Potsdamer Innenstadt im Wandel: Parken, Handel und Visionen
In der Potsdamer Innenstadt findest du einen Mix aus historischen Gebäuden, Ketten, kleinen Geschäften und Restaurants. Was sich beim ersten Lesen gut anhört, ist auf den zweiten Blick problematisch. Die vorteilhafte Infrastruktur, die seit Jahrzehnten vorhanden ist, zieht nicht genug Besucher an. Händler beklagen sich über instabile Umsätze. Das historische Kaufhaus war schon mehrfach von der Schließung bedroht. Ein Ikea Planungsstudio zog nach kurzer Verweildauer in den Hauptbahnhof um, kleinere Geschäfte ziehen ein und geben schnell wieder auf. Woran liegt es, dass die Innenstadt kein Besuchermagnet ist? Hohe Parkgebühren, ein einseitiges Angebot und Visionen von Stadtverordneten haben das Herz von Potsdam verändert. Die einen freut es, andere beschweren sich. In welche Zukunft geht die Innenstadt?

Die Potsdamer Innenstadt: Zwischen historischem Flair und hohen Parkgebühren
Die Potsdamer Innenstadt hat mit der Brandenburger Straße, dem Holländischen Viertel und der Friedrich-Ebert-Straße ein hübsches Flair mit historischen Gebäuden und kleinen Ladenlokalen. Zwischen Luisenplatz, Peter-und-Paul-Kirche, Nauener Tor und dem wiederaufgebauten Stadtschloss mit dem Marstall kannst du entspannt spazieren gehen. Sanssouci, der Neue Garten und die Havel liegen in unmittelbarer Nähe. Im Grunde sind das beste Voraussetzungen für eine lebendige City mit einer Mischung aus Historie, Shopping und Gastro, die Einheimische und Gäste zum Flanieren einladen.

Der Bereich rund um die Brandenburger Straße und das Holländische Viertel ist im Zweiten Weltkrieg von schweren Zerstörungen verschont geblieben. Die Alliierten konzentrierten sich auf den Bereich rund im das Stadtschloss, dessen Nachbau sich an der heutigen Breiten Straße befindet. Damit unterscheidet sich Potsdam von Frankfurt am Main, von Gera oder Dresden, deren Stadtkerne dem Bombenhagel teilweise oder vollständig zum Opfer fielen.
Dennoch sind viele andere Innenstädte belebter. Das Bummeln und Spazierengehen macht dort mehr Spaß. Das ist zumindest meine persönliche Meinung. Woran liegt das?
Bitte keine Autos
Die Veränderungen in Potsdam begannen, als die Stadtverordneten die Eindämmung des Autoverkehrs beschlossen. Im Jahre 2017 wurde die Zeppelinstraße als westliche Zufahrt zur Innenstadt einer Verkehrsberuhigung unterzogen. Zwei der vier Fahrspuren verschwanden zugunsten eines Fahrradstreifens, der stadtauswärts installiert wurde, und einer Busspur in Richtung Innenstadt.
Ein Messgerät in der Nähe des Bahnhofs Charlottenburg zeichnet die Schadstoffbelastung auf. Die Geschwindigkeit wurde in diesem Bereich auf 30 km/h reduziert. Die Autos werden einspurig an dem Messstelle weitergeleitet. Seitdem betont die Stadt, wie viel sauberer die Zeppelinstraße wäre.
Um das zu erreichen, sorgen Pförtnerampeln zur Rushhour in beiden Richtungen für Staus. Werder (Havel) liegt westlich von Potsdam. Wir müssen das Nadelöhr bei jeder Fahrt passieren. Uns ist die Lust auf eine Autofahrt nach Potsdam vergangen. Manchmal fahren wir mit dem Rad. Aber dazu später mehr.
Autofahrer, die aus anderen Richtungen kommen, haben es nicht unbedingt leichter: Über Jahre währende Baustellen am Leipziger Dreieck und an der Nuthe Schnellstraße sorgen auch dort für lange Staus. Der Grundstein für eine autofreie Innenstadt wurde gelegt.
Übrigens: Der Umbau der Zeppelinstraße war ein Pilotprojekt, das über einen Zeitraum von einem Jahr angedacht war. Nachdem die Fahrstreifen mit einigem Aufwand neu markiert waren, wussten wir: Das bleibt jetzt so. Wir sollten leider recht behalten.
Parkverbote und Anstieg der Parkgebühren
Im nächsten Schritt beschlossen die Potsdamer Abgeordneten, das Parken in der Innenstadt zu verbieten oder mit hohen Gebühren zu belegen. Die Preise in den Parkhäusern unter der Wilhelmgalerie und dem Luisenplatz stiegen binnen drei Jahren von 2 EUR auf 3,50 EUR pro Stunde. Am Straßenrand stehen überall Parkuhren. Die Preise liegen bei durchschnittlich drei Euro in der Stunde. Es gibt keinerlei kostenlose Parkmöglichkeiten. Die Tageshöchstgebühr liegt bei bis zu 35 EUR.
Neben der Anhebung der Parkgebühr wurde der zur Verfügung stehende Parkraum reduziert. Poller in den Zufahrtsstraßen zur Brandenburger Straße, der Potsdamer Fußgängerzone, sorgen dafür, dass Autos weiter entfernt parken müssen. Sie schränken Anwohner und Händler in ihrer Mobilität ein.
Die Planung ist noch nicht beendet: In der belebten Dortustraße, auch sie grenzt an die Fußgängerzone, wurden die Parkplätze abgeschafft. Künftig könnte die Einfahrt für Autos verboten sein. Kinder sollen auf der Straße spielen und Cafés und Restaurants dort ihre Tische und Stühle aufstellen. Die Friedrich-Ebert-Straße soll zwischen dem Nauener Tor und der Charlottenstraße autofrei werden.
Du kennst Potsdam nicht? Dann stelle dir eine Innenstadt vor, die mit dem Auto nur mit hohen Kosten, längerer Parkplatzsuche und staubelastetem Anfahrtsweg erreichbar ist. Jetzt fragst du sicher, ob es in Potsdam keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt. Natürlich gibt es die. Doch wer möchte sich mit seinen Einkaufstüten in einen überfüllten Bus oder eine volle Straßenbahn quetschen?
Bus und Straßenbahn als Alternative?
Vom Potsdamer Hauptbahnhof gibt es die Möglichkeit, mit dem Bus oder der Straßenbahn in die Innenstadt zu fahren. Zu Fuß läufst du 15 Minuten. Das Problem ist, dass du auch am Hauptbahnhof nicht kostenlos parken kannst.
Viele Menschen sind einfach gern mit dem Auto unterwegs. Sie möchten flexibel bleiben, wenn sie einkaufen oder essen gehen. Günstige Sammelparkplätze sind eine wichtige Voraussetzung für eine belebte Innenstadt. In anderen Städten funktioniert das. Gera bietet ein günstiges Parkhaus unter einem Einkaufszentrum direkt in der Innenstadt an. In Frankfurt am Main parken wir am Straßenrand: Am Wochenende ist das kostenlos. Wenn wir in Dresden unterwegs sind, stellen wir unser Auto in einem Parkhaus in der Nähe der Frauenkirche ab. Die Parkgebühren betrugen bei unserem letzten Besuch etwa zwei Euro in der Stunde. (2024)
Kein Deutschlandticket? – Hohe Fahrkosten
Du hast kein Deutschlandticket? Die Preise für eine Fahrt mit der Straßenbahn oder dem Bus beginnen bei 2,10 EUR pro Fahrt im Regeltarif. Eine Tageskarte für Potsdam und Berlin kostet knapp 13 EUR. Somit kannst du dich zwischen hohen Parkgebühren oder den Kosten für den ÖPNV entscheiden.
Ein günstiges Parkhaus mit Tarifen von maximal zwei Euro in der Stunde, das wenige Fußminuten entfernt ist, wäre eine Option. Doch das City-Parkhaus in der Hegelallee kostet ebenfalls 3,50 EUR pro angefangene Stunde. Die Potsdamer Stadtverordneten mögen keine Autos in der Innenstadt. Und wie sieht es mit den Fahrrädern aus?
Fahrräder? Kopfsteinpflaster und Fahrverbot
Wir sind leidenschaftliche Fahrradfahrer. Den Stau in den Potsdamer Zufahrtsstraßen tun wir uns nur noch an, wenn es unbedingt notwendig ist. Ansonsten legen wir die 15 Kilometer auf dem Havelradweg oder auf dem Fahrradweg der Zeppelinstraße zurück. Das ist eine entspannte Tour, die wir gern fahren.
Angekommen in der Innenstadt, zeigt sich, dass die Potsdamer Stadtverwaltung voll auf die Tram, den Bus und die Fußgänger setzt. Rund um die Brandenburger Straße gibt es historisches Kopfsteinpflaster. Ohne Schutzstreifen für Radler oder einen Fahrradweg. Das Radeln auf dem Fußweg ist verboten. Hast du die Fußgängerzone gut durchgeschüttelt erreicht, musst du dein Fahrrad schieben. Das ist doch richtig so, denkst du jetzt vielleicht. Ich bin der Meinung, es könnte eine andere Lösung geben.

Potsdam weist gern auf die Fahrradhauptstadt Kopenhagen hin, in der das Autofahren nicht gestattet ist. Dort finden die Radler aber ideale Bedingungen. Gleiches gilt für Amsterdam.
Warum ist kein Fahrradstreifen möglich?
Den Haag hat eine Lösung gefunden, die auch für Potsdam möglich gewesen wäre: In der Brandenburger Straße gibt es einen Straßenabschnitt und zwei Fußwege. In Den Haag ist es ähnlich. Mit dem Unterschied, dass Radler die einstige Straße befahren dürfen.

In Potsdam wird die Brandenburger Straße gerade saniert. Warum schafft man in der Mitte nicht einen Streifen für Fahrradfahrer, den man, ähnlich wie in Den Haag, mit dem Bordstein von dem dann immer noch ausreichend breiten Streifen für Fußgänger abgrenzt?

Doch das ist nicht erwünscht. Fahrradfahrer müssen ihr Rad den knappen Kilometer schieben. Oder sie fahren woanders hin. Denn abgesehen von dem Fahrverbot gibt es nirgendwo Abstellplätze oder gar Fahrradständer, an denen du ein teures Rad sichern könntest. Möchtest du ein Geschäft betreten, bleibt dein Rad auf dem Weg stehen. Hast du keinen Ständer verbaut, lehnst du es gegen eine Laterne oder eine Hauswand. Was offiziell verboten ist. Fazit: Fahrradfahrer sind in der Innenstadt auch nicht gern gesehen.
Überschaubares Angebot: Händlerketten und wenig Auswahl bei der Gastronomie
Bist du in der Innenstadt angekommen, erwarten dich einzelne Ladengeschäfte in einem historischen Stil: Die Häuser entstanden zu Beginn des 18. Jahrhunderts unter dem Soldatenkönig Friedrich-Wilhelm I. als Handwerkerwohnungen. Etwa einhundert Jahre später erfolgte der Wandel zu einer Wohn- und Geschäftsstraße. Erst seit dem Ende der 1970er-Jahre ist die Straße eine Fußgängerzone. Ich kann mich noch erinnern, dass wir dort mit unserem Trabbi durchgefahren sind.

In der DDR bummelten wir auf dem „Boulevard“. Er trug den offiziellen Namen „Clement-Gottwald-Straße“. Wir bekamen dort alles, was der sozialistische Konsum hergab: Restaurants, Cafés, Schreibwaren, Lebensmittel, Bekleidung, Drogerieartikel. Das Kaufhaus galt als Magnet. Die Straße war beliebt und immer gut besucht.
Heute ist das Angebot leider eher einseitig. Konnten wir einst wählen, ob wir belegtes Baguette, eine warme Suppe, die Bockwurst mit Senf oder klassische deutsche Hausmannskost mögen, besteht das Angebot heute aus asiatischer und italienischer Küche. Beides magst du nicht? Döner, HotDog und die belegten Brötchen einer bekannten Kette gibt es als Alternative. Beliebt war auch die Berliner Currywurst mit Pommes, doch der Betreiber hat den Laden mittlerweile geschlossen. McDonalds zog sich ebenfalls aus der City zurück.
Empfehlenswert ist das Café Extrablatt: Im Sommer kannst du im Hof sitzen und Speisen und Getränke von der wirklich umfangreichen Karte genießen. In der Friedrich-Ebert-Straße findest du den letzten traditionellen Bäcker Potsdams: Bei Braune bekommst du noch klassisches Sauerteigbrot und die gute alte DDR-Schrippe.
Einkaufsbummel ohne Überraschungen
Beim Bummel über die Brandenburger Straße gibt es viele bekannte Ketten, aber kaum individuelle Geschäfte. Die findest du in den Seitenstraßen oder im Holländischen Viertel. Thalia, H&M, McPaper und NanuNana haben Filialen in den historischen Typenhäusern. Ansonsten gibt es wirklich kaum Überraschungen.
Es gab immer wieder kleinere Händler mit individuellem Angebot, die es versucht haben, die Brandenburger Straße mit etwas Abwechslung zu beleben. Doch das hat leider nicht funktioniert. Noch vor dem Beginn der Corona-Pandemie zogen sich Leonardo, WMF und Starbucks aus der Brandenburger Straße zurück. Der Artikel befindet sich leider hinter einer Bezahlschranke, aber du kannst der Überschrift entnehmen, dass hohe Mieten der Grund waren.
Gibt es mal einen kleineren Händler mit individuellem Angebot, sind diese Läden recht schnell wieder verschwunden. Leerstand ist immer wieder ein Problem. Das schöne historische Ambiente, das die Brandenburger Straße bietet, kann leider nicht mit einem tolen und lebendigen Angebot aufwarten. Die Mieten sind seit dem Ende der Pandemie weiter gestiegen und führen neben der wenig kundenfreundlichen Infrastruktur dazu, dass Händler aufgeben. Als ich zu Beginn des Jahres 2026 die Fotos aufnahm, hatte die kleine Kette Schuh Baar erkannt, dass der Standort unwirtschaftlich ist.
Kritik von Händlern und Anwohnern
Immer wieder ist in den lokalen Medien von Kritik an den Plänen der Stadtverordneten zu lesen. Anwohner sorgen sich um Lärmbelastung aufgrund der Parkplatzsuche rund um die Brandenburger Straße. Händler stören sich an der geplanten verkehrsberuhigten Struktur in der Dorfstraße. Dadurch würde die Versorgung der Geschäfte erschwert. Kunden könnten sich durch fehlende Parkmöglichkeiten abgeschreckt fühlen.
Im Jahre 2023 wandten sich Händler und Anwohner gemeinsam an die Stadtverwaltung, um gegen die Konzepte der autoarmen Innenstadt zu protestieren. Doch sie konnten nichts erreichen. Seit diesem Zeitraum wurden Poller errichtet, um die Durchfahrt zu erschweren. Parkplätze verschwanden, die Parkgebühren stiegen.
Potsdam und die verkehrsarme Politik
Mit dem Konzept eines autoarmen Potsdam ist der Name des parteilosen Bernd Rubelt eng verknüpft. Ebenso wie die Oberbürgermeisterin Noosha Aubel stammt er aus Westdeutschland. Seit 2019 ist er Beigeordneter für Stadtentwicklung und Verkehr in Potsdam. Er schuf Pförtnerampeln, 30er-Zonen, und er ist maßgeblich an den Konzepten der Innenstadt beteiligt.
In Westdeutschland mögen diese Konzepte aufgehen. Die Städte haben eine ganz andere Infrastruktur. Rund um die Stadtkerne werden Parkplätze geschaffen. Vielleicht gibt es auch ein anderes Bewusstsein für den Umgang mit dem Autofahren.
Ich stehe dazu, ein offener Kritiker von Politikern zu sein, die unsere Städte regieren, obwohl sie nicht aus der Region kommen. Bei meinen Recherchen für den Artikel zum Amtsantritt von Oberbürgermeisterin Noosha Aubel fiel mir auf, dass es in Westdeutschland nicht üblich ist, Kandidaten für das Amt aufzustellen, die nicht aus der Region stammen.
An dieser Stelle möchte ich das so stehenlassen. Potsdam hat aufgrund seiner Lage und der schönen Umgebung einen hohen Zuzug aus allen Teilen Deutschlands. Das macht derartige Wahlen möglich. Dennoch wäre es schön, wenn die Wünsche und Bedürfnisse der Einheimischen doch ab und zu berücksichtigt würden.
Das Krankenhaus am Rande der Innenstadt
Nur wenige Gehminuten von der Brandenburger Straße entfernt befindet sich das Ernst-von-Bergmann-Klinikum. Das städtische Klinikum hat etwa 1.100 Betten, mehr als 30 Fachabteilungen und eine angeschlossene Ambulanz. Kostengünstige Parkplätze gibt es nicht. Wer zur Kindernotaufnahme in die Charlottenstraße fährt, findet einige wenige Parkmöglichkeiten für 2 EUR pro Stunde. Alle anderen Patienten und Besucher müssen mit dem Parkhaus am Holländischen Viertel Vorlieb nehmen. Die erste Stunde kostet 2,50 EUR, dann wird es mit jeder weiteren Stunde teurer.
Ein junger Papa, der seine Partnerin zur Geburt begleitet und sein neugeborenes Baby in den nächsten Tagen besuchen möchte, muss pro Tag 18,50 EUR einplanen … bei einer Besuchszeit von fünf Stunden. Eine Krankenschwester, die von außerhalb kommt und keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzt, zahlt 100 EUR ihres Gehalts im Monat für den Parkplatz. Ich frage: Muss das sein, dass man Menschen, die ihre Angehörigen im Krankenhaus besuchen oder die dort arbeiten, derart abzocke.

Zum Vergleich: Der Parkplatz am Krankenhaus in Gera ist in den ersten beiden Stunden kostenlos. Das Parkhaus verlangt 50 Cent pro angefangene Stunde. In Brandenburg kannst du rund um das Klinikum mit deiner Parkuhr zwei Stunden kostenlos parken. Es geht auch anders. Aber das hat Potsdam leider nicht verstanden.
Wie könnte die Innenstadt attraktiver werden?
Mein Auto ist nicht mein bevorzugtes Transportmittel. Ich fahre viel mit dem Rad und dem ÖPNV. Als wir vier Kinder hatten, was das anders: Uns waren Fahrten mit Bus und Bahn zu stressig und zu teuer. Deshalb habe ich für jeden Verständnis, der mit dem Auto zum Einkaufen oder Bummeln fahren möchte. Zumal Fahrrad, Tram und Bus in der Potsdamer Innenstadt keine schönen Alternativen sind.
Das Angebot könnte sich in der Brandenburger Straße und in dem Bereich drum herum verbessern. Ich liebe es, einen guten Döner zu essen, eine Pizza aus dem Steinofen oder einen leckeren Eierreise mit Gemüse und Hühnerfleisch. Somit habe ich gegen dieses Angebot gar nichts. Doch bitte nicht ausschließlich!
Gleiches gilt für die Ketten, die in der Brandenburger Straße eingezogen sind: Oft sind die Ladenflächen sehr klein, das Angebot ist gegenüber den Centern und mehrstöckigen Warengeschäften in Berlin eingeschränkt. Wenn ich schonmal im Zug sitze, fahre ich gleich bis Berlin. Dort kann ich mich gut mit dem Fahrrad bewegen und habe eine unendliche Auswahl an Läden. Dafür ist die Brandenburger Straße gar nicht gemacht.
Fünf Vorschläge für eine belebte und beliebte Innenstadt
Hier sind meine Vorschläge für eine Innenstadt, die attraktiv wäre und viele Besucher anziehen könnte. Ich berücksichtige meine eigenen Interessen, aber auch die Ideen und Vorschläge, auf die ich bei meinen Recherchen zu diesem Artikel gestoßen bin.
- Kostengünstige Parkplätze. Sie sollten maximal 1,50 EUR in der Stunde kosten. Die Tagesgebühr könnte auf 10 EUR begrenzt werden. So können Besucher selbst entscheiden, ob sie mit dem Auto kommen möchten, und werden nicht durch hohe Parkgebühren abgeschreckt.
- Fahrradspur in der Brandenburger Straße. Für Radler würde die Innenstadt attraktiver werden, wenn sie mit dem Rad durchquerbar ist. Der Raum für Fußgänger wäre dennoch ausreichend. Städte wie Den Haag, Amsterdam oder Kopenhagen könnten als Vorbild dienen.
- Günstige Mieten für die Ladengeschäfte. Das würde kleinere Händler anziehen und das Angebot vielschichtiger machen. Die Stadt sollte daran ein Interesse haben und die Vermieter unterstützen.
- Autos leiten, nicht aussperren. Statt die umliegenden Straßen mit Pollern und Parkverbotsschildern zu versehen, sollten Autos durch die umliegenden Straßen geleitet werden. Parkmöglichkeiten könnten wieder geschaffen werden. Das kommt Anwohnern, Besuchern und Händlern zugute.
- Breites gastronomisches Angebot. Günstigere Mieten und eine besser erreichbare Innenstadt könnte kleinere Gastronomen anlocken. Vielleicht gibt es in der Brandenburger Straße dann doch wieder eine Suppe, von Hand belegte Baguettes oder Paninis oder ein deutsches Restaurant? Es wäre wünschenswert
Hast du weitere Vorschläge oder kannst du mir gar nicht zustimmen? Dann schreib es gern in die Kommentare.
Die autoarme Vision funktioniert in Potsdam nicht
Die Stadtverwaltung hat Potsdam mit ihrer Vision einer autoarmen Innenstadt keinen Gefallen getan. Seit Jahren geht es dort nicht voran. Dafür nimmt die Kritik zu. Autos lassen sich aussperren, wenn die entsprechende Infrastruktur geschaffen wird und die Menschen bereit sind, auf andere Transportmittel auszuweichen.
Dass die autofreie Innenstadt woanders funktioniert, ist kein Argument. Menschen möchten überzeugt werden. Umerziehung mit dem Holzhammer funktioniert nur selten richtig gut. Die Potsdamer Innenstadt zeigt uns seit mehreren Jahren, dass diese Methode ungeeignet ist.


HB 2026-10





