließen. Es gibt viele schöne Geschäfte und einige Filialen von bekannten Ketten, in denen du einen Imbiss bekommst.
Erinnerung an den 19. Dezember 2016
Von Ende November bis zu den Heiligen Drei Königen am 6. Januar gibt es einen beliebten und sehr gut besuchten Weihnachtsmarkt unter der Gedächtniskirche. Wir mögen ihn, weil er klein ist. Die Buden sind immer hübsch geschmückt, es gibt Handgearbeitetes und Kartoffelchips, die aus echten Kartoffeln vor Ort zubereitet werden.
Am 19. Dezember 2016 erschütterte ein Anschlag Berlin: Ein Attentäter fuhr mit einem Lkw auf den Weihnachtsmarkt und tötete dreizehn Menschen. Viele wurden teils schwer verletzt. Heute erinnert ein Mahnmal am Sockel der Treppen an den Anschlag. Die Namen der Verstorbenen sind dort eingraviert.

Drei Dinge, die du dir im Umkreis anschauen kannst
Das Marmorhaus: Es beherbergte einst das älteste Kino des Kurfürstendamms. Heute befindet sich in den Räumen der Flagship Store von MUJI. Dort kannst du auf vier Etage ausgiebig stöbern. Die Fassade des Hauses ist im Original enthalten, sie besteht aus schlesischem Marmor. Das Haus liegt dem Breitscheidplatz direkt gegenüber.
KaDeWe: Das „Kaufhaus des Westens“ liegt knapp zehn Gehminuten von der Gedächtniskirche entfernt. Es wurde 1907 eröffnet und gehört zu den traditionsreichen Luxuskaufhäusern in Deutschland.

Bikini Berlin: Eine Concept Shopping Mall mit kleinen Boutiquen und wechselnden Start-Ups, die ihre Ideen und Produkte präsentieren. Von der Terrasse hast du einen Blick auf den Affenfelsen des Zoologischen Gartens.
Britz: Ein mittelalterlicher Dorfkern und eine moderne Siedlung
Als wir Kinder waren, fuhren unsere Eltern mit meinem Bruder und mir gern in den Plänterwald oder den Tierpark. Der Sputnik, so der Name des Regios in der DDR, fuhr von Werder südlich um Berlin herum nach Schönefeld. Von dort aus ging es mit der S-Bahn weiter zum Plänterwald oder nach Friedrichsfelde.
Wenn wir nach rechts schauten, sahen wir weiße Hochhäuser. Sie standen hinter der Mauer im Berliner Stadtteil Britz. Dieses „da dürfen wir nicht hin“ hatte sich in unseren Köpfen festgesetzt. Nach der Wende fuhren wir dorthin und schauten uns die Hochhäuser aus der Nähe an. Ein Gefühl, das unbeschreiblich ist, das heute aber kaum noch jemand versteht. Was gut und richtig ist!
Doch nicht die Hochhäuser sind es, die uns in Britz beeindruckt haben. Sondern der mittelalterliche Dorfkern, der sich als Teil einer Großstadt sehr gut erhalten hat. Und das Hufeisenviertel: Die Architektur der „Berliner Moderne“ hat es in die Liste des UNESCO- Weltkulturerbes geschafft.
Schloss Britz: Das ehemalige Gutshaus der Familie von Britzke
Britz wurde im Jahre 1305 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name ist an die Familie von Britzke angelehnt, die bis ins 17. Jahrhundert hinein in dem Gutshaus lebte, das heute als „Schloss Britz“ sehr gut erhalten ist.
In seiner heutigen Gestalt stammt das Schloss aus dem Jahre 1706. An der gleichen Stelle stand seit dem 16. Jahrhundert ein befestigter Bau, der später durch ein Fachwerkhaus ersetzt wurde. Bis zum Jahre 1924 blieb das Gut in privatem Besitz. Dann verkauften es die Erben des letzten Gutsherren Gutsherrn Wilhelm August Julius Wrede an die Stadt Berlin.

Nachdem das Schloss nach dem Zweiten Weltkrieg als Flüchtlingsunterkunft und später als Kinderheim genutzt wurde, ist es heute eine Kulturstätte. Es gibt ein Museum zur Wohnkultur in der Gründerzeit und Räume für wechselnde Ausstellung. Bei unserem letzten Besuch war ein Konzert angekündigt. Im Schlossgarten kannst du spazieren gehen.

Zu dem Ensemble rund um das Schloss gehören ein Hotel und ein Restaurant mit gehobener Küche. Beides befindet sich in den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden, die an den Gutspark angrenzen.

Gegenüber des Schlossgeländes befindet sich die Kirche. Rund herum stehen historische Häuser. Wenn du über das Kopfsteinpflaster spazierst, befindest du dich mitten in Berlin. Nur wenige Meter weiter stehst du an einer stark befahrenen Hauptstraße. Dieser Kontrast ist es, der uns an Britz fasziniert. Das Dorf wurde im Jahre 1920 nach Groß-Berlin eingemeindet.
Die mittelalterliche Dorfkirche
Die Ursprünge der Dorfkirche von Britz gehen auf das 13. Jahrhundert zurück: Bereits im Jahre 1250 soll an dieser Stelle eine Kirche gestanden haben. Die heutige Architektur mit dem Mauerwerk aus Feldsteinen wurde vermutlich im frühen 14. Jahrhundert erbaut. Somit ist die Kirche mit einem Alter von etwa 700 Jahren eine der ältesten in Berlin.

Am Fuß der Kirche gibt es einen Spazierweg, der am Britzer Kirchteich entlang führt. Im Herbst konnten wir dort ein idyllisches Farbspiel fotografieren. Es ist eine kleine Oase der Ruhe und Entspannung, die einen interessanten Kontrast zur Großstadt bietet.

Hufeisenviertel
Das Hufeisenviertel ist eine Siedlung unweit des mittelalterlichen Dorfkerns, die zwischen 1925 und 1933 nach einer Idee des Architekten Bruno Taut entstand. Er wurde von seinem Kollegen Martin Wagner und dem Gartenarchitekten Leberecht Migge unterstützt. Ziel der Errichtung des Viertels war es, die Wohnungsknappheit zu besiegen und für Familien mit geringem Einkommen ein attraktives Zuhause zu schaffen.
Der soziale Wohnungsbau war in der damaligen Zeit einfach und trist. Die Architekten setzten dem eine preisgünstige, aber dennoch optisch und in der Wohnqualität anspruchsvolle Lösung entgegen. Heute wird die Siedlung der Architektur der „Berliner Moderne“ zugeordnet. Sie steht unter Denkmalschutz und wurde 2008 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Das Herz der Siedlung ist ein Wohnblock in Form eines Hufeisens, der eine Gartenanlage umschließt. In der Mitte befindet sich ein eiszeitlicher Pfuhl, der unverändert in die Gestaltung einbezogen wurde.
Im Hufeisen gibt es etwa 140 Wohneinheiten mit vier Grundrisstypen. Sie haben 1,5 bis 4,5 Zimmer. Günstig sind die Wohnungen nur noch für Mieter mit alten Verträgen. Durch den Status der UNESCO und die allgemeine Entwicklung des Wohnungsmarktes sind Neuvermietungen sehr teuer.
Der hufeisenförmige Wohnblock gibt dem Viertel seinen Namen. Zur Siedlung gehören aber auch die farbigen Reihenhäuser und weitere angrenzende Straßen, die in unterschiedlichen Stilen gestaltet wurden. Wenn du dich für neuzeitliche Architektur interessierst, solltest du dir für den Besuch des Hufeisenviertels etwas Zeit nehmen.
Drei Dinge, die du dir im Umkreis anschauen kannst
Britzer Mühle: Sie liegt etwa drei Kilometer vom Hufeisenviertel entfernt und ist eine von zwei Berliner Mühlen, die noch in Betrieb sind. Wenn es die Windverhältnisse erlauben, wird in der Mühle Getreide gemahlen.

Gropius Passagen: Das größte Berliner Shoppingcenter befindet sich in der Johannistaler Chaussee, etwa vier Kilometer vom Hufeisenviertel entfernt. Du erreichst es mit dem Fahrrad, der U-Bahn, dem Auto oder nach einem etwa einstündigen Spaziergang.
Tempelhofer Feld: Die Start- und Landebahnen des ehemaligen Flughafens Tempelhof sind heute ein Erholungsgebiet. Es macht Spaß, auf den breiten Pisten zu radeln oder zu skaten. Interessant ist auch das 1.200 Meter lange Flughafengebäude, das zwischen 1936 und 1941 erbaut wurde. Das Tempelhofer Feld ist etwa vier Kilometer vom Hufeisenviertel entfernt.
Berlin Marzahn: Ein Dorf trifft auf die DDR
Berlin-Marzahn ist ein Ortsteil in Ost-Berlin, bei dem Vergangenheit und Moderne ebenso wie in Britz aufeinander treffen. Auch Marzahn war ein Dorf am Rande Berlins, das im Jahre 1920 nach Groß-Berlin eingemeindet wurde. Den Dorfkern gibt es noch: Er liegt inmitten der Plattenbausiedlung.
Nach der Gründung der DDR im Jahre 1949 gab es eine große Wohnungsnot. Dem wirkte die SED mit Plattenbausiedlungen entgegen, die nach sowjetischem Vorbild in allen größeren Städten entstanden. Nach seinem Amtsantritt im Jahre 1973 rief der Staatsratsvorsitzende Erich Honecker das „Wohnungsbauprogramm der DDR“ aus. Damals war Marzahn von landwirtschaftlichen Flächen umgeben. Auf diesen entstand in einem „gigantisches Bauprojekt“ eine eigene Stadt.

Ab 1993 wurden die Plattenbauten saniert. Sie bekamen neue Anstriche, eine energetische Sanierung und neue Balkons. Die Struktur des stereotypen Wohnungsbaus wurde durch Zusammenlegungen von Wohnungen aufgebrochen. So sollte das Viertel attraktiver werden. Um dem Wegzug entgegen zu wirken, wurden Etagen entfernt.
Heute wirkt Marzahn freundlich und modern. Die Mieten sind im Vergleich zum Durchschnitt sehr günstig. Wer sich in einem anderen Stadtbezirk keine Wohnung leisten kann, zieht nach Marzahn.

Wenn wir durch das Viertel fahren, fühlen wir uns in unsere Kindheit zurück versetzt. Das Viertel erinnert uns außerdem an Eisenhüttenstadt, die Planstadt der sozialistischen DDR. Irgendwie ist es urig, durch die Straßen zu fahren und zu sehen, wie sich der triste Plattenbau verändert hat.
Die Marzahner Bockwindmühle
Am Rande des Ortskerns von Alt-Marzahn steht eine Bockwindmühle. Es handelt sich um einen Nachbau des Originals von 1815. Die Mühle ist voll betriebsfähig und wird bei ausreichend guten Windverhältnissen zum Mahlen von Mehl genutzt. Im Hintergrund befinden sich die Plattenbauten.
Der Kontrast der lebhaften Vergangenheit Marzahns wird in diesem Bild deutlich: Ein kleines Dorf wird der Großstadt angegliedert. Seine Felder, die Bauern einst bewirtschafteten, müssen dem Wohnungsbau weichen. Das ist es, was wir neben der uns vertrauten Architektur an Marzahn so interessant finden.

Drei Dinge, die du dir im Umkreis anschauen kannst
Die Gärten der Welt: Wir waren dort noch nicht, weil wir den Eintritt als sehr teuer empfinden. Die Parkanlage entsteht 1987 und zeigt Gartenkunst aus verschiedenen Ländern und Epochen. Zu den Highlights gehören eine Sommerrodelbahn und eine Seilbahn ab der U-Bahn-Station Kienberg.

Eastgate Marzahn: Ein Shoppingcenter mit angeschlossenem Kino. Du kannst bummeln gehen oder dich im Foodcourt verwöhnen lassen.
Tierpark Berlin: Der Tierpark liegt etwa fünf Kilometer von Marzahn entfernt. Es gibt einen gut ausgebauten Radweg. Alternativ nutzt du das Auto oder die U5, die direkt vor dem Eingang des Tierparks hält.
Das Havelufer in Spandau
Von der Architektur zur Natur: Wir reisen vom Osten in den Westen und entspannen uns am Havelufer Spandau. Auch dieser Ortsteil wurde im Jahre 1920 eingemeindet. Gemeinsam mit Staaken bildet er die westliche Grenze von Berlin.
Das Havelufer ist asphaltiert. Du kannst radeln, spazieren gehen oder auf einer der Bänke Platz nehmen und beobachten, wie die Boote vorbei ziehen. Das Baden ist aufgrund des regen Schiffsverkehrs leider keine gute Idee.

Bist du mit dem Boot auf der Spandauer Havel unterwegs, hast du einen herrlichen Blick auf die Altstadt mit dem Rathausturm. Es gibt Möglichkeiten, anzulegen und die Altstadt zu besuchen. Sie ist das Herz von Spandau. Das Kopfsteinpflaster und die Straßenschilder in Sütterlin-Schrift unterstreichen die historische Bedeutung des Ortsteils.

Anders als bei der Durchfahrt durch die Berliner Mitte auf der Spree, benötigst du in Spandau kein Funkgerät. Es gibt aber eine Schleuse, die du passieren musst, wenn du die Spandauer Havel mit dem Boot passieren möchtest.
Der Havelradweg führt durch Spandau
Der Havelradweg ist ein Fahrradweg, der die Ufer der Havel auf einer Länge von etwa 365 Kilometern begleitet. Wenn du mit der Fähre von Wannsee nach Kladow fährst, erwartet dich ein besonders schöner Abschnitt, der am Havelufer von Spandau endet. Auf diese Weise haben wir es erstmalig entdeckt. Erst später sind wir die Strecke mit dem Boot gefahren.

Spandau ist ein weiteres Beispiel für ein Berlin, das sich durch den Zusammenschluss vieler Dörfer in den Randgebieten von anderen Großstädten abhebt. Wenn du am Havelufer sitzt, dort spazieren gehst oder radelst, hast du nicht das Gefühl, in der Großstadt zu sein.
Entdecke den Außenbezirk von Berlin und genieße die Nähe zur City, aber auch die Natur. Wenn du Lust auf eine historische Stätte hast, dann läufst du ein paar Minuten vom Havelufer zur Zitadelle. Shopping ist in Spandau natürlich auch möglich.
Drei Dinge, die du dir im Umkreis anschauen kannst
Zitadelle Spandau: Am Zusammenfluss von Havel und Spree befindet sich die Zitadelle von Spandau. Sie ist eine der am besten erhaltenen Festungen Europas aus der Renaissance. Kurfürst Joachim II. ließ sie zwischen 1559 und 1594 erbauen.
Spandau Arcaden: Ein schickes Shopping Center am Rande der Altstadt, das du vom Havelufer zu Fuß erreichen kannst. Wir mögen die Atmosphäre und die große Auswahl an Geschäften, die es so nicht überall gibt.

Altstadt Spandau: Die Altstadt liegt nur wenige Gehminuten vom Havelufer entfernt. Du findest dort hübsch sanierte Häuser, Geschäfte und Restaurants. Es gibt eine Einkaufsmeile, auf der in der Adventszeit der berühmte Weihnachtsmarkt aufgebaut ist.
Wannseefähre – eine kleine Dampferfahrt mit dem Deutschlandticket
Als letzten Lieblingsplatz möchten wir dir den Wannsee vorstellen. Meine Freundin aus Kindertagen hatte einen acht Jahre älteren Bruder. Er sang im Sommer gern das Lied von der Badehose, die er einpacken wollte, um mit seinem kleinen Schwesterlein raus nach Wannsee zu fahren. Leider war das nicht möglich, denn der Große Wannsee, an dem du das berühmte Strandbad noch heute besuchen kannst, lag hinter der Mauer. Doch durch diesen Song war der Wannsee uns, die wir West-Berlin nicht kannten, ein Begriff.
Heute haben wir es nicht weit, der Wannsee ist fünfzehn Kilometer von Werder entfernt. Wir haben im Strandbad gebadet und ihn mit dem Boot überquert. Als Alternative gibt es die Wannseefähre, die vom S-Bahnhof in zwanzig Minuten nach Kladow fährt. Du kannst sie als Fußgänger und Radfahrer nutzen. Da sie zu den Berliner Verkehrsbetrieben gehört, ist die Fahrt mit dem Deutschlandticket kostenlos. Nur ein Ticket für dein Rad musst du lösen.

Einmal stündlich eine Verbindung in beide Richtungen
Wenn du am Bahnhof Wannsee aus der S-Bahn aussteigst, läufst du nur wenige Minuten bis zum Fähranleger. Er befindet sich an einem eigenen Steg zwischen den Fahrgastschiffen der Stern-Flotte, die es schon seit der Wende vom 19. und 20. Jahrhundert an dieser Stelle gibt. Damals fuhren die Dampfer unter anderem nach Werder (Havel) zum Baumblütenfest.

Die Fähre verbindet die Ortsteile Wannsee und Kladow miteinander. Von Kladow aus kannst du auf dem Havelradweg oder dem Mauerweg eine längere Radtour planen. Oder du entspannst bei einer Erbsensuppe oder mediterranen Gerichten in einem der Ausflugslokale, die sich direkt am Fähranleger in Kladow befinden.

Die Fähre fährt tagsüber zur vollen Stunde in Wannsee und zur halben Stunde in Kladow ab. Wenn du zwischendurch aussteigst, kannst du innerhalb von 60 Minuten zweimal eine Fahrt quer über den Großen Wannsee genießen. Die Fähre verkehrt das ganze Jahr über. Der Wannsee ist nur sehr selten zugefroren. Dann würde der Fährverkehr eingestellt werden.

Drei Dinge, die du dir im Umkreis anschauen kannst
Strandbad Wannsee: Wenn du mit der Fähre nach Kladow fährst, siehst du das Strandbad auf der rechten Seite liegen. Es hat in der warmen Jahreszeit bis 20 Uhr geöffnet und ist bei den Berlinern sehr beliebt.

Haus der Wannsee Konferenz: Hier beschlossen die Nationalsozialisten im Jahre 1942 die systematische Vernichtung der jüdischen Bevölkerung. Du kannst dich in einer Dauerausstellung darüber informieren. Die Villa befindet sich gegenüber dem Strandbad Wannsee.
Liebermann-Villa: Hier verlebte der Maler Max Liebermann seine Sommer. Heute kannst du in der Villa seine Werke anschauen und in dem wunderschön gestalteten Garten eine Tasse Kaffee trinken.
Zusatztipp: Das Kulturkaufhaus Dussmann
Vielleicht kommst du bei deinem Trip durch Berlin am Bahnhof Friedrichstraße vorbei. Dann solltest du unbedingt das Kulturkaufhaus Dussmann besuchen. Auf vier Etagen findest du Bücher, CD’s, Schallplatten und Schreibwaren. Wochentags ist bis 24 Uhr geöffnet, am Samstag bis 23.30 Uhr. Ich liebe Bücher, und ich stöbere in dem Kaufhaus total gern. Es gibt viele bequeme Sitzgelegenheiten. So kannst du dir für deinen Bücherkauf viel Zeit nehmen.

Lust auf leckeres Essen oder einen Snack in der Nähe?
Sind wir in der Hauptstadt unterwegs, darf es gern schnell gehen. Kulinariker sind wir nicht, aber vielleicht sind unsere Tipps trotzdem genau das Richtige für dich? Hier sind unsere drei Empfehlungen in der Nähe unserer DDR-Orte in Berlin.
BLOCK HOUSE – sieben Filialen in Berlin
Wir mögen die Steaks, den Coleslaw und die Ofenkartoffel mit Sour Cream. Ein Restaurant liegt der Gedächtniskirche direkt gegenüber. Im unteren Geschoss kannst du bei Jim Block etwas preiswerter Fast Food der gehobenen Klasse vom Teller genießen.

Chicken House am Mariendorfer Damm 55 – 57
Es ist ein Imbiss, doch hier gibt es wirklich leckere Hähnchen mit Pommes, Salat und selbstgemachten Soßen. Du kannst drinnen oder draußen sitzen und wirst am Tisch bedient. Alle Gerichte kannst du telefonisch bestellen und mitnehmen. Einen Lieferdienst gibt es leider nicht.
Adriagrill an der Potsdamer Chausee 36D
Im August 1990 fuhren wir über die Glienicker Brücke nach West-Berlin. Es war unser Hochzeitstag und wir wollten im „Westen“ essen gehen. Das erste Restaurant, was uns sympathisch war, hieß Adriagrill. Kroatische Küche? Kannten wir nicht. Aber wir waren neugierig.

Bis heute gehen wir sehr gern im Adriagrill essen. Aber es ist besonderen Anlässen vorbehalten. Unserem Stammkundenstatus haben wir aufgrund der hohen Kosten leider verloren. Möchtest du den Abend angenehm ausklingen lassen, ist das Restaurant eine echte Empfehlung. An schönen Tagen kannst du draußen im Sommergarten sitzen.
Weiterlesen in unserer Berlin-Miniserie:

ISSN 3053-6731
HB 2026-29


