Von Berlin nach Warnemünde mit dem Deutschlandticket: ein Wintertag an der Ostsee

Von Berlin nach Warnemünde mit dem Deutschlandticket: ein Wintertag an der Ostsee

Wir lieben das Meer und hatten spontan Lust, für einen Spaziergang an die Ostsee zu fahren. Von Berlin nach Warnemünde kannst du mit dem Deutschlandticket ohne Zusatzkosten reisen. Die Fahrzeit beträgt etwa dreieinhalb Stunden. Du steigst dreimal um, aber das gestaltete sich sehr entspannt. Sechs Stunden spazierten wir entlang des alten Stroms zur Mole und liefen dann am Strand entlang. In einem griechischen Restaurant wärmten wir uns auf, bevor wir noch einmal den weiten Blick auf die Ostsee und die Schiffe genossen, die auch im Winter den Hafen ansteuern oder verlassen. Die kleine Auszeit an einem Sonnabend im Februar hat uns gut getan.

Blick von der Mole auf den Strand von Warnemünde. Die Ostsee war trotz tagelanger Minusgrade nicht zugefroren

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Fahrzeit vom Berliner Hauptbahnhof nach Warnemünde beträgt etwa dreieinhalb Stunden
  • Du musst in Neustrelitz und am Rostocker Hauptbahnhof umsteigen
  • Sechs Winterstunden sind für einen schönen Spaziergang ausreichend
  • Plane einen Restaurantaufenthalt zum Aufwärmen ein
  • Beobachte Schiffe, die Wellen und Wasservögel
  • Im Winter ist die Luft am Meer besonders klar, der Erholungsfaktor ist hoch
  • Leider ist die Ostsee am Strand von Warnemünde nicht zugefroren

Berlin-Warnemünde mit dem Regio: Die Anreise im Winter

In den Wintermonaten gibt es zwischen Berlin und Warnemünde keine direkte Verbindung. Du beginnst deinen Tagestrip am Berliner Hauptbahnhof mit dem Regionalexpress der Linie 5 nach Stralsund. Er fährt im Untergeschoss ab. Wir kamen mit dem RE1 aus Werder (Havel) und mussten vom obersten Geschoss in den Keller wechseln. Das war in mehr als zehn Minuten Umstiegszeit aber gut zu bewältigen. Da wir wissen, dass die Fahrstühle entweder kaputt, voll oder zu langsam sind, nutzten wir die Rolltreppen.

Zwei Umstiege – keine Probleme

Der Regionalexpress RE5 fährt nach Stralsund. In den Sommermonaten gibt es eine Parallellinie mit Direktverbindungen nach Warnemünde. Diese konnten wir im Februar nicht nutzen. So fuhren wir bis Neustrelitz und stiegen dort aus. Die Fahrzeit von Berlin betrug etwa 75 Minuten. Der Zug war pünktlich.

Auf der Hinreise mussten wir den Bahnsteig nicht wechseln. Die Regionalbahn RE50 nach Rostock Hauptbahnhof stand auf dem überliegenden Gleis bereit. Wir konnten sofort einsteigen und fanden einen Platz mit einem Tisch und Steckdosen. Der Komfort hat uns überrascht. Die Regionalbahnen rund um Berlin sind nicht so gut ausgestattet.

Mit der S-Bahn nach Warnemünde

Vom Rostocker Hauptbahnhof fahren mehrere S-Bahn-Linien nach Warnemünde. Wenn du aus Berlin kommst, bist du vielleicht ein wenig verwundert: Die S-Bahnen sehen aus wie unsere Regionalbahnen. Vielleicht war der RE50 deshalb komfortabler ausgestattet?

Normalerweise beträgt die Umstiegszeit 13 Minuten. Doch wir erwischten den falschen Bahnsteig, weil wir uns, wie aus Berlin gewohnt, direkt zum S-Bahnsteig begaben. Dort wunderten wir uns, warum um 12.37 Uhr keine Bahn abfuhr. Die einfache Erklärung: Die S-Bahnen verkehren auch von den Regionalbahnsteigen. Und so sahen wir nach einigen Minuten unsere S-Bahn davonfahren. Wir hätten uns zum Gleis 6 begeben müssen. So mussten wir zehn Minuten länger warten. Vielleicht war das gar nicht so verkehrt, denn es fuhren viele Fans zum Spiel von Hansa Rostock ins Ostseestadion. Wir begegneten ihnen in der Regionalbahn. Sie begaben sich zum Gleis 6, sodass diese S-Bahn vermutlich sehr voll war.


🚂 Berlin – Warnemünde im Winter mit dem Deutschlandticket

  • Berlin – Neustrelitz: RE5 von Berlin Hauptbahnhof Richtung Stralsund. Ausstieg Neustrelitz. Fahrzeit 75 Minuten. Zug verkehrt stündlich.
  • Neustrelitz – Rostock Hbf: RE50 von Neustrelitz nach Rostock Hauptbahnhof. Dort aussteigen. Fahrzeit 80 Minuten. Zug verkehrt stündlich. Umstiegszeit 7 Minuten. Kein Bahnsteigwechsel erforderlich
  • Rostock Hbf – Warnemünde: S-Bahn von Rostock-Hauptbahnhof nach Warnemünde. Fahrtzeit 15 Minuten. Bahn verkehrt alle 10 Minuten. Bahnsteigwechsel erforderlich
  • Gesamte Fahrzeit Berlin Hbf – Warnemünde mit Umstieg: Drei Stunden und 15 Minuten
  • Rückreise Identische Verbindung. In Neustrelitz ist ein Bahnsteigwechsel erforderlich. Die Umstiegszeit beträgt 11 Minuten. Das ist auch bei geringfügiger Verspätung gut zu schaffen.

Reisen in der 1. Klasse

Wenn wir mit unserem Deutschlandticket längere Strecken im Regio zurücklegen, kaufen wir uns ein Übergangsticket für die Nutzung der Plätze in der 1. Klasse. Dort sind die Sitze etwas größer. Wenn du nicht einen sehr alten Zug erwischst, sitzt du an einem Tisch und hast Steckdosen zur Verfügung. Was uns darüber hinaus auffällt: Das Personal ist besonders freundlich.

Um in der 1. Klasse zu reisen, benötigst du ein sogenanntes Übergangsticket. Voraussetzung für den Erwerb ist, dass du einen gültigen Fahrschein besitzt. Das Deutschlandticket berechtigt dich zur Fahrt in der 1. Klasse.

Vorab brauchst du kein Ticket lösen. Du nimmst in der 1. Klasse Platz und wartest, bis der Zugbegleiter kommt. Das ist legitim, wir hatten oft nachgefragt. Eine Vorabbuchung ist somit nicht erforderlich.

Im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) kostet ein Übergangsticket für die 1. Klasse 9,30 EUR für 24 Stunden. Wir finden das, gemessen an dem höheren Fahrkomfort, recht günstig. Wenn du den VBB verlässt wird es leider deutlich teurer: Die Kosten sollen bei 30 EUR pro Person liegen. Wir wechseln in die 2. Klasse, wenn der Zug über die Landesgrenze fährt. Bei unserer Fahrt nach Warnemünde wäre das in Fürstenberg/Havel gewesen. Doch wir durften auf der Hin- und Rückfahrt kulanterweise bis Neustrelitz in der 1. Klasse sitzen bleiben. Das betraf eine Station mit einer Fahrzeit von etwa 15 Minuten.

Spaziergang an der Ostseeküste in Warnemünde

Wir fuhren um neun Uhr aus Werder (Havel) los und waren kurz nach 13 Uhr in Warnemünde. Die Temperatur betrug minus ein Grad, es war trocken, ein paar Mal wagte sich die Sonne aus den dicken Wolken. Da unser Entschluss, an der Ostsee spazieren zu gehen, sehr spontan war, wussten wir nicht, ob es sich überhaupt lohnt. Gegen 19 Uhr wollten wir wieder nach Hause fahren. Doch es hat sich gelohnt: Aufgrund der niedrigen Temperaturen wäre ein längerer Spaziergang kaum möglich gewesen.


📍 Warnemünde – auf einen Blick

  • Lage: Seebad an der Mündung der Warnow in die Ostsee, nördlicher Stadtteil von Rostock in Mecklenburg-Vorpommern – von Berlin aus gut für einen Tagesausflug erreichbar.
  • Charakter: Ehemaliges Fischerdorf mit maritimem Flair. Zwischen „Altem Strom“, Leuchtturm und breitem Strand spürt man noch heute die Nähe zur Seefahrt.
  • Strand: Rund drei Kilometer feiner Sand direkt am Ort. Im Winter nicht so überlaufen – mit viel Weite, Wind und einem ganz eigenen Reiz.
  • Sehenswert: Der Leuchtturm, die West- und Ostmole, der markante Teepott und die kleinen Fischerboote am Alten Strom prägen das Ortsbild.
  • Anreise: Mit der S-Bahn ab Rostock alle zehn Minuten oder mit dem Auto über die Autobahn A19.

Vom Bahnhof Warnemünde läufst du nur wenige Schritte zu der Brücke, die über den Alten Strom führt. Der Blick über die Warnow, die an dieser Stelle in die Ostsee fließt, ist auch im Winter irgendwie romantisch.

Die dichten dunklen Wolken, die uns auf unserer Fahrt begleiteten, waren schon in Rostock verschwunden. Als wir auf die S-Bahn warteten, schien uns die Sonne auf die Nase. Dennoch merkten wir schnell, dass das Thermometer Minusgerade zeigt. Wir waren warm angezogen. Doch dass wir aufgrund unserer spontanen Planung erst mittags ankamen, war keine verschenkte Zeit. Uns blieben sechs Stunden: Wir ahnten, dass ein längerer Aufenthalt ohne Unterkunft nicht möglich war.

Vom Alten Strom zur Mole

Was wäre ein Besuch in Warnemünde ohne ein Backfischbrötchen? Ich esse keinen Fisch und bevorzuge Pommes, aber auch diese waren frisch, knackig und lecker. Mein Mann, gebürtiger Mecklenburger, genoss das Brötchen mit der typischen Remoulade. Wir zahlten 11,50 EUR für den kleinen Imbiss, das war okay. Nur kurz nahmen wir auf einer der Bänke Platz, dann liefen wir weiter zur Mole.

In den Nachrichten hatten wir mehrfach Bilder von der zugefrorenen Ostsee gesehen. Dicke Eisschollen türmten sich am Strand auf. Die Natur war unbändig. Doch in Warnemünde wurden wir diesbezüglich enttäuscht. Die Wellen rollten an den Strand, als wäre es Hochsommer. Fast bekamen wir Lust, baden zu gehen Sie umspülten die Steine der Mole, die dann aber doch mit Schnee bedeckt waren. Wir recherchierten kurz auf dem Smartphone und fanden heraus, dass wir zum Darß oder nach Rügen fahren müssten, um eine zugefrorene Ostsee bewundern zu können.

Die Hafeneinfahrt von Warnemünde wird von der Ostmole und der Westmole begrenzt. An den Spitzen stehen jeweils ein grünes und ein rotes Leuchtfeuer. Auf beiden Molen kannst du bis zum Ende spazieren gehen. Wir sind auf der Westmole gelaufen: Sie schließt sich direkt an den Alten Strom an.

Im Sommer sind wir regelmäßig in Warnemünde. Wir verbringen ein Wochenende auf dem Zeltplatz in Markgrafenheide und fahren mit dem Fahrrad in das kleine Fischerdorf. Oder wir machen einen Tagesausflug, um baden zu gehen. Im Winter waren wir bislang noch nie dort. Doch es hat einen besonderen Reiz. Wir werden es häufiger planen.

Lebendiges Treiben – trotz frischem Wind und Minusgraden

Uns hat fasziniert, dass sich das Leben der Menschen und der Vogelwelt an der Küste im Winter nur wenig vom Sommer unterscheidet. Es waren viele Menschen unterwegs, an dem Sonnabend, im Februar, den wir für unseren Trip ausgewählt hatten. In Mecklenburg waren noch Ferien und das Wetter war wirklich schön. Kein Regen, kein Schneetreiben, kein unangenehm eisiger Wind. Ab und zu kam auch am Nachmittag die Sonne raus. Dennoch waren die Minusgrade und der frische Wind an der Spitze der Mole besonders deutlich zu spüren. Im Sommer sitzen wir gern auf den Steinen und beobachten die Boote, die Wellen und die Wasservögel. Das war leider nicht möglich.

Dennoch pulsiert das Leben: Du kannst dich am Alten Strom für eine Hafenrundfahrt entscheiden. Die Fähren verkehren nach Dänemark und Schweden, wenn auch nicht so oft, wie im Sommer. Fischerboote und die Küstenwache verlassen den Hafen oder kehren zurück. Die Möwen kreischen, ein Kormoran trocknete sein Gefieder, die Enten und Lietzen – so nennen wir in Berlin die Blessralle – schwammen im eiskalten Wasser.

Für uns brachte der Spaziergang auf der Mole den Hauch des leichten Sommers zurück. Auch, wenn der Wind und unsere kalten Hände immer wieder daran erinnerten, dass die warme Jahreszeit noch ein paar Monate entfernt ist.

Wir verbrachten mehr als eine Stunde auf der Mole, saßen auf den Steinen an der Spitze und auf einer Bank, um das Meer auf uns wirken zu lassen. Danach waren wir ziemlich durchgefroren und hofften, das uns ein Spaziergang am Strand wieder ein bisschen innere Wärme zurückbrachte. Unsere Thermoskanne mit warmem Tee war zu diesem Zeitpunkt bereits leer.

Strandspaziergang in Winterstiefeln

Durch eine kleine Öffnung der Mauer kommst du von der Mole zum Strand, ohne dass du zurück zum Alten Strom laufen musst. Der Sand, der im Sommer weich und unter den Füßen schön warm ist, war mit einer gefrorenen Schneedecke überzogen. Stellenweise war es glatt. Einige Kinder nutzen einen Dünenberg zum Schlittenfahren. Wir liefen zum Ufer. Dort konnten wir sicher laufen, die Wellen hatten den Schnee weggespült.

Am Ufer des uns so vertrauten Strandes bekamen wir wirklich Lust, baden zu gehen. Die Wellen rollten an den Strand, das Wasser war klar, die Luft auch. Wir saßen einen Augenblick im Sand, liefen dann aber doch weiter. Die vertraute Kulisse mit dem Teepott und dem alten Leuchtturm wirkte weit und ruhig. Der Erholungsfaktor ist höher als im Sommer, wenn der Strand an den Wochenenden überfüllt ist.

Es ging nur ein leichter Wind, doch wir waren mittlerweile knapp drei Stunden draußen und mussten uns dringend aufwärmen. Wir sahen die Fahne eines griechischen Restaurants, das wir von früheren Besuchen kannten. Dort wollten wir einen Tee trinken.

Etwa 700 Meter liefen wir am Ufer entlang, bevor wir den breiten Strand überquerten und hofften, dass der Grieche geöffnet hatte. Es war etwa 16 Uhr: Wir wussten, dass einige Restaurants in den Wintermonaten erst am Abend öffneten. Doch es war Sonnabend, wir hatten Glück. Auch, dass wir einen Platz bekamen: Ab 18 Uhr wäre alles ausgebucht, sagte der Kellner und zeigte uns einen Tisch direkt am Fenster. In der Ferne sahen wir das Meer. Toll! Wir beschlossen spontan, zu dem geplanten Tee ein Essen zu bestellen.

Ein Restaurantbesuch zum Aufwärmen

Planst du einen Tagestrip von Berlin nach Warnemünde, solltest du einen Besuch in einem Restaurant einkalkulieren. Wir hatten Glück, mit dem freien Tisch, doch am Wochenende, dazu noch in den Ferien, ist eine Reservierung empfehlenswert. Auch dicke Wintersachen, warme Schuhe und eine Mütze verhindern nicht, dass du nach einem langen Spaziergang auskühlst.

Es gibt in Warnemünde leider keine Schnellrestaurants, in denen du dich bei einem Kaffee oder Tee aus dem Pappbecher ein wenig aufwärmen kannst. Dafür hast du eine große Auswahl an Gaststätten, die unterschiedlichste Spezialitäten anbieten. Direkt neben dem Griechen, der direkt an der Strandpromenade gelegen ist, gibt es ein italienisches Restaurant. Kleinere Bars findest du am Alten Strom. Und auch in der kleinen Innenstadt kannst du essen gehen.

Das Restaurant Hellas in Warnemünde ist wirklich eine Empfehlung. Die Preise sind branchentypisch. Uns hat gefallen, dass es alle Gerichte mit geringerer Menge zu einem um zwei bis drei Euro reduzierten Preis angeboten wurden. Uns hat das klassische Gyros nach einer Vorspeise mit Knoblauchbrot uns Tzaziki völlig ausgereicht.

Der Weg zurück zum Bahnhof Warnemünde

Gegen 17.45 Uhr verließen wir das Restaurant. Uns war wieder warm, und wir hatten wirklich lecker gegessen. Wir überlegten, ob wir mit dem Bus zum Bahnhof fahren: Aus dem Fenster des Restaurants hatten wir gesehen, dass er etwa alle zehn Minuten fuhr. Die Haltestelle befindet sich direkt vor dem Eingang. Doch wir entschieden uns, am Strand zurückzulaufen. Obwohl es in der nächsten halben Stunde dunkel wurde, wollten wir das Meer noch einmal genießen.

Auf unserem Rückweg war der Strand menschenleer. Das hat uns richtig gut gefallen. Im Sommer ist es auch am Abend nahezu ausgeschlossen, dass du an dem zentral gelegenen Abschnitt allein bist.

Wir schlüpften wieder durch die kleine Maueröffnung in der Wand der Mole und liefen über den Alten Strom zurück zum Bahnhof. Auch dort waren nur wenige Menschen unterwegs. Die Restaurants hatten noch geöffnet und boten Sitzplätze draußen an. Unter Wärmelampen und einer Decke lässt es sich vielleicht aushalten. Die Atmosphäre ist wirklich schön. Aber nach unserem langen Winterspaziergang hätten wir nicht draußen sitzen können. Uns wurde auf dem Rückweg schnell wieder kalt.

Es waren noch einmal drei Kilometer zu laufen, bis wir den Bahnhof erreicht hatten. Eine S-Bahn stand schon bereit. Die Wärme der Heizung tat gut. Die Temperatur hatte sich auf dem Rückweg noch einmal deutlich abgekühlt.

Die Promenade mit dem alten Leuchtturm und dem Teepott

Auf deinem Rückweg zum Bahnhof nach Warnemünde kannst du auch über die Promenade laufen, die sich parallel zum Strand über eine Länge von zwei Kilometern zieht. Der Weg ist etwa einen halben Kilometer kürzer.

Du kommst an dem alten Leuchtturm vorbei und am Teepott. Das Café aus DDR-Zeiten steht heute unter Denkmalschutz und prägt die Kulisse von Warnemünde. In dem Bereich kannst du shoppen, einen Imbiss einnehmen oder aus verschiedenen Restaurants wählen. Alle Geschäfte sind auch in den Wintermonaten geöffnet.

Wir waren schon so oft auf der Promenade, dass wir uns für den Strand entschieden. Vom Ufer hast du einen schönen Blick auf den Teepott und den alten Leuchtturm. Er ist tagsüber geöffnet, du hast einen schönen Blick über den kleinen Ort und die Ostsee.

Spaziergang durch die Innenstadt

Möchtest du nicht nur das Meer sehen, kannst du deinen Spaziergang erweitern und die niedliche Innenstadt von Warnemünde kennenlernen. Im Zentrum befindet sich der Marktplatz mit der Kirche. Von diesem gehen kleine Straßen mit historischem Pflaster und einer maritim anmutenden Bebauung ab.

In der Innenstadt findest du Cafés, Discounter, aber auch kleine Boutiquen mit Bekleidung und individuellen Angeboten, in denen du stöbern kannst.

Fünf Tipps für deinen Tagesausflug von Berlin nach Warnemünde im Winter

Hast du Lust auf einen Winterspaziergang am Meer bekommen? Dann gibt es einige Kleinigkeiten, die du planen und berücksichtigen solltest, wenn es wirklich ein schöner und gelungener Tag werden sollte. Die Frage, ob es sich überhaupt lohnt, würden wir eindeutig mit „ja“ beantworten. Wenn du kein Deutschlandticket hast oder nicht drei Stunden mit dem Regio unterwegs sein möchtest, kannst du auch mit dem Auto fahren. Von Berlin bist du etwas mehr als zwei Stunden unterwegs.

Du kommst von der A19 und fährst in Richtung Überseehafen durch den Warnowtunnel. Dieser ist kostenpflichtig, aber du sparst Zeit und Kilometer. Wenn wir mit dem Auto fahren, nutzen wir auf der Hinfahrt den Tunnel und fahren zurück über die A20, um die Gebühren von etwa 5 EUR zu sparen. Gegenüber dem Neptunhotel gibt es ein Parkhaus. Im Sommer 2025 kostete die Tageskarte etwa 18 EUR.

Unabhängig davon, ob du mit dem Auto oder dem Regio nach Warnemünde fährst: Unsere Tipps beziehen sich auf den Spaziergang im Meer

Bitte warme Kleidung anziehen

Unterschätze die Zeit nicht, die du im Freien unterwegs bist: Fünf bis sechs Stunden bei Temperaturen rund um den Gefrierpunkt erfordern eine warme Jacke, darunter einen Pullover oder ein Shirt mit dünnerer Jacke. Das bevorzuge ich, weil ich im Zug oder im Auto nicht so gern warm angezogen bin.

Mein Mann trug weder Mütze noch Handschuhe, das rächte sich ein wenig. Sein Jacke hatte eine Kapuze, die Hände wurden nicht mehr so recht warm. Deshalb beides nicht vergessen!

Warme Schuhe sind ein Muss. Von Vorteil ist es, wenn sie eine rutschfeste Sohle haben. Auf dem Kopfsteinpflaster am Alten Strom und der Westmole war es stellenweise sehr glatt. Auch auf dem überfrorenen Sand im Strandabschnitt hast du mehr Halt, wenn deine Sohle nicht so schnell wegrutscht.

Kaffee oder Tee wärmen von innen

In einer guten Thermoskanne kannst du Kaffee oder Tee über einen Zeitraum von bis zu zwölf Stunden warmhalten. Sie nimmt Platz im Rucksack oder der Tasche weg, aber das warme Getränk hilft, den langen Spaziergang mehr zu genießen.

Entspannt auf einer Bank sitzen? – Eher nicht

Die Schauspielerin Simone Thomalla sagte während ihrer Teilnahme bei der Fernsehsendung „Let’s Dance“ einen Satz, der sich bei mir eingebrannt hat.

An der Ostsee sitze ich einfach nur da und glotze aufs Meer.

Simone Thomalla (Schauspielerin)

Das entspricht uns: Aufs Meer oder auf die Havel zu „glotzen“, kann so erholsam sein. Doch bei niedrigen Wintertemperaturen ist es nicht möglich, zu sitzen und die Wellen, Boote und Wasservögel zu beobachten. Es ist einfach zu kalt.

Stelle dich darauf ein, dass du viel läufst, um dich warm zu halten. Obwohl wir gar nicht im Zentrum von Warnemünde waren, sind wir sechs Kilometer gelaufen. Unsere Pausen im Sitzen waren sehr kurz.

Essen gehen in Warnemünde

Viele Restaurants gibt es in Warnemünde: Entlang des Alten Stroms, an der Promenade, in der Innenstadt, an der Ostmole und im Bereich des Bahnhofs. Griechisch, italienisch, ein Broiler als Hommage an die DDR, südamerikanische Küche und natürlich Fisch: Die Auswahl ist riesig. Die Preise sind im mittleren und gehobenen Bereich angesiedelt: Preiswerter sind die Imbissbuden, die du ebenfalls in großer Auswahl findest. Das Essengehen ist aber etwas Besonderes: Das Flair in vielen Restaurants ist einfach schön.

Stündliche Zugverbindungen in beide Richtungen

Wir sind Mittags in Warnemünde angekommen. In der Wahl deiner Zeit bist du flexibel: Wenn du früher aufbrechen möchtest, ist das kein Problem: Der erste Regio fährt 4.46 Uhr vom Berliner Hauptbahnhof. Die letzte Regionalbahn von Rostock startet um 21.24 Uhr.

Sechs Stunden haben wir am Strand und beim Essen gehen verbracht. Das ist, auch bezogen auf das Winterwetter, ausreichend. Die gleiche Zeit verbringst du noch einmal im Zug. In beide Richtungen startet der Regio stündlich: So kannst du deinen Tagestrip flexibel planen.

Unsere Rückfahrt nach Berlin

Auf der Rückfahrt hast du einmal stündlich eine Verbindung vom Rostocker zum Berliner Hauptbahnhof. Du startest zur vollen Stunde am Bahnhof in Warnemünde und steigst, wie auf der Hinreise, am Hauptbahnhof Rostock und in Neustrelitz um. Wir sind um 19 Uhr aus Warnemünde losgefahren und waren um 22.15 Uhr in Berlin. Der Zug fährt weiter zum Südkreuz: Vielleicht ist es für dich die bessere Option. Wir mussten mit dem RE1 noch einmal 40 Minuten nach Werder (Havel) fahren.

Unser Fazit: Der Wintertag an der Ostsee lohnt sich

Wir haben den Tag genossen und möchten den Trip bald wiederholen. Das nächste Mal wählen wir etwas höhere Temperaturen, sodass wir wieder ein bisschen länger sitzen und aufs Meer schauen können. Die kleine Auszeit ist eine prima Abwechslung zum Alltag. Wenn du das Deutschlandticket nutzt und auf die 1. Klasse verzichtest, zahlst du faktisch keine Fahrtkosten. Der Wintertag an der Ostsee ist ein kleines Durchatmen, das richtig gut tut. Probiere es einfach mal aus!


❓ FAQ: Berlin – Warnemünde mit dem Deutschlandticket

Kann man mit dem Deutschlandticket nach Warnemünde fahren?
Ja. Warnemünde ist mit Regionalzügen erreichbar. In der Regel musst du in Rostock umsteigen.

Wie lange dauert die Fahrt von Berlin nach Warnemünde?
Vom Berliner Hauptbahnhof bis Warnemünde steigst du im Winter zwei Mal um und bist etwa drei Stunden unterwegs.

Was lohnt sich in Warnemünde im Winter besonders?
Der Strandspaziergang: weniger Menschen, mehr Weite, klare Luft. Mole, Leuchtturm und Alter Strom wirken in der Nebensaison ruhiger und intensiver.

Eignet sich Warnemünde im Winter für einen Tagesausflug?
Ja – wenn du am Vormittag startest und die Rückfahrt für den Abend planst. Für fünf bis sechs Stunden Strand, Mole und eine Pause am Alten Strom ist das ideal.

Was sollte man für einen Wintertag an der Ostsee einpacken?
Winddichte Jacke, Mütze, warme Schuhe – und eine Thermosflasche mit Kaffee oder Tee. Am Strand ist es durch den Wind oft kälter als erwartet.


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HB 2026-08

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