Fünf historische Orte in Berlin – unsere persönlichen Highlights

Fünf historische Orte in Berlin – unsere persönlichen Highlights

Gibt es fünf historische Orte in Berlin, die du dir unbedingt ansehen solltest? Natürlich, antwortet dir der Einheimische und fügt hinzu, dass du in jedem Stadtteil Spuren der Vergangenheit findest. Je mehr Menschen zu fragst, desto unterschiedlicher sind die Antworten. Wir stellen dir Hotspots vor, die wir immer wieder gern besuchen. Sie stehen für das Leben in einer Stadt, die sich in einem Jahrhundert so verändert hat, wie kaum eine zweite in Europa. Unsere persönlichen Highlights sind eng mit dem Mauerfall verbunden: Bis heute ist es für uns faszinierend, den Teil Berlins zu entdecken, der uns in der Kindheit und Jugend verwehrt war. Möchtest du unsere historischen Hotspots von Berlin kennenlernen? Mit jedem Ort sind kleine persönliche Erinnerungen verbunden.

In der Mühlenstraße ist das im Original erhaltene Mauerstück mehr als einen Kilometer lang. Auf der östlichen Straßenseite wurden die Betonflächen von Künstlern gestaltet. Entlang des ehemaligen Todesstreifens waren Graffitikünstler am Werk. Bis zur Spree sind es nur wenige Schritte. Das historische Areal ist nicht nur bei Besuchern der Stadt, sondern auch bei Einheimischen sehr beliebt.

Miniserie: Unsere Lieblingsplätze in Berlin

  • Teil 1: DDR-Orte in Berlin
  • Teil 2: Auf den Spuren der Vergangenheit – historische Orte
  • Teil 3: Raus aus der Mitte – unsere Spots in den Außenbezirken

Mit Tipps und persönlichen Erfahrungen

Zeugnisse einer geteilten Stadt

Es ist uns nicht schwergefallen, unsere persönlichen Highlights festzulegen. Die Zeugnisse der geteilten Stadt besuchen wir immer wieder gern. Wir wurden in der DDR geboren und wir sind in dem Land erwachsen geworden. Die Zeit zwischen 1989 und 1990 hat in uns tiefe Erinnerungen hinterlassen. Alle Hotspots, die wir dir empfehlen, haben mit der Teilung und dem Mauerfall zu tun. Doch die Geschichte Berlins geht noch viel weiter zurück: Vor dem Reichstag und in der Straße Unter den Linden wird die Kaiserzeit wieder lebendig.

Entdecke ein original erhaltenes Teilstück der Mauer, das Brandenburger Tor als Wahrzeichen Berlins und die Bernauer Straße, in der die Menschen einst aus dem Fenster in die Freiheit sprangen. Die Friedrichstraße lag im Grenzgebiet: Menschen verabschiedeten sich am heutigen S-Bahnhof unter Tränen voneinander. Einige sahen sich nie wieder.

Der Checkpoint Charlie liegt etwa einen Kilometer entfernt. Es handelte sich um einen Grenzübergang für Diplomaten und das Militär. An dem geschichtsträchtigen Ort standen sich Panzer gegenüber. Ganz in der Nähe, in der Zimmerstraße verblutete Peter Fechter auf dem Grenzstreifen. Nachdem er bei seinem Fluchtversuch angeschossen wurde, half ihm niemand.

Über die Geschichte hinaus entdeckst du interessante Bauwerke, Museen und vor allem das ganz besondere Flair einer einst geteilten Stadt, die sich in den Jahrzehnten nach der Wiedervereinigung zu einer europäischen Metropole entwickelt hat. Beginnen wir mit dem Wahrzeichen Berlins, dem Brandenburger Tor. Die Straße „Unter den Linden“ mit ihren prachtvollen Bauten aus der Zeit Preußens schließt sich an.

Brandenburger Tor und die Straße „Unter den Linden“

Am Brandenburger Tor ist die Erinnerung an die DDR für uns ganz besonders lebendig. Wir erreichten es, wenn wir vom Alexanderplatz aus durch die Straße „Unter den Linden“ liefen. Zum Pariser Platz, der sich, umrahmt von der französischen und amerikanischen Botschaft, davor erstreckt, hatten wir keinen Zutritt. Wir durften an einem niedrigen Zaun auf das Berliner Wahrzeichen schauen. Dahinter sahen sich die Mauer. Auf dem heute so belebten Platz patrouillierten Soldaten der NVA.

Unsere Kinder und Enkel wissen genau, wo wir standen und in eine Himmelsrichtung schauten, die für uns gesperrt war. Es ist in etwa der Bereich, an dem die Autos auf dem Weg zum Hotel Adlon die Wendeschleife befahren. Dort gibt es einen Fußweg mit erhöhtem Bordstein. Das war unsere Position. Weiterlaufen verboten!

Das Brandenburger Tor hat viel gesehen

Friedrich Wilhelm II. ließ das Brandenburger Tor zwischen 1788 und 1791 errichten. Die Säulen der Akropolis in Athen dienten ihm als Inspiration. Das Tor schloss Prachtstraße „Unter den Linden“ imposant ab. Der König schuf ein weites Symbol für die Macht Preußens.

Das Brandenburger Tor war als Friedenstor gedacht. Doch heute sind zwei Tage in der Geschichte verankert: Der Triumphmasch Napoleons am 27. Oktober 1806, nachdem er Preußen in der Schlacht von Jena und Auerstedt erfolgreich schlug und Berlin besetzte.

Am 30. Januar 1933 feierten die Nationalsozialisten mit einem Fackelzug die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler. Historische Fotos zeigen den Durchmarsch durch das Brandenburger Tor.

28 Jahre lag wurde das Tor für mehr als zwei Jahrzehnte in den Dornröschenschlaf versetzt. Heute ist es das Wahrzeichen Berlins und ein Symbol für die Freiheit. Genau diesen Gedanken hatte sein Erbauer Friedrich-Wilhelm II. Doch es sollte mehr als zwei Jahrhunderte dauern, bis das Brandenburger Tor diese Bestimmung erfüllte.

Lasse die Vergangenheit auf dich wirken

Viele Menschen laufen oder fahren durch das Brandenburger Tor, ohne die Wirkung dieses Bauwerks bewusst wahrzunehmen. Unser Tipp: Wenn du Fotos des eindrucksvollen Bauwerks aufgenommen hast, dann nimm dir noch ein bisschen Zeit. Durchquere das Tor bewusst in der Mitte. Über viele Jahrzehnte war das nicht möglich: Zur Kaiserzeit durfte nur die kaiserliche Familie mit ihren Gästen die mittleren Säulen durchqueren. Während der Teilung war das gesamte Tor gesperrt.

Ich versuche mir oft vorzustellen, was das Tor schon alles gesehen hat. Pferdekutschen, berittene Soldaten, die ersten Fahrräder und Autos, zwei Weltkriege, zuletzt die Teilung und Wiedervereinigung Berlins. Es ist ein historischer Ort, und es ist ein lebendiger Ort: Die Sprachen der Welt schwirren auf dem Pariser Platz oft wild durcheinander.

Selbstdarsteller, Künstler und Demonstranten machen auf sich aufmerksam. Wenn du ihn überquert hast, schließt sich die Straße „Unter den Linden“ an. Die Prachtstraße führt heute wieder zum Berliner Schloss, vorbei an zahlreichen Bauten, die an die Zeit der preußischen Könige und Kaiser erinnern.

Unter den Linden: Die preußische Prachtstraße

Die Straße „Unter den Linden“ verbindet den Pariser Platz auf der östlichen Seite des Brandenburger Tores mit der Schlossbrücke, die sich zwischen der Museumsinsel und dem Humboldt-Forum in Gestalt des historischen Berliner Schlosses über die Spree spannt. Du läufst etwa 1,5 Kilometer. Es ist ein Spaziergang durch die einstige preußische Prachtstraße, die aus westlicher Richtung nach Berlin hineinführte. Viele der historischen Gebäude sind erhalten oder rekonstruiert worden.

Mit der Replik des Berliner Schlosses hat die Straße ihr historisches Flair zurückerhalten. Doch es gibt viel mehr zu sehen: Wenn du diesen Teil Berlins intensiv erkunden möchtest, benötigst du zwei bis vier Tage.

Die sieben Highlights der Straße „Unter den Linden“

Keine Straße in Berlin ist so geschichtsträchtig, wie der einstige Boulevard, auf dem einst die Könige und Kaiser flanierten, auf dem sich die Arbeiter im 19. Jahrhundert Straßenschlachten lieferten und der während der DDR-Zeit vor dem Brandenburger Tor abrupt endete. Fünf Gebäude solltest du dir anschauen:

  • Berliner Dom
  • Zeughaus
  • Alte Wache
  • Kronprinzepalais (daneben: Kronprinzessinenpalais)
  • Staatsoper
  • Humboldt-Universität

Von der Straße „Unter den Linden“ kommst du zur Museumsinsel. Auch sie wurde von den preußischen Königen geschaffen. Weltberühmte Städte hatten ein Museum, also sollte Berlin auch eins bekommen. Heute gibt es auf der Spreeinsel fünf Museen. Wusstest du schon, dass hier die Wiege Berlins steht?

  • Pergamonmuseum (derzeit geschlossen)
  • Altes Museum
  • Neues Museum
  • Alte Nationalgalerie
  • Bode-Museum

Für die Museumsinsel solltest du zwei Tage einplanen. Möchtest du nur den Boulevard hinunter laufen und die historischen Gebäude auf dich wirken lassen, benötigst du ein bis zwei Stunden: Es kommt darauf an, wie oft du stehen bleibst, fotografierst und in die Geschichte der Bauwerke eintauchst.

Zurück in die Kaiserzeit

Wenn du einige Artikel auf meinem Havelblog gelesen hast, dann weißt du, dass ich an der Geschichte der Monarchie sehr interessiert bin. Meine Schwerpunkte liegen in der Regierungszeit König Friedrichs II. und Kaiser Wilhelms II. Wenn wir durch die Straße Unter den Linden laufen, finden wir immer neue Fotomotive. Wir versuchen uns vorzustellen, wie mein Großvater dort entlang lief. Er studierte an der damaligen Friedrich-Wilhelm-Universität Medizin.

Ich finde es heute schade, dass ich meinen Opa nie zu seiner Zeit als junger Mann im kaiserzeitlichen Berlin befragt habe. Er starb, als ich vierzehn war. Da wusste ich wenig, über diese Zeit, und hatte keine Fragen in meinem Kopf. Unser DDR-Geschichtsunterricht war auf den Kommunismus ausgerichtet. Persönlichkeiten wie Lenin und Ernst Thälmann nahmen viel Raum ein. Ob Kaiser Wilhelm II. überhaupt Erwähnung fand, weiß ich heute gar nicht mehr.

Reichstag – Sitz des Parlaments

Der Reichstag liegt auf der westlichen Seite des Brandenburger Tores in Sichtweite. Nach der Gründung des Deutschen Reiches im Jahre 1871 fehlte in Berlin ein zentrales Gebäude, in dem die Reichstage abgehalten werden konnten. So wurde ein Bauwerk geplant und zwischen 1884 und 1894 zwischen Spreeufer und dem Brandenburger Tor errichtet. Lange befand sich der Reichstag nicht in seinem ursprünglichen Zustand: 1933 brannte er aus, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war er schwer beschädigt.

Zwischen 1961 und 1973 wurde der Reichstag mit kleinen Veränderungen wieder aufgebaut. Bis zur Wiedervereinigung war es ein Museum. Die Hauptstadt der BRD war Bonn, in Berlin durften keine politischen Sitzungen abgehalten werden.

Nachdem im Jahre 1991 der Umzug der Regierung von Bonn nach Berlin beschlossen wurde, bekam der Reichtag seine heute Architektur. Die in den 1950er-Jahren gesprengte Kuppel wurde in einer neuen, modernen Variante wieder aufgesetzt.

Du kannst die Kuppel besichtigen. Mehr als drei Millionen Besucher nutzen diese Gelegenheit: Der Reichstag ist das am häufigsten besuchte Parlamentsgebäude auf der Welt.

Den Reichstag besuchen

Derzeit befindet sich auf der großen Reichstagswiese, auf der einst Michael Jackson ein Konzert gab und auf der wir am 3. Oktober 1990 bei der deutschen Nationalhymne nicht textsicher waren, eine Baustelle. Es soll ein Besucherzentrum geschaffen werden. Bis in die späten 1990er-Jahre konnten unsere Kinder auf den Treppen herumtoben. Seit 1999 ist der Reichstag Sitz des Bundestages: Heute kannst du das Gebäude nur noch nach Voranmeldung und mit Begleitung betreten.

Die Besichtigung der Glaskuppel und der Besuch von Plenarsitzungen sind kostenlos möglich. Nach dem Einlass kannst du die Glaskuppel bis zur Spitze auf einem Rundweg besteigen. Von dort aus hast du einen herrlichen Blick über Berlin. Unter dir siehst du den Plenarsaal. Tafeln geben dir einen interessanten Überblick über die Geschichte.

Einmal das Gebäude umrunden

Nicht immer hast du die Möglichkeit, den Reichstag zu umrunden. Die östliche Front ist häufig abgesperrt. Dort befindet sich der Haupteingang für die Parlamentarier. Derzeit sind die Chancen sehr gut, dass du dir die östliche Fassade, an der sich einst die Mauer entlang zog, aus der Nähe anschauen kannst: Die Baustelle auf der westlich vom Gebäude gelegenen Reichstagswiese bietet Einschränkungen, die durch die Öffnung des östlichen Zugangs ausgeglichen werden.

Zur DDR-Zeit sahen wir von unserer Position vor dem Pariser Platz die Fahne der BRD im Wind wehen. Das Gebäude befand sich in West-Berlin. Wir lernten es erst 1989 kennen.

Auch deshalb ist es für uns nie selbstverständlich, über die Reichstagswiese zu laufen oder den Reichstag zu umrunden. Neben der eindrucksvollen Architektur steht er für uns als Symbol für die Freiheit, die in den ersten beiden Jahrzehnten unseres Lebens eingeschränkt war.

Übrigens: Die Siegessäule, die heute am Großen Stern steht, befand sich ursprünglich direkt vor dem Reichstag. Im Zuge der Pläne für den Bau der „Welthauptstadt Germania“ durch die Nationalsozialisten musste sie von ihrem ursprünglichen Standort weichen und wurde nie wieder zurückversetzt.

Schöner Blick vom gegenüberliegenden Ufer

Zugegeben: Du musst ein Stück laufen oder eine Fahrt mit dem Ausflugsdampfer buchen. Aber vom gegenüberliegenden Ufer der Spree hast du einen einzigartigen Blick auf den Reichstag. Neben dem Brandenburger Tor ist der Reichstag für uns ein weiteres Symbol der Freiheit.

Wenn du dich für die Schaltstelle der politischen Macht in Deutschland interessierst, kannst du einen Spaziergang durch das Berliner Regierungsviertel anschließen. Mit dem Band über die Spree ist ein modernes architektonisches Meisterwerk entstanden, das niein seiner ursprünglichen Idee nie verwirklicht wurde.

Bernauer Straße

Kennst du die Bilder vom 13. August 1961? Menschen springen in Berlin aus dem Fenster in die Freiheit. Das Gebäude befand sich im sowjetischen Sektor. Der Gehweg davor gehörte zum Sektor der französischen Alliierten. Die Schließung der Grenze versetzte die Menschen im sowjetischen Sektor in Panik. Nicht alle überlebten den Sprung: Es gab Todesopfer, die das Sprungtuch verfehlten oder in Panik auf den Gehweg sprangen.

Menschen fliehen sich durch einen Sprung aus dem Fenster nach West-Berlin. 7. Oktober 1961. Foto: Central Intelligence Agency (CIA), Public Domain. Quelle: Wikipedia Commons

Die DDR-Staatsführung reagierte auf die massive Fluchtbewegung: Die Menschen mussten die Wohnungen an der Straßenfront verlassen. Türen und Fenster wurden zugemauert. Später erfolgte der Abriss der Häuser. An ihrer Stelle zog sich der Todesstreifen entlang.

Berühmtheit erreichte auch das Foto der Flucht von Conrad Schumann, der als junger Soldat über den Stacheldraht sprang und im Sprung seine Waffe wegwarf. Heute erinnert eine Skulptur an die Flucht. Das Foto ist auf einer Giebelfassade dargestellt. Schumann lebte in Bayern, doch glücklich wurde er nicht: Im Alter von 56 Jahren nahm er sich das Leben.

Gedenk- und Erinnerungsstätte

Nach der Wende wurde der Todesstreifen nicht wieder bebaut. Heute ist es eine Gedenkstätte mit Informationen über den Mauerbau und die Zeit der Teilung. Du siehst die Reste eines Friedhofs und eine moderne Kapelle. Beides erinnert an die Versöhnungskirche, die mitten im Grenzgebiet stand und im Jahre 1985 gesprengt wurde, weil sie die freie Sicht auf den Todesstreifen blockierte.

Der Verlauf der einstigen Mauer ist mit Eisenstangen aus Stahl nachgezeichnet. Du kannst dir Infokästen anschauen und Berichte von Zeitzeugen anhören. Eine von ihnen war die ostdeutsche SPD-Politikerin Regine Hildebrandt. Als junge Frau lebte sie in einem der Häuser, die später abgerissen wurden.

Mauerdenkmal

Ein Teilstück der Mauer mit dem Todesstreifen wurde rekonstruiert. Du schaust es von einer Aussichtsplattform an. Der Zutritt ist kostenlos. In der Ausstellung erfährst du Details zum Mauerbau. Mit unseren Enkelkindern waren wir in der Kreativwerkstatt, die Teil der Dauerausstellung ist. Dort haben die Kinder Bilder über ihre Vorstellung von der Mauer gemalt. Für die Generationen, die diesen Teil der Geschichte nicht erlebt haben, ist die Gedenkstätte nicht nur lehrreich, sondern auch sehr interessant.

Friedrichsstraße: Verbindung von Ost nach West

Die Friedrichstraße bietet uns drei Highlights, die vier immer wieder gern besuchen. Unser viertes hat leider geschlossen: Es war ein asiatisches Bufettrestaurant, in dem wir uns sehr gut und einigermaßen günstig satt gegessen hatten. Nachdem die Inhaber betrogen wurden und Handgreiflichkeiten ausgesetzt waren, schloss das Yukka-Buffet. Schade! Ich hätte es dir gern empfohlen.

Doch auch ohne unser einstiges Lieblings-Buffet hat die Friedrichstraße viel Sehenswertes zu bieten. Sie hat eine Länge von mehr als drei Kilometern und zieht sich schnurgerade vom Mehringplatz in Berlin-Kreuzberg bis zur Kreuzung Torstraße/Chausseestraße/Hannoversche Straße in Mitte.

Zu den Sehenswürdigkeiten in der Friedrichstraße zählen der ehemalige Grenzübergang Checkpoint Charlie, das bekannte Revuetheater Friedrichstadtpalast und der Admiralspalast, ein Theater aus dem Jahre 1911.

Du shoppst gern? Zwischen der Straße „Unter den Linden“ und dem Checkpoint Charlie findest du viele internationale Geschäfte. Die Galerie LaFayette ist 2024 nach 30 Jahren leider ausgezogen. Künftig wird das Gebäude als Wohn- und Geschäftshaus genutzt.

Tränenpalast

Der Bahnhof Friedrichstraße war während der Teilung ein Grenzübergang. Heute siehst du davon leider nichts mehr. Auf der nördlichen Seite befand sich ein Terminal, der von DDR-Bürgern genutzt wurde, die zu Besuch in die BRD fahren durften. Wer einen erfolgreichen Ausreiseantrag gestellt hatte, verabschiedete sich dort für unbestimmte Zeit von seinen Freunden und Verwandten. Dies gab dem Terminal den Namen „Tränenpalast“.

Heute ist der Tränenpalast Museum und Erinnerungsstätte. Du zahlst keinen Eintritt. Die Einrichtung ist in großen Teilen noch im Original erhalten.

Meine Mutter durfte mehrfach ausreisen, um ihre Verwandten zu besuchen. Sie überquerte die Grenze am Tränenpalast und hatte, wie sie auch Jahre später noch erzählte, immer ein ungutes Gefühl. Uns Kinder musste sie ja zurücklassen. Wenn sie nach ihrem Besuch wiederkam, war sie von dem Überfluss regelrecht geblendet. Das erging uns am 10. November 1989 nicht anders.

Kulturkaufhaus Dussmann

Unser absoluter Favorit in der Friedrichstraße ist das Kulturkaufhaus Dussmann. Dort bekommst du grenzenlosen Lesestoff auf drei Etagen. Im Untergeschoss ist eine Musikabteilung. Überall findest du bequeme Sessel in Leseecken, sodass du nach Herzenslust stöbern kannst. Die Öffnungszeiten sind für Lerchen und Eulen gleichermaßen geeignet: Das Kulturkaufhaus öffnet vormittags und schließt Mitternacht. Leseratten sollten sich unbedingt Zeit für einen Besuch nehmen.

East Side Gallery

Unser letztes Highlight, welches wir dir für deinen Berlin-Besuch empfehlen möchten, ist die East Side Gallery. Sie liegt etwas mehr als vier Kilometer von der historischen Mitte entfernt. Der Bus der Linie 300 bringt dich dorthin. Alternativ nutzt du die S-Bahn vom Bahnhof Friedrichstraße zur Warschauer Straße. Sie fährt auf dem oberen Bahnsteig ab. Wenn du zu Fuß laufen möchtest, benötigst du etwa eine Stunde.

Die East Side Gallery ist das längste, im Original erhaltene Mauerstück. Auch ein Teil der Hinterlandmauer und der sogenannte Todesstreifen, der sich bis zur Spree erstreckte, sind noch nachvollziehbar. Die Spree bildete die Grenze.

In den 1990er-Jahren begannen Künstler mit der Gestaltung der Mauerfläche, die dem Osten Berlins zugewandt war. Es entstanden Kunstwerke, die berühmt wurden. Allen voran der Bruderkuss: Wir wurden von Besuchern der Stadt schon häufiger gefragt, wo dieses Bild zu sehen ist. Wenn du mit dem Bus der Linie 300 fährst, steigst du an der Tamara-Danz-Straße aus. Etwa in diesem Bereich kannst du das Kunstwerk bewundern.

Der sowjetische Staatschef Leonid Breschnew besuchte im Oktober 1979 die DDR, um an den Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag teilzunehmen. Zur Begrüßung tauschte er mit dem DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker den „sozialistischen Bruderkuss“ in einer besonders herzlichen Form aus. Das Foto nahm der französische Fotograf Régis Bossu auf.

Der Kuss war keine Idee der beiden Staatschefs: Allen Frontmänner des Ostblocks gaben sich diesen Schmatzer, um die enge Verbundenheit zueinander zu signalisieren. Allerdings berührten sich die Lippen anderer Staatschefs ein wenig dezenter.

Nimm dir Zeit und schau dir auch die anderen Kunstwerke an. Wir haben bis heute im Hinterkopf, dass wir auch hier eine Straße entlang spazieren, die einst zum Grenzgebiet gehörte. Dass sich diese Mauer mitten durch Berlin zog und Menschen voneinander trennte, wird an der East Side Gallery besonders deutlich.

East Side Park

Der East Side Park entstand ab den Nuller Jahren auf dem ehemaligen Grenzstreifen. Heute befinden sich dort die Uber Arena, ein großer UCI-Kino-Komplex und die Verti-Music-Hall, in der Künstler vor einem kleineren Publikum spielen.

Angefangen hat alles mit der o2 World. Im Jahre 2014 stand sie recht einsam auf dem heutigen Uberplatz. Als wird dort ein Konzert von Madonna besuchten, konnte uns unser Freund im Auto direkt vor dem Eingang absetzen. Das wäre heute nicht mehr möglich.

Mercedes-Benz übernahm den Namen und den Platz und hielt ihn über mehrere Jahre. Heute besuchst du für Konzerte die Uber-Arena am Uber-Platz. Ich bin gespannt, welche Namen in den nächsten Jahrzehnten folgen werden.

Ich finde, der Platz ist heute kaum noch wiederzuerkennen. Im Jahre 2014 waren wir das erste Mal dort: Unser Sohn hatte sich beim Fußball verletzt und konnte nicht laufen. Sightseeing musste trotzdem sein, schließlich waren Ferien. Wir haben unseren Kindern ganz viel über die DDR und die Teilung erzählt. Heute setzen wir das mit den Enkeln fort.

Für die individuelle Geschichtsstunde vor Ort warf der Papa den Sohnemann lässig über die Schulter. Wenn ich heute an dieser Ampel stehe, muss ich an den Nachmittag denken. Es war wirklich etwas beschwerlich, den damals Zwölfjährigen durch Berlin zu tragen. Doch wir waren manchmal einfach ein bisschen verrückt.

Heute bin ich immer wieder fasziniert, wie sehr sich der Platz verändert hat. Es ist das einzige Bild der alten o2-World, das ich aufgenommen habe. Das Areal ist wirklich nicht wiederzuerkennend.

Die Spree

Die Spree bildete die Grenze zwischen den Bezirken Friedrichshain in Ost-Berlin und Kreuzberg in West-Berlin. Im Zuge der letzten Gebietsreform sind beide Bezirke miteinander verschmolzen. Die Oberbaumbrücke bildet die Verbindung: Auch sie war einst ein Grenzübergang.

Einige Mauerteile sind aus der East Side Gallery entfernt worden, um dir die Möglichkeit zu geben, zur Spree zu laufen, dich dort ein wenig auszuruhen oder bei einem Spaziergang zu erholen.

Diesen Bereich kannst du alternativ mit einem Ausflugsschiff entdecken: Einige Routen führen bis zur Oberbaumbrücke. Von der Spree aus bekommst du einen anderen Blick auf Berlin, der auch dann faszinierend ist, wenn du glaubst, alles zu kennen.

Das waren unsere fünf historischen Hotspots in Berlin. Hast du Lust, die Geschichte der Stadt zu entdecken? Es gibt noch viel mehr zu sehen: Im dritten Teil unserer kleinen Serie verlassen wir die Mitte und zeigen dir, was es in den Außenbezirken zu sehen gibt.


Lust auf gutes Essen oder einen Snack in der Nähe?

Sind wir in der Hauptstadt unterwegs, darf es gern schnell gehen. Kulinariker sind wir nicht, aber vielleicht sind unsere Tipps dennoch genau das Richtige für dich? Hier sind unsere drei Empfehlungen in der Nähe unserer historischen Orte in Berlin.

Der beste Döner der Stadt … finden wir

Einen teuren, aber besonders lecken Döner bekommst du exklusiv mit einem Blick aufs Brandenburger Tor serviert.Während du Nationalgericht der Berliner genießt, befindest du dich mitten im Herzen der Stadt. Das ist schon ein besonderes Ambiente.

Für uns ist es der leckerste Döner der Stadt. Doch wenn du zehn Einheimische fragst, bekommst du zehn verschiedene Antworten. Unsere Söhne, sie sind faktisch Döner-Experten, finden den Imbiss in der Nähe des Brandenburger Tors zu teuer und zu kommerzlastig. Nicht individuell genug. Wir lieben und empfehlen ihn!

Der Imbiss hat ganzjährig geöffnet: Wenn du bei niedrigen Temperaturen Lust auf einen Sattmacher verspürst, musst du bis zu dem Imbiss nicht weit laufen. Wie du auf dem Foto siehst, ist das Brandenburger Tor in Sichtweite.

Übrigens: In diesem Teil Berlins hast du nicht so viele Möglichkeiten, einen „originalen“ Döner zu probieren. Es gibt einen kleinen Dönerimbiss an der Friedrichstraße. Doch dieser hat leider keine Sitzgelegenheit. Ansonsten konzentrieren sich die Läden in den Straßen der Stadtteile Kreuzberg, Charlottenburg oder Reinickendorf. Im Osten Berlins ist die Döner-Dichte nicht so hoch wie im Westen der Hauptstadt.

Das Altberliner Restaurant

Wir lieben die Altberliner Restaurants wegen ihrer Lage und dem besonderen Flair. Du bekommst Currywurst, Kartoffelsuppe oder Schnitzel: Die Gerichte sind handverlesen, alle haben irgendetwas mit Berlin zu tun.

Unser Favorit befindet sich auf dem Ku’Damm gegenüber dem einstigen Café Kranzler. Doch davon bist du in der Straße „Unter den Linden“ etwas weiter entfernt. Deshalb empfehlen wir dir das dortige Restaurant. Du kannst fast das ganze Jahr draußen sitzen. Decken, eine Überdachung und ein Heizstrahler sorgen für eine annehme Atmosphäre.

Block House: In der Friedrichstraße oder am Alex

Im Bock House bekommst du amerikanische Küche. Wir lieben das Ambiente dort: Die coolen Kellner, die Organisation – es geht immer angenehm fix – und wir bekommen immer einen Platz. Auch am Samstag Abend kannst du nicht reservieren: Manchmal stehst du ein wenig an, aber das Personal ist sehr gut organisiert.

Wie die Gastro allgemein, ist auch das Block House teuer geworden. Aber ab und zu gönnen wir uns dort den besonderen Cheeseburger, den Cole Slaw und ein echtes argentinisches Steak … für uns bitte durchgebraten!

Kennst du diesen Teil Berlins, hast du den Döner am Brandenburger Tor probiert oder hast du Fragen? Schreib es gern in die Kommentare.

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HB 2026-11

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