Bootstouren in Werder (Havel): Erlebe die Stadt vom Wasser aus
Bootstouren in Werder (Havel) bieten dir Spaß, manchmal ein wenig Abenteuer, vor allem aber ganz viel Natur. Du lernst unsere Stadt aus einer anderen Perspektive kennen. Baden, Wasservögel beobachten, angeln: Die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung sind auf der Havel vielseitig. Ein eigenes Boot oder ein SUP musst du nicht zwingend besitzen: Es gibt an der Inselbrücke einen Bootsverleih. Bei freien Kapazitäten kannst du dein Abenteuer als Freizeitkapitän ohne Reservierung beginnen. Die meisten Leihboote und Charterjachten darfst du ohne einen eigenen Bootsführerschein fahren. Alternativ entscheidest du dich für ein SUP, ein Tretboot oder ein Paddelboot. Egal, welche Variante du wählst: Die Havel rund um Werder ist idyllisch und sie garantiert schöne Erlebnisse und ganz viel Erholung. Hier sind meine Tipps für deine Bootstour in der Havelstadt.

Das Wichtigste in Kürze:
- Möchtest du Werder (Havel) vom Wasser aus erleben? Die Möglichkeiten sind grenzenlos.
- Du kannst SUPs oder Paddelboote mieten und die Inselstadt umrunden.
- Motorboote stehen in verschiedenen Größen zum Verleih bereit.
- Für dein eigenes kleines Boot gibt es auf der Inselstadt öffentliche Steganlagen.
- Die Anmietung von größeren Yachten und Hausbooten für mehrtägige Ausflüge sind Alternativen für ein verlängertes Wochenende oder den Urlaub.
- Du suchst Spaß mit deinem eFoil? In Werder findest du optimale Bedingungen.
Werder (Havel): Ein kleines Paradies für Wassersportler
Werder wird von der Havel und mehreren Seen umschlossen. Unsere Stadt ist ein Paradies für Wassersportler, Baderatten und Freizeitkapitäne. Wenn die warme Jahreszeit beginnt, füllen sich die Wasserstraßen rund um unsere Stadt mit kleinen und großen Motorbooten und Segelyachten, die gemeinsam mit SUPs, Paddelbooten und Kajaks über das Wasser gleiten.
Ein eigenes Boot ist nicht erforderlich, um Werder vom Wasser aus zu entdecken: Du kannst dir für ein paar Stunden oder mehrere Tage ein Boot mieten und auf eigene Faust losschippern. Einen Führerschein benötigst du nicht zwingend.
Alternativ bringst du dein eigenes Board oder Boot mit und lässt es an der Uferstraße auf der Inselstadt ins Wasser. Das Slippen größerer Yachten ist an den Marinas in der Adolf-Damaschke-Straße möglich. Alternativ leihst du dir dort eine Charterjacht aus.

Von der Havel kannst du mit dem Boot auf die Spree, die Oder und die Elbe fahren. Von dort aus gelangst du auf mehrtägigen Touren zur Nord- oder Ostsee. Auch die Müritz ist über den Wasserweg erreichbar. Aufgrund dieses zusammenhängenden Wassernetzes ist die Havel bei Wassersportlern sehr beliebt.
Bootstouren mit und ohne Führerschein
Für Bootstouren in Berlin und Brandenburg benötigst du ab einer Motorisierung von mehr 15 PS einen Führerschein für Binnengewässer. Diesen erwirbst du in einer Bootsschule. Die Schulen bieten auch Führerscheine für Segelboote und Küstengewässer an. Den Nachweis brauchst du, wenn du eine Charteryacht ausleihst, mit der du auf die Nord- oder Ostsee fahren möchtest.
Viele Boote sind führerscheinfrei, weil sie die Motorisierung von 15 PS nicht übersteigen. Für das Führern größerer Hausboote oder einer Charteryacht kannst du direkt vor deiner Tour einen Charterschein erwerben.
Charterschein – was ist das?
Hausboote und Charteryachten haben oft einen Motor mit einer Leistung, die oberhalb von 15 PS liegt. Du darfst diese Boote ohne klassischen Bootsführerschein fahren, wenn du dem Ablegen einen Kurs für einen Charterschein absolvierst. Ein erfahrener Skipper weist dich in die wichtigsten Grundlagen des Führerscheins ein. Das dauert etwa drei Stunden.
Der Charterschein ist kostenpflichtig: Du zahlst 95 EUR pro Person. Beachte, dass nur Personen ans Steuer dürfen, die an der Einweisung beteiligt waren. Der Charterschein ist an das Boot und an die Zeit der Bootsmiete gebunden. Möchtest du häufiger ein führerscheinpflichtiges Boot ausleihen, ist es empfehlenswert, die Prüfung für den Bootsführerschein abzulegen.
Wichtig zu wissen: Wenn eine Person auf dem Boot im Besitz eines Bootsführerscheins für Binnenseen ist, reicht das aus. Alle Mitfahrer dürfen ans Steuer. Voraussetzung: Ein Mindestalter von 16 Jahren. In diesem Falle benötigen weitere Personen keinen Charterschein.
Die Havel rund um Werder und ihre Seen
Die Havel schlängelt sich östlich der Kernstadt an Werder vorbei. Sie umschließt die Inselstadt, durchfließt den Schwielowsee und den Großen Zernsee. Der Glindower See hat eine künstlich erschaffene Verbindung zur Havel.
Für einen ruhigen Paddeltrip mit dem Kajak oder dem SUP empfiehlt sich der Plessower See. Er hat keine Anbindung an die Havel, Motorboote sind verboten. In einem separaten Artikel stelle ich dir die Seenlandschaft rund um Werder (Havel) vor.
Auf den Havelseen gibt es Geschwindigkeitsbegrenzungen, was Fahrten mit dem Wasserski oder dem Jetski einschränkt. Auf dem Havelarm vor Werder sind 12 km/h erlaubt. Nicht jeder hält sich daran, die Wasserpolizei hat an schönen Tagen keine Langeweile.
Glindower See
Den Glindower See erreichst du über den Strenggraben. Hier sind 6 km/h auf der gesamten Fläche vorgeschrieben und es herrscht ein Nachtfahrverbot: Zwischen 22 und 5 Uhr darfst du den See nur befahren, um deinen Hafen zu erreichen. Der Glindower ein sauberer See mit vielen Rückzugsmöglichkeiten für Wasservögel. Die natürlichen unbefestigten Ufer sollen geschützt werden.

Beachte die geringe Brückentiefe der Strengbrücke von 5,1 Metern: Für große Yachten mit Aufbau ist die Durchfahrt recht knapp. In den Unterlagen, die du zu deiner gemieteten Yacht bekommst, kannst du dich über die Höhe des Aufbaus informieren. Die Brückenhöhe entnimmst du der Wasserkarte, die auf gemieteten Booten zum Standard gehört.

Wir lieben den Glindower See: Er ist bis zu 14 Meter tief. Badespaß vom Boot ist garantiert. Du kannst an mit einem Kopfsprung ins Wasser hechten, ohne dich in Gefahr zu bringen. Prüfe aber vorher den Tiefenmesser: Rund um die kleine „Liebesinsel“ ist es so flach, dass du durchs Wasser waten kannst. Der Bereich ist gekennzeichnet, du musst ihn mit einem großen Boot umfahren. Auch im nördlichen Abschnitt des Sees solltest du den Tiefenmesser im Auge behalten: Dort gibt es auf der östlichen Uferseite eine Sandbank.
Der schönste Bereich zum unbeschwerten Baden befindet sich zwischen dem Rüsterhorn und dem Ortsteil Plessow vor dem Inselparadies. Dort ist ein beliebter Ankerplatz für Boote jeder Größe. Wer Zeit hat, bleibt gern mehrere Tage. An schönen Sommerwochenenden und in der Ferienzeit kann es voll werden.
Vorsicht ist auf dem Glindower See bei gefährlichen Wetterlagen geboten: Ein Gewitter mit starken Winden hat in der Vergangenheit nicht nur einmal ein Boot zum Kentern gebracht.
Großer Zernsee und die Wublitz
Der große Zernsee erstreckt sich zwischen der gleichnamigen Fahrradbrücke mit der daneben liegenden Eisenbahnbrücke und der Havelbrücke, die sich über die Autobahn A10 spannt. Die Fläche des Sees ist groß: In einigen Bereichen darfst du bis zu 30 km/h fahren. Auch das Ziehen von Wasserskis ist erlaubt, es gibt einen extra dafür ausgewiesenen Bereich.

Der Zernsee hat viele flache Bereiche: Bist du mit einem größeren Boot unterwegs, solltest du unbedingt innerhalb der Betonnung bleiben. Vor der Havelbrücke fährst du einen weiten Schlenker, und das ist wegen der Sandbänke auch zwingend notwendig. Manch leichtsinniger Bootsführer ist dort in der Vergangenheit stecken geblieben. Mit den kleinen Booten, die du an der Inselbrücke ausleihen kannst, muss du dir darum nicht viele Gedanken machen. Der Tiefgang beträgt der kleinen Boote ist nicht nennenswert, du kannst den Zernsee nach Belieben kreuzen.
Durch die geringe Tiefe und den starken Pflanzenwuchs am Boden des Zernsee ist das Baden nicht so attraktiv. Dafür dürfen Sportboote den Gashebel zum Anschlag drehen. In Werder ist für jeden etwas dabei.
Im östlichen Abschnitt des Sees ist das Baden vom Boot aus an einigen Stellen möglich. Die Wasserkarte gibt dir Auskunft über die Tiefen.
Die Wublitz mündet in den Schlänitzsee
Nachdem du den Großen Zernsee überquert hast, verlässt du den Werderaner Abschnitt. Es beginnt ein sehr schöner Havelarm, der nach Ketzin führt. Auf der östlichen Seite des Großen Zernsees kannst du in die Wublitz einfahren. Es ist ein Nebenarm der Havel, der in den Schhlänitzsee mündet. Motorboote mit Verbrenner sind nicht gestattet, doch diese Vorgabe hält nicht jeder Freizeitkapitän ein. Die Wublitz ist landschaftlich sehr attraktiv. Du kannst das Boot vor dem Verbotsschild ankern und den Havelarm mit dem SUP erkunden.

Schwielowsee
Der Schwielowsee gibt der benachbarten Gemeinde von Werder (Havel) ihren Namen: Bekannte Urlaubsorte wie Ferch und Caputh grenzen an seine Ufer. Gegenüber liegt Petzow, es ein Ortsteil von Werder. Somit gehört ein kleiner Uferabschnitt des Sees zu unserer Havelstadt.
Der See hat eine sehr große Fläche, was du bei starken Winden berücksichtigen solltest. In den kleinen offenen Motorbooten ist der Wellenschlag nicht ungefährlich. Vor vielen Jahren wären wir fast gekentert: Zu den Wellen, die der Wind anfachte, kommen die rasanten Sportbootfahrer, die in der recht engen Fahrrinne zwischen der Baumgartenbrücke und dem Caputher Gmünd nicht immer Rücksicht nehmen.
Mit großen Booten musst du in dieser Fahrrinne bleiben, denn auch der Schwielowsee ist an vielen Stellen sehr flach. Bist du mit einem kleinen Boot unterwegs, kannst du bis nach Ferch und Caputh fahren. In Ufernähe gibt es Reste von alten Stegen, die sich unsichtbar unter der Wasseroberfläche befinden. Etwas Vorsicht ist geboten.

Kleine Ausflugsboote haben rund um Werder Vorteile: Sie können überall hin fahren und zwischen der belebten Fahrrinne und den ruhigen Ecken in der Nähe der schilfbewachsenen Ufer wechseln. Das ist der Grund, warum viele größere Boote ein kleineres Beiboot oder Schlauchboot am Heck hängen haben. Damit ist es möglich, die Uferbereiche und die flacheren Stellen zu entdecken.
Großer Plessower See
An der östlichen Stadtgrenze von Werder (Havel) gibt es einen weiteren See: Der „Plessower“ trägt den Namen eines Ortsteils von Werder. Plessow befindet sich am gegenüberliegenden Ufer. Der See hat keine Anbindung an die Havel und er darf nicht mit dem Motorboot befahren werden.
Mit einem SUP, einem Paddelboot oder einem geruderten Schlauchboot kannst du den Plessower See entdecken. Elektromotoren sind ebenfalls gestattet. Entlang der Kemnitzer Chaussee oder an der Dicken Eiche zwischen Werder (Havel) und dem Ortsteil Kemnitz kannst du mit deiner Ausrüstung an kleinen wilden Badestränden ins Wasser gehen. Im Sommer ist der Plessower See gerade wegen der Ruhe ein beliebter Badesee. An der südöstlichen Spitze des Sees gibt es ein Strandbad: Du erreichst es über die Margarethenstraße in der Kernstadt von Werder (Havel).

Boot fahren auf der Havel? – Das sind deine Optionen
So wie einst viele Wege nach Rom führten, hast du in Werder (Havel) verschiedene Möglichkeiten, eine Auszeit auf dem Wasser zu verbringen. Reicht dir ein Tag aus oder planst du, ein Wochenende oder einen Urlaub auf dem Boot zu verbringen? Das Angebot ist groß:
- Ein Motorboot für zwei oder mehr Stunden mieten
- SUP ausleihen und um die Inselstadt paddeln
- Du magst es, in die Pedale zu treten? Dann ist das Tretboot die richtige Wahl
- Anmietung von Hausboot oder Charteryacht für mehrere Tage
- Du bringst dein eigenes Boot mit und slippst oder nutzt einen Steg zum Einsteigen
Eine Voranmeldung garantiert dir das gewünschte Boot zur geplanten Zeit. Abhängig von den Kapazitäten kannst du dich auch ganz spontan für eine Tour auf dem Wasser entscheiden.

Bootsvermietung für Kurztrips oder einen ganzen Tag
Du hast kein eigenes Boot? Dann stehen dir zum Verleih diese Optionen zur Verfügung:
- SUP-Board
- Tretboot
- Paddelboot
- Motorboot
Direkt vor der Inselstadt gibt es die Bootsvermietung von Krüger & Till. Hier kannst du dir ein Tretboot mieten und einmal um die Insel strampeln. Oder du lässt sich von einem Motor über das Wasser ziehen. Es gibt ein Floß für eine größere Gruppe, ein Elektroboot, mit dem du durch die Wublitz fahren kannst, und einige Ruderboote. SUPs sind ebenfalls im Angebot.

Ich stelle dir einige Optionen vor und gebe dir einen Zeitrahmen: Deine Bootstour in Werder (Havel) soll sich lohnen und besondere Eindrücke hinterlassen, die du mit nach Hause nimmst.
SUP-Board
Das SUP-Board hat in den letzten zehn Jahren einen regelrechten Siegeszug angetreten. Anfangs haben wir uns gewundert, wo die Menschen diese urigen Surfbretter herhaben. Dann knallte es einmal, auf dem Boot neben uns, und wir sahen, dass der Eigentümer die Luft aus seinem Brett abließ. Klasse! Sowas wollten wir auch haben!
Heute ist das SUP von den Havelgewässern nicht mehr wegzudenken. Es ist einfach zu handhaben, lässt sich klein zusammenfalten und bietet unheimlich viel Spaß: Du kannst im Stehen oder im Sitzen paddeln, es ist für Kinder und Teenager ein beliebtes Badespielzeug.
Beim Ausleihen solltest du darauf achten, dass es nicht zu klein ist: Die Balance kannst du auf den großen Boards besser halten. Sie eignen sich auch für zwei Personen. Einige haben einen verankerten Sitz, das erhöht den Komfort beim Paddeln.

Wichtig zu wissen:
Das SUP ist kein Paddelboot: Du musst damit rechnen, nass zu werden. Rund um die Inselstadt ist die Havel stark befahren, das sorgt für Wellenschlag. Bei Wind fahren die Segler raus und kreuzen vor Wildpark-West und Geltow. Die Wellen schwappen gern über das Board, was an eher kühleren Tagen und zu Beginn und Ende der Saison beachtet werden sollte. Passende Kleidung ist empfehlenswert.
In einer Stunde um die Inselstadt paddeln
Mit dem SUP kannst du die Inselstadt umrunden: In Ufernähe ist es auch für Ungeübte ungefährlich. Du bist nah an der Natur, siehst die wunderschöne Silhouette von Kirche und Bockwindmühle und beobachtest zahlreiche Wasservögel. Der Zeitrahmen von einer Stunde ist realistisch. Im Sitzen, ausgestattet mit einem Doppelpaddel, bist du ein bisschen schneller, als im Stehen.
Längere Touren sind zum Glindower See oder über den Zernsee möglich. Auf dem SUP bist du dem Wasser sehr nah und du kannst es vielseitig nutzen. Im Stehen ist Balance notwendig, im Sitzen Armkraft. Beides macht Spaß und erfordert auf den größeren Boards, die zum Verleih stehen, keinen nennenswerten Vorkenntnisse. Für warme Sommertage ist das SUP eine echte Empfehlung.
Tretboot
Wir haben einmal versucht, mit dem Tretboot die Insel zu umrunden. Und wir sind kläglich gescheitert: Am östlichen Ufer ging ein bemerkenswerter Wind, gegen den wir hätten antreten müssen. Das war uns zu anstrengend, wir sind umgekehrt. Seitdem bewundern wir jeden, der sich leicht und locker mit den lustigen Booten fortbewegt. Wir sind ja leidenschaftliche Fahrradfahrer. Allerdings haben unsere Räder einen Motor, was unserer Wasserpedalen-Fitness offenbar nicht zuträglich ist.


Im Sommer sind die Tretboote meistens verliehen: Dies gilt vor allem für das Modell mit der Rutsche: Nicht nur Kindern bringt es Spaß, vom Boot ins Wasser zu rauschen. Auch von den flachen Tretbooten kannst du gut baden.
Meistens sichten wir die Tretboote auf der Föhse und in der Nähe der Insel. Offenbar geht es vielen so wie uns: Das Strampeln ist anstrengend. Wenn sich die Boote einmal auf den mehr als zwei Kilometer entfernten Glindower See verirren, finden wir das sehr sportlich.
Die Runde um die Inselstadt dürfte länger dauern als mit dem SUP. Es kommt auf deine Kondition an und darauf, ob du Pausen einlegst, baden oder dich einfach nur treiben lassen möchtest. In jedem Fall solltest du eher zwei Stunden einplanen.
Paddelboot: Kondition und Koordination sind gefordert
Paddelboote stehen ebenfalls zum Ausleih bereit. Es sieht wirklich einfach aus, doch als wir im Spreewald zu einer Kanutour aufgebrochen sind, haben wir gemerkt, dass es nicht ausreicht, ab und zu mal ein bisschen mit dem SUP zu paddeln. Das Lenken will gelernt sein und die Abstimmung untereinander auch. Wir saßen zu Dritt in einem Boot. Es hat eine Weile gedauert, bis wir uns elegant und lautlos fortbewegen konnten.

Das Paddeln auf der Havel ist in Ufernähe richtig schön und auch ungefährlich. Du kannst die Inselbrücke durchqueren und, abhängig von Kondition und Koordination, im Bereich der Insel oder auf eine der Seen paddeln.
Mit einem Paddelboot bist du deutlich schneller unterwegs, als mit dem SUP. Die Fahrt verläuft ist trockener und komfortabler. Für die Umrundung der Inselstadt solltest du nicht mehr als eine halbe Stunde benötigen.
Ab drei Stunden lohnt sich ein Ausflug auf den Glindower See: Die Grellebucht und der nördliche Bereich sind sehr schön und teilweise naturbelassen. Am Rüsterhorn ist eine Badewiese: Das Aussteigen und Ausruhen ist eine Idee, die viele Paddler haben.

Bewegst du dich mit Muskelkraft fort, kannst du die Havel und ihre Seen intensiv genießen. Du nimmst die Geräusche der Natur wahr und fühlst dich dem Wasser enger verbunden. Mit einem Motor bist du flexibler und legst längere Strecken zurück. Doch auch hier ist es empfehlenswert, die Technik einmal auszuschalten, um einfach nur innezuhalten und die Natur zu genießen.
Mit dem Motorboot unterwegs auf der Havel
Ein kleines Motorboot gibt dir Freiheit, wenn du die Havel rund um Werder erkunden möchtest. Du kannst es für mehrere Stunden oder einen ganzen Tag mieten. Pro Stunde fährst du im Durchschnitt 10 Kilometer: Touren bis Potsdam oder Ketzin sind möglich. Eine stelle ich dir vor: Mit Pausen und durchschnittlicher Geschwindigkeit solltest du fünf bis sieben Stunden einplanen.

Starte nach rechts durch die Inselbrücke, wenn das vonseiten des Vermieters gestattet ist. Ansonsten umrundest du die Insel und fährst Richtung Potsdam. Du überquerst den Schwielowsee, schipperst durch das Caputher Gmund und über den Templiner See nach Potsdam. Du siehst das Caputher Schloss, das wieder errichtete Potsdamer Stadtschloss, die Nikolaikirche und das Babelsberger Schloss, welches am Ufer des Tiefen Sees gelegen ist.

Du lässt Potsdam hinter dir, durchquerst die Glienicker Brücke und fährst über den Jungfernsee in den Sacrow-Paretz-Kanal. Er durchfließt den Schlänitzsee.
Die Abkürzung durch die Wublitz zum Großen Zernsee darfst du mit dem Motorboot nicht befahren, doch dich erwartet der wohl schönste Havelarm zwischen Ketzin und Potsdam: Am Ende des Sacrow-Paretz-Kanals biegst du links auf die Potsdamer Havel und fährst durch eine unberührte Auenlandschaft. Diese kannst du alternativ auf dem Havelradweg genießen.

Vorbei an Phöben, gelangst du durch die Autobahnbrücke der A10 zum Großen Zernsee. Wenn du die Eisenbahnbrücke und die Fahrradbrücke durchquert hast, siehst du wieder die Insel vor dir liegen.
Eine Tour für zwei Stunden? – Lohnt sich auch!
Für diese lange Tour ist es empfehlenswert, ein Boot vorab zu reservieren. Es macht aber auch Spaß, für zwei Stunden auf den Havelseen zu kreuzen und einfach nur die Sonne und das Wasser zu genießen.
Mit der eigenen Ausrüstung starten
Du kommst mit dem Auto und bringst ein Boot oder SUP mit, für das du keine Slipeinlage benötigst? Dann fährst du über die Inselbrücke zur Uferstraße und bekommst mit etwas Glück einen kostenlosen Parkplatz direkt an der Regattastrecke. Alternativ parkst du auf dem gegenüberliegenden Hartplatz. Dort kommst du aber nur mühsam über ein kleines Uferstück unter großen Bäumen ins Wasser, was das Ordnungsamt gar nicht gern sieht. Deshalb solltest du, wenn möglich, deine Ausrüstung über die Brücke transportieren.

An der Uferstraße gibt es mehrere öffentliche Stege. Auch die Wiese ist für jedermann begehbar: Dort kannst du dein SUP oder Schlauchboot ungestört aufpumpen oder dein Kanu für die Fahrt vorbereiten. Dann setzt du es über einen der Stege ins Wasser und startest deine Tour um die Insel oder zu einem der Havelseen.
Was ist mit E-Foils?
Hast du sie auch schon einmal gesehen? Die elektrischen Surfboards erheben sich aus dem Wasser und bieten bestimmt ein richtig cooles Fahrgefühl. Sie kosten so viel wie ein Motorboot und können derzeit in Werder (Havel) nicht ausgeliehen werden. Ohnehin solltest du einen Kurs absolvieren, um wirklichen Fahrspaß zu haben.
E-Foils sind auf den Gewässern in Berlin-Brandenburg erlaubt, wenn sie eine Zulassung vom Wasserstraßenamt besitzen und die Leistung des Motors nicht mehr als 7,5 Watt beträgt. Beachte unbedingt die Geschwindigkeitsbegrenzungen! Auf dem Glindower See sind die Fahrer oft recht flott unterwegs.

Yachten und Hausboote mieten
Yachten für bis zu acht Personen und große Hausboote können in der Regel wochenweise angemietet werden. Die Yachten haben die Ausstattung eines kleinen Ferienhauses: Es gibt einen Salon mit Küche, zwei Schlafzimmer, zwei WC‘s und eine Dusche. Hausboote sind kleine schwimmende Bungalows.

Mit den großen Booten hast du die Möglichkeit, die Wasserstraßen von Berlin-Brandenburg intensiv zu entdecken. Du kannst auf die Spree fahren, auf die Oder oder auf die Elbe. Die Durchschnittsgeschwindigkeit der Charteryachten beträgt 11 km/h. Hausboote sind aufgrund ihrer Bauart etwas langsamer.

Diese Art des Urlaubs erfordert eine gute Planung: Du hast nicht überall die Möglichkeit, anzulegen und essen zu gehen oder Lebensmittel einzukaufen. Die Anmietung erfolgt meistens ohne Kenntnis über das Wetter. Wir sind im Herbst einige Touren gefahren, es ist ein ganz besonderes Erlebnis. Die Wasserstraßen leeren sich, bei Regen wird das Verdeck geschlossen, und wenn sich die Farben des Herbstes im Wasser spiegeln, sind das bleibende Erinnerungen.
Bootfahren und Baden – sehr beliebte Freizeitbeschäftigungen
Nahezu überall kannst du in der Havel baden und schwimmen: Die Kombination aus einem Boots- und Badetag ist an warmen Tagen sehr beliebt. Achte immer auf den Bootsverkehr und suche dir idealerweise eine ruhige Bucht ohne Durchgangsverkehr. Das Wasser ist sauber und meistens klar. Die Temperaturen sind zwischen Juni und September auch für kleine Frostbeulen angenehm.

Fazit: Entdecke die Havel rund um Werder – es lohnt sich!
Die faszinierende Havel und ihre Seen entdeckst du rund um Werder am besten vom Wasser aus. Ob Muskelkraft, kleines Motorboot oder Yacht: Für jede Vorliebe ist das richtige dabei. Du kannst deine Ausrüstung mitbringen oder ein Boot ausleihen. Erfahrung oder Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Entdecke die Havel und ihre Natur und nimm einzigartige Eindrücke mit nach Hause. Eins ist sicher: Du wirst wiederkommen, weil dir der Ausflug auf unsere Havel richtig gut gefallen hat.
Miniserie: Werder (Havel) auf dem Wasser entdecken
Dies ist der letzte Teil der Miniserie: Mit einem Klick auf den Link kannst du die anderen Artikel lesen. Eine Veröffentlichung als E-Book mit weiteren Tipps ist geplant.
- Vogelparadies Havel: Begegnung mit Schwan, Komoran & Co
- Seen rund um Werder (Havel): Natur und Badeplätze im Überblick
- Werder (Havel): Fahrgastschiff oder Gondel? – Ein kleiner Guide
- Bootstouren in Werder (Havel): Erlebe die Stadt vom Wasser aus


R.K.R. – Nah und Fern der Havel