Wohin in Fürstenwalde/Spree? Sieben Tipps für deinen Besuch

Wohin in Fürstenwalde/Spree? Sieben Tipps für deinen Besuch

Wohin In Fürstenwalde/Spree? Lohnt es sich, die Stadt im Land Brandenburg nahe der polnischen Grenze zu besuchen? Auf jeden Fall, denn du triffst auf interessante Gegensätze. Wenige Zeugnisse der Vergangenheit vermischen sich mit DDR-Architektur und der schönen Lage an der Spree. Doch was genau gibt es dort zu sehen? Einen rekonstruierten Dom mit einigen Besonderheiten, ein schmuckes Rathaus und ein kleiner Teil der Stadtmauer erzählen von der mittelalterlichen Vergangenheit. Die Moderne ist mit Einkaufszentren und einem Spaßbad vertreten. Hier sind sieben Tipps für deinen Besuch.

Die Türme von Rathaus und Dom in Fürstenwalde/Spree: Sie bilden die Silhouette der Stadt
Die Silhouette der Altstadt von Fürstenwalde ist auch bei trübem Wetter schön: Im Vordergrund das Rathaus, hinten siehst du den Dom

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Dom St. Marien ist das Wahrzeichen der Stadt.
  • Das Stadtzentrum gibt es nur wenige historische Gebäude, doch sie sind sehenswert
  • Am Markt entdeckst du zwei moderne Einkaufszentren
  • Nimm dir Zeit für einen Spaziergang am Ufer der Spree
  • DDR-Architektur bildet den Kontrast zur historischen Bebauung

Fürstenwalde/Spree: historischer Stadtkern und Plattenbauten

Fürstenwalde Spree ist eine Stadt der Gegensätze: Wir stiegen aus dem Bus, der uns vom Bahnhof in die Innenstadt brachte. Ein netter Herr erklärte uns den kürzesten Weg zum Dom, unserem ersten Ziel. Wir hatten uns auf der Fahrt darüber unterhalten, er wollte helfen. Das kennen wir noch aus DDR-Zeiten und wir mögen es. Nach einem kleinen Austausch liefen wir in die Richtung, die der Mann uns gezeigt hatte. Auf den ersten Blick sahen wir nichts als Plattenbauten. Erst nach einer Straßenbiegung tauchte der Dom auf.

Fürstenwalde/Spree: Domstadt und Bischofssitz

Fürstenwalde wurde im 13. Jahrhundert gegründet. Aufgrund der strategisch günstigen Lage an der nicht schiffbaren Spree konnte die Stadt von dem Warenumschlag profitieren. Sie entwickelte sich zur reichsten Stadt in der Mark Brandenburg.

Fürstenwalde/Spree entwickelte sich neben Brandenburg/Havel und Havelberg zu einem von drei Bischofssitzen und Domstädten in der Mark. Über das Jahr gibt es unterschiedliche Angaben: Zwischen 1373 und 1389 wurde der Bischofssitz von Lebus nach Fürstenwalde verlegt. Die Errichtung des Doms St. Marien mit dem heutigen Erscheinungsbild begann ab 1446. An seiner Stelle standen Vorgängerbauten, der letzte wurde durch einen Brand zerstört.

Bis in das 20. Jahrhundert hinein hatte die Stadt in der Mark Brandenburg eine große Bedeutung. Nach dem Handel siedelte sich Industrie an der Spree an. Dass sie wohlhabend war, erkannten Einheimische und Besucher an der historischen Architektur, die das Stadtbild rund um Dom und Rathaus prägte. Eines der wenigen Zeugnisse aus dieser Zeit ist das Fürstenwalder Bürgerhaus. Es wurde um 1790 im spätbarocken Stil errichtet und steht unter Denkmalschutz.

1945: Heftige Kämpfe über den Übertritt über die Spree

Die Zerstörung des Stadtzentrums konzentriert sich auf die Tage zwischen dem 16. und dem 24. April 1945. Die Rote Arme rückt von Osten heran. Mit der Schlacht um die Seelower Höhen, sie befinden sich etwa 35 Kilometer von Fürstenwalde entfernt, begann die „Schlacht von Berlin“, die den Krieg durch die bedingungslose Kapitulation Deutschlands am 8. Mai 1945 beendete.

Auf Fürstenwalde fallen Bomben, der Dom wird Opfer der Flammen. Die Einwohner werden evakuiert, es bleiben nur wenige zurück. Durch die Sprengung der Spreebrücke und das bewusste Entflammen von Teilen der Innenstadt soll die Rote Arme aufgehalten werden. Doch das gelingt nicht: Nach heftigen Kämpfen um den Übertritt über die Spree ziehen die Soldaten weiter in Richtung Berlin. 4/5 der Gebäude in Fürstenwalde sind zerstört.

Das architektonische Erbe der DDR

Nach dem Ende des Krieges lag Fürstenwalde in der sowjetischen Besatzungszone. Der Wiederaufbau orientierte sich an den Vorgaben der Besatzer. Gebäude im äußeren Bereich der Innenstadt, die den Krieg mit guter Substanz überstanden hatten, wurden später abgerissen. Es entstand ein Stadtbild, das von Plattenbauten dominiert wird. Dieses blieb bis heute bestehen.

In vielen Innenstädten der ehemaligen DDR siehst du den Mix aus historischen Gebäuden und der Platte, wie wir die vorherrschende Architektur des Sozialismus hier im Osten gern nennen. Sie hat wieder Charme: In der Landeshauptstadt Potsdam wird um den Erhalt der DDR-Architektur gekämpft. Ich bin hier aufgewachsen und betrachte es vielleicht etwas einseitig, wenn ich meine, dass es an der Platte nichts Erhaltenswertes gibt.

In Fürstenwalde ist uns aufgefallen, dass einige Plattenbauten von dem tristen Einheitsstil abweichen. Man hat sich ein paar Gedanken zur Auflockerung der einheitlichen Fassaden gemacht. Es sah so aus, als wären nach der Wende keine Sanierungen vorgenommen worden.

Die furchtbare Zerstörung hat Fürstenwalde kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges für immer verändert. Umso schöner ist es, dass uns die wenigen erhaltenen Gebäude zeigen, wie es in der einst so reichen Stadt einmal ausgesehen hatte. Bei deinem Spaziergang erlebst du den Kontrast zweiter geschichtlicher Epochen der Stadt. Das macht ihren besonderen Reiz aus.

1. Dom St. Marien zu Fürstenwalde

Der Dom St. Marien ist das Wahrzeichen von Fürstenwalde. Heute siehst du ein modernes Gotteshaus, das zunächst einen ungewöhnlichen Eindruck hinterlässt. Wir waren etwas überrascht, als wir durch die Glasfassade einen beheizten Raum betraten. Doch auf Tafeln oder auf persönliche Nachfrage erfährst du, dass der Dom heute als multifunktionales Gebäude genutzt wird: Er ist Konzertsaal, Kirche, Bibliothek und Gemeindesaal in einem.

Die Sanierung wurde aus Kostengründen nicht im Original geplant: Das Dach des Doms ist höher als ursprünglich. So war es möglich, eine Zwischendecke einzuziehen und im oberen Bereich die Bibliothek der Stadt zu integrieren. Die Säulen, die das Dach ursprünglich trugen, stehen heute frei. Es sieht ein bisschen ungewöhnlich aus. Aber eindrucksvoll ist das Kirchenschiff dennoch.

Durch die Kämpfe wurde der Dom stark beschädigt. Der Wiederaufbau begann bereits zu DDR-Zeiten. Nach der Wende wurde er vollendet. Heute verbindet das Wahrzeichen Geschichte und Moderne miteinander.

Sakramentshaus aus dem Jahre 1517

Das Sakramentshaus ist als Innenausstattung erhalten geblieben. Es stammt aus dem Jahre 1517. Der Bildhauer Franz Maidburg (1480 – 1533) entwarf es nach einem Auftrag von Bischof Dietrich von Bülow. Es steht für die Sakramentsfrömmigkeit und gegen die Reformation, die im Jahr der Errichtung durch das Thesenpapiers Martin Luthers eingeleitet wurde.

Der Eintritt ist kostenlos

Der Eintritt in den Dom St- Marien ist kostenlos. Die Kirchengemeinde bittet um freiwillige Spenden. Die Kernöffnungszeit liegt zwischen 10 und 15 Uhr. Auf der Homepage der evangelischen Kirchengemeinde Fürstenwalde/Spree kannst Du dich über Führungen, Gottesdienste und Konzerte informieren.
Über die bewegte Geschichte des Doms und den Wiederaufbau veröffentliche ich einen separaten Artikel. Vor Ort bekommst du auf Tafeln interessante Informationen über die Jahrhunderte im Mittelalter, die Sanierungen, die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und den Weg zur heutigen Architektur.

Der Dom als beliebtes Ziel in Fürstenwalde

Nimmst du einen Reiseführer zur Hand, dann wird dir der Dom in Fürstenwalde als beliebtestes Ziel angezeigt. Einige Brandenburg-Reiseführer beschränken sich auf das Bauwerk. Doch es würde der Stadt nicht gerecht werden, wenn du dich nur auf den Besuch des Doms konzentrierst. Er ist ein perfekter Ausgangspunkt für die Erkundung der Innenstadt, die einiges mehr zu bieten hat. Rund um den Domplatz und den ehemaligen Domgarten findest du Zeugnisse, die eng mit der Geschichte der Stadt verbunden sind.

Unser Tipp: Bevor du die kurze Strecke zum Marktplatz läufst, umrunde den Dom einmal. Es gibt einiges zu entdecken. So siehst du an der südlichen Dommauer vier Gräber. Sie sind Zeugnisse des Friedhofs, der sich einmal am Fuße des Doms befand. Gegenüber befindet sich das Museum Fürstenwalde. Auch dieses Gebäude hat eine interessante Geschichte.

2. Rund um den Dom St. Marien

Der St- Marien Dom Fürstenwalde liegt im einstigen mittelalterlichen Zentrum der Stadt. Gegenüber siehst du ehemalige Domschule. Heute ist sie ein Heimatmuseum. Davor steht ein Leuchtturm. Am Ende des Domplatzes befindet sich das einstige Bischofsschloss, in dem heute ein italienisches Restaurant untergebracht ist. Die ehemalige Bierbrauerei ist zur Kulturbrauerei geworden. Der Gesteinsgarten ist ein geologisches Projekt. Begeben wir uns auf eine kleine Erkundung der Gebäude.

Museum Fürstenwalde in ehemaliger Domschule

Die Domschule wurde im Jahre 1846 als Knabenschule errichtet. Heute ist sie das älteste Schulgebäude der Stadt. Seit 2007 befindet sich das Museum Fürstenwalde in den ehemaligen Klassenräumen. Es erzählt von der Ur- und Frühgeschichte der Stadt und bietet wechselnde Sonderausstellungen. Es hat Dienstag bis Sonntag von 13 bis 16 Uhr geöffnet, in den Sommermonaten bis 17 Uhr.

Warum steht neben dem Dom ein Leuchtturm?

Zwischen dem Dom und der Domschule siehst du einen Leuchtturm. Es ist ein Original, das der Schifffahrt mehr als 70 Jahre lang in der Ostsee den Weg wies. Dort hatte der Leuchtturm seinen Platz vor der Küste der Insel Hiddensee. Im Jahre 1907 wurde er in Fürstenwalde gebaut. Somit ist er in seine Heimat zurückgekehrt und steht als Denkmal vor der Domschule.

Entwickelt wurde der Leuchtturm von der Firma Julius Pintsch, die ihren Sitz in Fürstenwalde hatte. Mehr als 3.000 Seezeichen stellte die Firma her. Sie wurden nicht nur in der Ostsee, sondern auch in anderen Gewässern eingesetzt, unter anderem im Suezkanal. Das Modell, das du vor der Domschule siehst, leuchtete bis zum Jahre 1983. Es trägt den Namen „Vierendehlgrund“ und kehrte als Denkmal in die Heimat zurück, um an das einst bedeutende Fürstenwalder Unternehmen zu erinnern.

Das Taubenhaus

Das Gebäude mit den Ofenkacheln, das du neben dem Leuchtturm siehst, ist ein Taubenhaus. In die ovale Öffnung war eine Uhr eingelassen. Der Standort befand sich in Ketschendorf, das heute zum Stadtteil Fürstenwalde/Süd gehört.

Gebaut wurde das Taubenhaus als sogenanntes Multifunktionsgebäude im auslaufenden 19. Jahrhundert. Ursprünglich gehörten eine Hundehütte und ein Schuppen zu dem kleinen Komplex.

Die Gestaltung mit den Ofenkacheln war kein Zufall: In Fürstenwalde gab es im 19. Jahrhundert Fabriken, die Kacheln für Öfen produzierten. Der Besitzer ließ den Taubenschlag wohl mit den Kacheln verzieren, weil er diese günstig erwerben konnte.

Der Taubenschlag steht seit 2007 als Denkmal für die Fertigung von Ofenkacheln in Fürstenwalde. Wir waren erstaunt, über den Kontrast neben dem Dom, aber die Idee der Erinnerung an die Produktionsstätten hat uns sehr gut gefallen.

Gesteinsgarten

Hinter dem Dom, im ehemaligen Domgarten, siehst du einen Garten mit großen Findlingen. Hier kannst du bei schönem Wetter auf Bänken verweilen und die Umgebung auf dich wirken lassen. Bei unserem Besuch war das Wetter leider nicht sehr einladend.

Die Idee zu der Einrichtung eines Gesteinsgartens kommt von dem Geologen Dr. Harro Hess. Er lebte von 1935 bis 2011. Als Wissenschaftsjournalist war er bemüht, die Geologie einem breiten Interessentenkreis nahezubringen. Die Findlinge gehören zu einer Serie an Gesteinen, die allesamt aus der Region stammen. Sie stehen für den Klimawandel, allerdings für den, der für die Eiszeiten verantwortlich war. Vor den Toren von Fürstenwalde kannst du auf dem Eiszeitweg durch das Urstromtal wandern. Er ist etwa 18 Kilometer lang.

Möchtest du mehr über den Ursprung der Findlinge wissen, empfiehlt sich ein Besuch im Museum Fürstenwalde. Es blickt in der Geschichte der Stadt etwa zehn Jahre zurück.

Kulturfabrik

Das große Backsteingebäude zwischen der Domschule und dem Bischofsschloss ist heute die Kulturbrauerei. Es handelt sich tatsächlich um ein Brauereigebäude aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Bis etwa 1922 arbeitete die Schlossbrauerei in dem Gebäude. Dann war es eine Fabrik für die Herstellung von Margarine, eine Montagehalle für Lastensegler, ein Kaufhaus und ein Möbellager.

Heute vereinen sich verschiedene soziale und kulturelle Einrichtungen in dem Gebäude, das für jedermann zugänglich ist. Darunter befindet sich auch ein Zweig der Bibliothek.

Wenn du einige Schritte weiterläufst. siehst du ein weißes Gebäude. Es war im Mittelalter Sitz des Fürstenberger Bischofs.

Bischofschloss

Hinter dem Gesteinsgarten erhebt sich ein weißes Gebäude: Es ist das ehemalige Bischofsschloss. Fürstenwalde war spätestens seit 1389 Bischofssitz, die Zahlen variieren. Eine Burg, die ein Teil der Stadtmauer gewesen war, stand seit 1353 an dem Standort. Landeshauptmann Friedrich von Lochem ließ sie errichten. Sie wurde zum Sitz des Bischofs erweitert. 1576 wurde das Gebäude durch einen Brand beschädigt. Eine vollständige Instandsetzung erfolgte danach nicht mehr.

Gegen 1850 wurde der Hauptteil des Schlosses entfernt, um Platz für die Brauerei zu schaffen. Heute siehst du nur noch den Teil, der einst als Burg zur Stadtbefestigung gehörte. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte ein Umbau in Wohneinheiten.

Seit dem Ersten Weltkrieg wird das Gebäude zweckentfremdet. Während der DDR-Zeit war es ein Lebensmittellager. Nach der Wende verfiel es.

Nach mehreren Eigentümerwechseln sanierte ein privater Investor das Gebäude. Heute befinden sich Wohnräume und ein Fotostudio in dem ehemaligen Bischofssitz. Im Erstgeschloss ist ein italienisches Restaurant eingezogen. Im Sommer kannst du auf einer Terrasse draußen sitzen. Dort ist es schön ruhig. Allerdings, so haben wir es empfunden, könnte der umliegende Bereich etwas besser gepflegt werden.

3. Der Markt von Fürstenwalde

Nun läufst du zurück zum Eingang des Doms: Von dort führt die Domstraße zum Rathaus. Du läufst nur wenige Minuten. Uns ist aufgefallen, dass Autos in Fürstenwalde überall freie Fahrt haben. Das ist für uns. die wir in der Potsdamer Region leben, nicht selbstverständlich. Sowohl in der Landeshauptstadt als auch in unserer Kleinstadt Werder (Havel) sind Autos ausgesprochen unbeliebt. In Fürstenwalde kannst du mit dem Auto zum Dom fahren und dort auch parken.

Am Markt angekommen, siehst du wieder den Spagat zwischen Alt und Modern. Das Rathaus erhebt sich zwischen zwei Centern und Gebäuden, die nach dem Krieg neu errichtet wurden. Wenn du hinter dem Rathaus stehst und zum Dom zurückblickst, siehst du die schöne Silhouette von Fürstenwalde mit ihren beiden Türmen. Dieses Foto habe ich als Titelbild gewählt.

Altes Rathaus

Das Alte Rathaus ist ein denkmalgeschützter Bau, der aus dem späten Mittelalter stammt: Es wurde aus Backstein errichtet und zeigt eine spätgotische Architektur mit Fledermausgauben und dem Maßwerk am Giebel. Der Eingangsbereich ist heute modern gestaltet, aber auch dort siehst du den Bogen, der typisch für diese Bauphase ist. Einst führte ein massives Tor in das Gebäude, heute ist es eine Glastür. In der Osthalle kannst du ein schönes Sterngewölbe anschauen

Der charakteristische Turm wurde erst im Jahre 1624 angesetzt. Im Krieg zerstört, erfolgte der Wiederaufbau des Turms bereits nach dem Krieg. Einer Beschreibung der Stadt zufolge, ist das Rathaus heute ein „Ort der Kultur und Kommunikation“: Die Verwaltung der Stadt Fürstenwalde sitzt im Rathauscenter. Im Rathaus sind das Standesamt und eine Kunstgalerie untergebracht. Im Keller arbeitet eine Brauerei. Außerdem gibt es einen Festsaal, den die Stadtverwaltung für Ausschusssitzungen nutzt.

Den Besuch in den beiden Shopping-Centern haben wir an das Ende unseres Tages in Fürstenwalde verschoben. Unser nächster Weg führte uns an die Spree. Dort kannst du im Spreeuferpark herrlich entspannen. Auf dem Markt steht ein Plan mit den Gebäuden, die eine historische Bedeutung haben. Sie bietet dir eine gute Orientierung, wenn du die Stadt kennenlernen möchtest.

4. Ufer der Spree mit der Stadtmauer

Vom Marktplatz gelangst du über die Mühlenstraße zum Ufer der Spree. Wir sind nur wenige Minuten gelaufen. Unser Besuch in Fürstenwalde war im Februar, aber auch im Winter kannst du erkennen, wie wunderschön es dort in der warmen Jahreszeit ist. Um die Wende vom 19. und 20. Jahrhundert gab es dort Badestellen. Heute führt der Spreeradweg durch den Spreeuferpark: Er ist das Naherholungsgebiet von Fürstenwalde und bietet dir viele Gelegenheiten zum Entspannen, Joggen, Radeln und Spazieren gehen.

Schwäne leben im Spreeuferpark in Fürstenwalde

Am Rande des Spreeuferparks spazierst du an den Resten der alten Stadtmauer vorbei. Sie war in ihrem Ursprung bis zu sechs Meter hoch und hatte einen Durchmesser von bis zu 1,20 Metern. Weichtürme zur Bewachung der Stadt gab es alle 35 Meter. Auch wenn sich die Stadtmauer heute zwischen einem kleinen Wohngebiet und einer viel befahren Straße befindet, kannst du Fotos aufnehmen, die einen Eindruck vermitteln, wie es im Spätmittelalter in Fürstenwalde ausgesehen haben könnte.

Von der Stadtmauer läufst du etwas mehr einen halben Kilometer zum Jagdschloss von Fürstenwalde. Es gibt nicht viel zu sehen, da das Gebäude derzeit nicht genutzt wird. Als Fans von Schlössern der preußischen Könige mussten wir dort unbedingt hinlaufen.

5. Jagdschloss Fürstenwalde – es befindet sich um Umbau

Fürstenwalde hat ein Jagdschloss, das sich derzeit in der Sanierung befindet. Es liegt etwa zehn Gehminuten vom Dom St. Marien entfernt, in der Schlossstraße 13. Der Soldatenkönig Friedrich I. ließ es um 1700 errichten. Inwieweit er es nutzte, ist nicht belegt. Nach seinem Tod im Jahre 1713 verwendete die Stadt die Räume eigenmächtig, etwa für Bürger ohne Obdach. Dem bereitete Friedrich II. im Jahre 1750 ein Ende. Er ließ es zu einem Getreidespeicher umbauen und einen Speicher anbauen. Den angrenzenden Lustgarten gibt es seit dieser Zeit nicht mehr.

Während der DDR-Zeit waren in dem Schloss Lagerräume untergebracht. Zwischen 1993 und 2013 war das Gebäude in Privatbesitz, dann wurde es versteigert. Die Stadt bekam den Zuschlag. Heute steht das ehemalige Jagdschloss unter Denkmalschutz. Es ist eine Nutzung als Kultur- und Verwaltungsstätte angedacht.

Jagdschloss Fürstenwalde in einer Aufnahme von 2007. Heute ist das Gebäude in seiner Substanz gesichert, aber nicht saniert. Quelle: Wikipedia Commons. Fotografin: Doris Antony

6. Einkaufen in Fürstenwalde

Shoppen macht in Fürstenwalde ebenso Spaß wie ein einfacher Schaufensterbummel. Wir waren erstaunt, über die belebte Innenstadt und über die kleinen Geschäfte, die du nicht mehr in jeder Stadt findest. Die Ketten haben natürlich auch ihren Platz: Es ist für jeden etwas dabei.

Fürstengalerie und Rathauscenter

Vom Jagdschloss kommend, sind wir durch die Geschwister-Scholl-Straße zurück zum Domplatz und dann zum Markt gelaufen. Das Rathauscenter und die Fürstengalerie rahmen das Rathaus ein. Du findest kleine Geschäfte, in denen du eher das bekommst, was du täglich so benötigst. Uns hat ein schöner Buchladen gefehlt. Die Center waren sehr gut besucht, die zentrale Lage und die Integration in die bestehenden Gebäude ist schon toll.

Am frühen Abend wollten wir mit dem Regio zurück nach Hause fahren. Da wir auf den Bus warten mussten, liefen wir die etwas mehr als einen Kilometer zu Fuß zum Bahnhof. Die Eisenbahnstraße hat uns wirklich gefallen.

Eisenbahnstraße – große Ketten und kleine Läden

Die Eisenbahnstraße ist gesäumt von vielen kleinen Läden. Dort gibt es auch einen schönen Buchladen, doch leider reichte unsere Zeit nicht mehr aus. Wenn du bummeln gehen möchtest, ist die Eisenbahnstraße eine echte Empfehlung.

Die Straße führt direkt zum Bahnhof. Dort fährt zweimal in der Stunde ein Zug zurück nach Berlin, aber auch nach Frankfurt/Oder. Wir sind mit vielen Eindrücken nach Hause gefahren und waren überrascht, was die Stadt Sehenswertes zu bieten hat.

Vor unserem Stadtrundgang kannten wir von Fürstenwalde nur das Spaßbad. Es ist unser abschließender Tipp, auch wenn es dort nicht mehr so schön ist, wie vor einigen Jahren noch.

7. Schwapp – das Spaßbad von Fürstenwalde

Das Schwapp ist ein Spaßbad in Fürstenwalde, das aus der ehemaligen Spreeschwimmhalle hervorging. Diese wurde im Jahre 1971 errichtet. In den 1990er-Jahren gab es für die damaligen „Neuen Bundesländer“ Fördermittel für den Bau moderner Freizeitbäder. Fürstenwalde bekam, wie einige andere Städte im Land Brandenburg, den Zuschlag. Die Spreeschwimmhalle wurde modernisiert und erweitert. Seit 1997 trägt das Freizeitbad den Namen Schwapp.

Mit unseren Kindern sind wir mehrmals im Jahr ins Schwapp gefahren. Die Rutschen im Freizeitbad, das Außenbecken und der 3-Meter-Sprungturm in der Schwimmhalle haben unsere Jungs begeistert. Es gibt ein Bistro mit leckeren Gerichten für Kids und für Erwachsene. Dazu ausreichend Liegen für die Erwachsenen und einen schönen Kinderbereich. Die Saunenlandschaft haben wir nie besucht.

Die Anbindung über die A12 ist prima. Wenn du mit dem Regio RE1 aus Berlin oder Frankfurt (Oder) kommst, liegt das Bad ein wenig außerhalb der Stadt. Tagsüber fährt alle 20 Minuten ein Bus, die Fahrzeit beträgt etwa zehn Minuten. Du steigst direkt am Bad aus.

Etwas in die Jahre gekommen

Bei unserem letzten Besuch im Jahre 2025 stellten wir fest, dass das Schwapp leider etwas in die Jahre gekommen ist. Für die Enkel ist es immer noch ein Erlebnis, die Reifenrutsche ist immer noch ein Erlebnis und der Strudel, der einmal um den Innenbereich herumführt, auch. Vielleicht liegt es daran, dass wir nun den Vergleich mit unserer recht neuen Havel-Therme haben. Das ist ein Spa und kein Spaßbad, deswegen ist die Gegenüberstellung vielleicht etwas unfair. Doch dort ist alles neu, der Außenbereich ist größer und die Liegen sind moderner.

Im Fürstenwalder Bistro gibt es immer noch die leckere Soljanka und das klassische Schnitzel mit Pommes. Geändert haben sich die Öffnungszeiten: Das Schwapp ist außerhalb der Ferien nur noch von Donnerstag bis Sonntag geöffnet. Es schließt auch am Wochenende um 20 Uhr.

Sehr hohe Eintrittspreise – für mein Empfinden

Die Preise sind, wie in vielen Freizeitbädern, massiv gestiegen. Eine Familie mit zwei Kindern zahlt für die Tageskarte 96 EUR. (Stand März 2025). Über die aktuellen Preise kannst du dich auf der Homepage des Schwapp informieren.

Keine gute Idee: Möchte eine Mama oder ein Papa mit vier Kindern das Bad besuchen, muss ein Kind voll zahlen. Ich bin Mama von vier erwachsenen Kindern, mein Mann hat immer in Schichten gearbeitet. In den Ferien war ich oft allein mit den Kids in Freizeitbädern unterwegs. Auch, wenn es mich nicht mehr betrifft: Die Preisgestaltung für Familien finde ich leider sehr unverschämt.

Wenn du – wie ich einst – Kids hast, die das Toben im Wasser und das Rutschen über alles lieben, dann ist ein Besuch im Schwapp immer noch empfehlenswert. Wir persönlich waren nicht mehr so begeistert und ziehen bei unserem nächsten Besuch das Wonnemar in Bad Liebenwerda vor. Dort kostet eine vergleichbare Familienkarte 54.90 EUR. Alle eigenen Kinder sind inklusive. Manko: Die Karte ist nur vier Stunden gültig. Doch die Ausstattung des Bades ist besser, als das Schwapp.

Besuch in Fürstenwalde/Spree: Ein Fazit

Fürstenwalde/Spree gehört nicht zu den Ausflugszielen mit der höchsten Priorität im Land Brandenburg. Doch die Stadt hat im Kontext ihrer Geschichte einen besonderen Charme. Uns gefällt der Kontrast der verschiedenen Architekturen. Die Menschen waren sehr freundlich. In der Innenstadt war es angenehm ruhig und entspannt. Hektik kennt Fürstenwalde nicht. Du kannst die Innenstadt mit dem Auto befahren, hast aber auch eine sehr gute Anbindung mit dem Regio.

Das Einkaufen macht in Fürstenwalde Spaß: Die Innenstadt ist belebt, du findest Einkaufszentren ebenso wie kleinere Geschäfte. Es gibt Restaurants und Imbisse für den kleinen Hunger zwischendurch. Wir haben uns sehr wohl gefühlt und viele Eindrücke mitgenommen. Entdecke die Stadt, mit deinem Deutschlandticket oder mit dem Auto. Es lohnt sich!


So kommst du nach Fürstenwalde

  • Mit dem Auto erreichst du die Stadt über die A12. Sie führt vom Berliner Ring nach Frankfurt (Oder). Es gibt überall Parkplätze, die Innenstadt ist nicht autofrei.
  • Der Regio RE1 fährt von Magdeburg oder Brandenburg (Havel) über Potsdam und Berlin nach Frankfurt Oder. Alle Züge halten in Fürstenwalde.
  • Im Regio kannst du dein Fahrrad mitnehmen. Der Spreeradweg führt durch Fürstenwalde. Die Innenstadt entdeckst du am besten mit einem Spaziergang.
  • Das Spaßbad Schwapp hat einen eigenen kostenlosen Parkplatz.

Grasnick-Brunnen in der Eisenbahnstraße in Fürstenwalde/Spree
Der Grasnick-Brunnen in der Eisenbahnstraße in Fürstenwalde /Spree hat den Krieg überdauert. Otto Grasnick, ehemaliger Stadtrat und Brauereibesitzer, ließ den Brunnen im Jahre 1907 zum Gedenken an seine verstorbene Gattin Marie an dieser Stelle errichten. Er hatte ihn bei einer Gartenbauausstellung gekauft und schenkte ihn der Stadt.

Fotos © jette


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