Havelregion entdecken I: Von der Quelle zur Mündung der Havel

Havelregion entdecken I: Von der Quelle zur Mündung der Havel

Die Landschaft der Havel ist geprägt durch eine einzigartige Naturlandschaft. Im Kontrast dazu steht die Metropolregion Berlin-Brandenburg mit ihrer eindrucksvollen Geschichte und Kultur. Hinter Brandenburg an der Havel schlängelt sich der Fluß nach Norden. Er durchfließt das idyllische Havelland, streift Sachsen-Anhalt und verabschiedet sich in die Elbe. Die Havel ist ein gemütlicher Fluss ohne rasante Strömung. Sie durchfließt unzählige Seen und dehnt sich stellenweise mehr als einen Kilometer aus. Von der Quelle bis zur Mündung gibt es nicht nur viel Sehenswertes zu entdecken: Die Möglichkeiten der Erholung und Freizeitgestaltung sind grenzenlos. Komm mit auf eine kleine Tour entlang des Havelufers.

Von Ankershagen in die Elbe

Die Havel ist ein außergewöhnlicher Fluss. Sie entspringt nicht in einem Gebirge, sondern völlig unscheinbar in einem Waldstück in Mecklenburg-Vorpommern. Dort ist die Quelle von mehreren Dörfern und kleineren Orten umgeben. Ankershagen wird als Quellort der Havel genannt. Die nächste größere Stadt ist Waren/Müritz.

Die Havel ist kein geradliniger Fluss. Sie fließt nach Süden und erreicht ihren tiefsten Punkt bei Potsdam. Dann schlängelt sie sich in westlicher Richtung bis Brandenburg und richtet sich nach Norden. Havelberg ist die letzte Stadt, an dem der Fluss vorbeifließt. Ganz in der Nähe befindet sich die Havelmündung in die Elbe. Etwa 345 Kilometer hat der Fluss zurückgelegt, wenn er in dem Strom der Elbe aufgeht und bei Cuxhaven in die Nordsee fließt.

Bekannte Städte und weite Naturlandschaften

Die Faszination der Havel liegt in der Wandelbarkeit seiner Ufer. Weite Auen und bewaldete Ufer wechseln sich ab mit Städten wie Fürstenberg, Werder, Brandenburg oder Premnitz. Die Havel durchfließt die westlichen Bezirke von Berlin und die brandenburgische Landeshauptstadt Potsdam. Hinzu kommen die vielen kleinen Städte und Dörfer, von denen jeder Ort eine eigene Geschichte erzählt. So sagen sich in Wassersuppe im Havelland Fuchs und Hase „Gute Nacht“. Wir lieben diesen Ort wegen seiner eindrucksvollen Ruhe, die ihn umgibt.

Wenn du in Hohen-Neuendorf am Havelufer entlang fährst, bist du mitten drin in der deutschen Geschichte. Hier verlief zwischen 1949 und 1990 die Grenze zwischen der DDR und West-Berlin. Ein Wachturm steht noch: Dort kannst du eine Ausstellung besuchen.

Die Quelle der Havel liegt nicht in einem Gebirge, sondern in einem Waldstück in Mecklenburg-Vorpommern, in der Nähe von Waren/Müritz. Von dort aus schlängelt sie sich in Form des Buchstaben U auf einer Länge von 325 Kilometern bis nach Havelberg, wo sie in die Elbe mündet. Auf ihrem Weg durchfließt sie Berlin, Potsdam, die Stadt Brandenburg und viele kleinere Städte und Dörfer, die ihre Geschichte erzählen. Die Havelregion bietet Sehenswertes, ganz viel Natur und natürlich … Wasser. Sie ist die Quelle meines Havelblogs, der heute an den Start geht. Schön, dass du da bist!

Erholung und Berufsschiffahrt

Verglichen mit dem Main, der Elbe, dem Rhein oder der Donau hat die Havel eine eher geringe Bedeutung. Wenn wir mit unserem Boot unterwegs sind, begegnen uns Schlepper und Schubverbände; die Havel ist für den Transport von Gütern ein wichtiger Verbindungsarm zwischen Elbe, Spree und Oder. Doch so stark befahren wie die größeren Flüsse ist sie nicht.

Dafür ist der Erholungswert umso höher: An den meisten Stellen ist unsere Havel klar und sauber. Sie lädt ein, zum Baden, zum Paddeln, zum SUP-Boarden oder zum Schippern, mit dem eigenen oder einem gemieteten Boot. Sie bietet ein wunderbares Naturerlebnis, an ihren Ufern ist sie reich an Kultur und Sehenswürdigkeiten. Preußische Schlösser, Städte wie Potsdam und Brandenburg, die Metropole Berlin, aber auch unzählige kleinere Orte und Dörfer; alle erzählen eine Geschichte.

Die Havel als Heimat

Nahezu mein ganzes Leben verbringe ich an der Havel. Und das ist keine Übertreibung: Ich bin direkt am Wasser aufgewachsen. Dann habe ich auf das Wasser gewechselt: Im Sommer sind wir mit dem Boot oder dem SUP auf der Havel und ihren Seen unterwegs. Heute liegt unser Haus etwa einen Kilometer von der Havel entfernt. Als ich nach einem Namen für meinen jungen Blog suchte, war für mich sofort klar: Er muss etwas mit meiner Havel zu tun haben.

Am Wasser, im Wasser, auf dem Wasser

Auf die Frage nach den Dingen, die ich am meisten mag, antworte ich: Am, im oder auf dem Wasser sein. Ich schreibe oder lese gern am Ufer, das an vielen Stellen für jedermann frei zugänglich ist. Einige sind stark frequentiert, andere einsam. Meine Sportarten sind Fahrradfahren – bevorzugt auf Wegen, die am Wasser entlang führen – und Schwimmen. In den Sommermonaten versuche ich, jeden Tag meine Runde in der Havel zu drehen. Im Winter muss das Familienbad in unserer Havel-Therme als Ersatz dienen.

Auf dem Wasser sind wir mit unserem kleinen Boot unterwegs. Ein SUP und ein Schlauchboot stehen alternativ zur Wahl, wenn wir die Havel in Regionen erkunden möchten, für die wir bei einer Anreise mit unserem Boot mehrere Tage benötigen würden.

Ein oder zweimal im Jahr leihen wir uns für ein Wochenende ein größeres Schiff, auf dem wir übernachten können. Dann gibt es noch mein uraltes Cabrio. Mit ihm fahren wir gemütlich durch das Havelland, an die Ostsee oder in unsere Heimatregion in der Nähe von Schwerin. In einigen Jahren darf ich es in den Oldtimer-Status befördern. Wenn es denn bis dato überlebt. Wir haben auf unseren Touren so viel gesehen und so viele Eindrücke gesammelt, dass daraus immer wieder neue Geschichten entstehen. Die möchte ich erzählen, im Havelblog.

Panorama vom Großen Zernsee in Werder am Abend
Blick vom Stichkanal auf den Großen Zernsee in Werder (Havel)

Kultur und Natur an der Havel – für mich Erholung pur

Natur- und Landschaftsfotografie haben mich mit der Entwicklung der ersten guten Spiegelreflexkameras vor fast 20 Jahren für sich eingenommen. Das Interesse für die vielschichtige Kultur, die es vor unserer Haustür entlang der Havel gibt, kam erst mit meinem späten Geschichtsstudium. Ich besuchte eine Vorlesung über Preußen und kam nicht mehr los, von der Kultur, die hier in jedem Winkel zu finden ist. Zudem leben meine Vorfahren seit elf Generationen in meiner Havelstadt, vermutlich noch länger, aber der Stammbaum endet im 18. Jahrhundert. So fühle ich einen engen Bezug zur Region und zur Geschichte.

An den meisten Wochenenden am Jahr bin ich unterwegs. Für mich bedeuten diese Ausflüge Abwechslung und Erholung. Weil das Schreiben meine Leidenschaft ist, formt sich eine Geschichte. So entstehen die Geschichten von der Havel.

Bedeutsame Orte erkunden

Ich finde es spannend, die Orte zu besuchen, die einst bedeutungsvoll waren. Ich stelle mir vor, wie es damals aussah und wie die Menschen lebten.

Leider sind in Berlin und Potsdam bedeutende Bauwerke den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg und der sozialistischen Zerstörungswut zum Opfer gefallen. Ich spreche von den Schlössern in Potsdam und Berlin und von der Garnisionkirche in Potsdam. Die Bauwerke stehen wieder, doch das Flair ist nicht dasselbe. Dennoch ist es schön, dass die Lücken, die Krieg und Teilung hinterließen, geschlossen wurden.

Das Potsdamer Stadtschloss liegt an der Havel, das Berliner Schloss an der Spree. Das Wasser, das unsere Region bis heute so beliebt macht, hatte schon immer eine große Bedeutung für ihre Bewohner. Für die Herrscher und für das einfache Volk, das mit dem Fischfang sein Geld verdiente.

Immer wieder etwas Neues an der Havel

Nun kenne ich die Region bereits mein ganzes Leben lang, doch es gibt immer wieder Neues zu entdecken. Die Geschichten von der Havel erzählen Vergangenes, Aktuelles, und sie erzählen von dem, was die Menschen in der Region bewegt. Die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung sind so vielseitig. Radtouren, Bootstouren, Spaziergänge, Sehenswürdigkeiten. Aber auch Kultur. Museum, Kino, Theater … es wird nie langweilig, an der Havel. Neue Geschichten gibt es immer zu erzählen. Geschichten von der Havel.

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