Baumblütenfest: Höfe und Gärten in und um Werder

Baumblütenfest: Höfe und Gärten in und um Werder

Du möchtest ein Glas Obstwein und eine Schmalzstulle mit Gurke unter blühenden Obstbäumen genießen? Beides ist auf dem Baumblütenfest in Werder (Havel) sehr beliebt. Obstbauern und private Familien bewirten dich in ihrem Garten oder auf den Obsthöfen. Etwa 30 Höfe und Gärten öffnen ihre Tore für die Besucher. Die Angebote auf der Inselstadt oder im Hohen Weg erreichst du zu Fuß. Zu den Ortsteilen fährt ein Blütenbus, der am Werderaner Bahnhof startet. Eine Alternative ist das Fahrrad: Du radelst über den Obstpanoramaweg und entscheidest spontan, wo du einkehren möchtest. Wir haben uns das Angebot und die Atmosphäre vom Baumblütenfest in den Höfen und Gärten angeschaut. Hier sind unsere Tipps und Eindrücke.

Höfe und Gärten beim Baumblütenfest in Werder – abseits des großen Trubels wird es ruhiger und persönlicher
Etwa 30 Höfe und Gärten erwarten in der Baumblütenwoche ihre Gäste. Hier blickst du in den Obstgarten von Elke Rietz auf dem Hohen Weg. Er ist beliebt für seinen Flammkuchen und die familiäre Atmosphäre.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Vom 25.04. bis 03.05.2026 erwarten dich etwa 30 Höfen in und um Werder mit Obstwein, Kuchen und Snacks
  • Du sitzt unter blühenden Obstbäumen und genießt je eine ruhige Atmosphäre oder lebendige Partystimmung
  • Einige Höfe erreichst du fußläufig von der Innenstadt, andere sind bis zu acht Kilometer entfernt
  • Über den Obstpanoramaweg erreichst du die anliegenden Höfe mit dem Fahrrad
  • Vom Bahnhof fährt ein Blütenbus mit einem Hopp-on-Hopp-off-Konzept zu den Höfen in den Ortsteilen
  • Eine malerische Aussicht auf die Kernstadt von Werder und den Plessower See erwarten dich auf dem Karfunkelberg und dem Telegrafenberg
  • Wähle aus kleinen privaten Gärten und großen Obsthöfen deinen Favoriten

Die Baumblüte in den Höfen und Gärten – das Fest abseits des Trubels

Das Baumblütenfest in den Höfen und Gärten ist seit vielen Jahren ein fester Programmpunkt. Möchtest du gemeinsam mit Freunden oder der Familie in einer angenehmen Atmosphäre auf einer Bank unter blühenden Bäumen sitzen und deinen Obstwein inmitten der Natur genießen? Dann sind die Angebote der Obstbauern für dich eine Alternative zum Volksfest mit viel Trubel und lauter Musik.

Blick in die Obstplantage der Familie Seiffert. Im August und September kannst du hier Äpfel und Birnen selbst pflücken.

Wir mögen den Trubel in der Innenstadt und Coverbands, die mit Partysongs für gute Stimmung sorgen. Das Baumblütenfest in den Höfen und Gärten haben wir bislang nur am Rande wahrgenommen.

In diesem Jahr sind wir mit dem Blütenbus und dem Fahrrad in die Werderaner Ortsteile hinausgefahren. Unter der Woche ist es nicht sehr voll. Du findest ein idyllisches Plätzchen unter den Obstbäumen. Einziges Manko: Die leuchtenden weißen Blüten haben sich sich Ende April oft schon verabschiedet. Dennoch ist die Atmosphäre angenehm. Es ist ein Kontrast zum Fest in der Innenstadt, der sich dir präsentiert.

Trubel oder Romantik unter Obstbäumen?

Kennst du schon einige Texte, die ich auf der Baumblütenseite des Havelblogs veröffentlicht habe? Dann ist dir sicher aufgefallen, dass wir die Höfe und Gärten vernachlässigt hatten. Dafür gibt es zwei Gründe: Wir trinken keinen Alkohol und wir treffen uns mit Freunden und der Familie auf der Inselstadt oder der Bismarckhöhe. In diesem Jahr waren wir neugierig und wollten den „Baustein“ Höfe und Gärten einmal kennenlernen.

Nach unseren Touren über die Obstplantagen können wir verstehen, was die Menschen an dem Fest in den Höfen und Gärten so sehr mögen. Wenn du nicht gern tanzt und lieber bei einem Glas Wein in schöner Atmosphäre erzählst, passt das Ambiente auf den Höfen besser. Auf den größeren Höfen bekommst du deinen Obstwein im Glas serviert und die Musik läuft, wenn überhaupt, leise im Hintergrund.

Das Angebot auf den Höfen und in den Gärten

Die Baumblüte ist das Fest des Obstweins. Zum Ende des 19. Jahrhunderts hatten es die Obstbauern schwer, den langen Winter ohne Einnahmen zu überstehen. Aus einem Teil der Ernte kelterten sie einen süffigen Fruchtwein. Doch es fehlten die Kunden für den Absatz.

Obstbauer Wils hatte im Jahre 1879 die Idee, die Berliner nach Werder zu holen. Die damals neuartigen Dampfschiffe ermöglichten eine entspannte Anreise. Das Baumblütenfest in Werder etablierte sich bis zur Jahrhundertwende zu einem besonderen Höhepunkt im Jahr.

Als Teenager war ich ein großer Fan der Mädchenbuchreihe „Nesthäkchen“ von Else Ury. Die ersten Bücher spielen in der Kaiserzeit. Sie durften in der DDR nicht verlegt werden, doch meine Omi brachte mir zwei Sammelbände mit, die sie im Koffer zwischen ihrer Wäsche versteckt hatte.

In einem Band ist das Baumblütenfest in Werder erwähnt. Annemarie, das Nesthäkchen, wächst in einem Arzthaushalt auf und darf das Fest als junges Mädchen nicht besuchen. Aufgrund des süffigen Obstweins hatte es einen schlechten Ruf.

Ich fand es interessant, dass das Fest in einem Mädchenroman, der ab 1913 verfasst wurde, Erwähnung fand. Die Autorin gibt dem Fest eine negative Assoziation. Tatsächlich waren es aber die wohlhabenden Berliner, die das Fest besuchten. Arbeiter konnten sich die Dampferfahrt gar nicht leisten.

Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges hatte sich das berauschte Fest in Werder fest etabliert. Damals feierten die Menschen nicht in den Höfen und Gärten, sondern auf den Höhengaststätten. Einst waren es fünf, zwei werden heute noch genutzt: Die Wachtelburg ist in privater Hand, die Bismarkhöhe gehört der Stadt und beherbergt einen Festsaal.

Anderthalb Jahrhunderte später dreht sich immer noch alles um den Obstwein, den du in verschiedenen Sorten probieren kannst. Auf den Höfen und in den Gärten werden sie aus Fässern oder Kruken ausgeschenkt. Die Alternative sind Flaschen aus Plastik, die auf dem Volksfest verkauft werden. Eine Flasche kostet 13 EUR, den Becher bekommst du ab 3,50 EUR.

Obstwein – du kannst viele Sorten probieren

In den Höfen und Gärten bekommst du verschiedene Sorten angeboten. Es sind selbst hergestellte Weine, die während der Winterzeit in den Kellern gären durften. Sie haben bei jedem Obstbauern eine andere Note. Aber Vorsicht: Der Wein steigt recht schnell zu Kopf. Vor allem dann, wenn die Sonne vom blauen Himmel scheint und du vergessen hast, ein gutes Frühstück zu dir zu nehmen.

Neben den Klassikern Kirsche, Johannisbeere und Erdbeere probieren die Obstbauern immer wieder neue Sorten aus. Quitte und Rhabarber haben sich etabliert. Aber auch Weine aus Fruchkombinationen werden gern probiert.

Auf HeiDie’s Alm am Obstpanoramaweg gibt es ein besonderes Angebot: Du kaufst eine Palette mit zehn Shots aus unterschiedlichen Weinsorten und probierst dich – am besten mit Freunden – durch die Kreationen. Dein persönlicher Favorit ist sicher dabei!

Übrigens: Vor der Baumblüte werden die besten Obstweine vom Werderschen Obst- und Gartenbauverein mit der „Goldenen Kruke“ prämiert.

Kuchen, Bratwurst und die traditionelle Schmalzstulle

Auf den Höfen bekommst du Kuchen, eine Bratwurst oder die Schmalzstulle. Das ist ein günstiger Sattmacher aus der Zeit Obstbauern, der in Werder eine lange Tradition hat. Ganz günstig ist es heute nicht mehr: Du zahlst für ein Brot zwischen drei und fünf Euro. Doch lecker sind die Schmalzstullen allemal. Eine Gurke gehört zu dem traditionellen Gericht dazu.

Die Tasse Kaffee und ein Stück selbst gebackener Kuchen ist das Highlight auf den Höfen und in den Gärten. Von klassischem Streuselkuchen bis zur Torte haben wir ein ein buntes Angebot entdeckt, das von Hof zu Hof wechselt.

Bratwurst, Bulette und Pommes Frites sind auf jedem Volksfest der Klassiker. Jeder Hof bestimmt sein Angebot selbst. So gab es auf Van Dam’s Kirschenhof eine Bulette mit Brot für 5 EUR. Die Gurke kostete einen Euro extra.

Ein paar hundert Meter weiter entschieden wir uns bei Seiffert für die Thüringer Rostbratwurst, die ebenfalls 5 EUR kostete. Seiffert’s Streuobst hat ein breites Angebot mit Suppe, Burgern und einem Kuchenbuffet. Du kannst sogar ein Stück Torte für 4 EUR genießen.

Seiffert bietet dir außerdem eine Stulle mit Lammleberwurst aus eigener Herstellung an. Ebenso wie der Käsespieß mit Weintrauben auf Schultz’ens Siedlerhof und der selbst gebackene Flammkuchen, den du im Hofgarten von Elke Rietz am Hohen Weg probieren kannst, sind das Snacks, die nicht überall angeboten werden.

Übrigens: Auf einigen Obsthöfen kannst du bargeldlos zahlen. Wir begrüßen es, dass das Baumblütenfest diesbezüglich im 21. Jahrhundert angekommen ist. Barzahlung ist überall möglich.

Blütenrundfahrt: Mit dem Bus zu den Obstplantagen

Die Blütenrundfahrt gibt es seit den Nuller Jahren. Die Höfe und Gärten in den Ortsteilen von Werder sind bis zu acht Kilometer von der Kernstadt entfernt. Nicht alle sind mit dem Auto erreichbar. Möchtest du dich durch die verschiedenen Obstwein-Sorten probieren, ist das Auto ohnehin keine gute Option.

Der Blütenbus startet und endet am Bahnhof in Werder. Du zahlst einmalig 10 EUR und kannst auf deiner Tour so oft ein- und aussteigen, wie du möchtest. Die Fahrkarte gilt den ganzen Tag. Kinder fahren bis zum Alter von fünf Jahren kostenfrei mit. Zwischen sechs und 14 Jahren zahlen sie 5 EUR.

Beachte, dass das Deutschlandticket und andere Fahrkarten der Verkehrsbetriebe nicht gültig sind. Du kannst das Ticket direkt beim Busfahrer lösen. Wenn du die Höfe im Hopp-on-Hopp-off wechselst, zeigst du es einfach vor.

Auf 16 Stationen durch Werder und die Ortsteile

Wir sind an einem Dienstag um 11.15 Uhr gestartet. Wenige Minuten zuvor kam der Zug: Der Bus war voll, doch niemand musste warten. Der Busfahrer bat die Fahrgäste, durchzurücken. Nach der Bezahlung öffnete er den hinteren Einstieg, sodass sich die Passagiere verteilen konnten.

Uns fiel auf, dass die Fahrer sehr freundlich und entspannt sind. Wenn du Glück hast, kommt der Kollege aus Werder oder er fährt die Tour schon mehrere Jahren. Dann nimmt er sein Mikrofon und erzählt interessante Geschichten zur Baumblüte oder den Obsthöfen.

Auf seiner Runde fährt der Blütenbus 16 Stationen an. Im Bus oder an der Information am Bahnhof in Werder bekommst du einen kostenlosen Flyer und kannst dich über die Route und die Lage der Obsthöfe informieren. Einige liegen direkt an der Haltestelle. Andere erfordern einen Fußweg von bis zu einem halben Kilometer.

Unter der Woche fahren die Busse alle halbe Stunde. An den beiden Festwochenenden und am 1. Mai häufiger. Beachte, dass die ersten und letzten Busse sehr voll sind. Wenn möglich, solltest du deine Tour auf die Höfe zwischen zwölf und 17 Uhr einplanen. Möchtest du den ganzen Tag nutzen, kannst du versichert sein, dass dich der Bus mitnimmt. Ein Sitzplatz ist aber nicht garantiert.

Eine schöne Tour durch Werders Obstplantagen

Die gesamte Tour dauert etwa neunzig Minuten. Sie führt über Werders Ortsteil Kemnitz über den Obstpanoramaweg nach Glindow, Elisabethhöhe, Bliesendorf und Plötzin. Von dort aus geht es zurück nach Werder. Du kannst im Stadtzentrum an der Post oder am Bahnhof aussteigen.

Der Obstpanoramaweg ist ein Fahrradweg, der für Pkw’s gesperrt ist. Bei unserer Tour hatte sich eine Autofahrerin mit heimischem Kennzeichen auf den Weg „verirrt“ und begegnete dem Bus in einer Kurve. Das war eine enge Angelegenheit: Du solltest besser nicht versuchen, den Blütenbus durch das Auto zu ersetzen. Polizei und Ordnungsamt sind dort während der Festwoche sehr präsent.

Was manche Menschen doch für eigenartige Fahrräder fahren.

Kommentar des Busfahrers, als ihm in einer engen Kurve des Obstpanoramawegs ein Auto entgegen kam

Die Aussage sorgte unter den Fahrgästen für Heiterkeit. Selbst wenn du nicht planst, auf einem der Obsthöfe zu verweilen, ist die Blütenrundfahrt eine echte Empfehlung. Du lernst die weiten Obstplantagen kennen, die Werder über seine Grenzen hinaus bekannt gemacht haben.

Die letzte Blütenrundfahrt startet zwischen 17 und 18 Uhr am Bahnhof. Die Höfe und Gärten schließen um 18 Uhr. Das finde ich schade, denn an den Wochenenden und am 1. Mai hätte die abendliche Stimmung dort viel Potenzial. Doch die Anreise erfordert leider ein Fahrrad oder einen längeren Fußmarsch.

Das Fahrrad als Alternative zum Blütenbus

Der Obstpanoramaweg ist ganzjährig ein beliebter, sehr gut ausgebauter Fahrradweg. Er führt vom Werderaner Ortsteil Glindow nach Derwitz oder Plötzin. Du fährst durch weite Obstplantagen, die von den wenigen verbliebenen selbstständigen Obstbauern betrieben werden. Auf einigen Höfen kannst du während der Erntezeit Äpfel, Birnen oder Kirchen selbst pflücken.

Du startest deine Tour in Glindow gegenüber dem Schützenpark oder du fährst auf der B1 bis zum Obsthof Lindicke. Dort biegst du in die Plötziner Straße ein. Mehrere kleine Wege zweigen rechts und links ab. Der Obstpanorameweg ist in Werder ausgeschildert. Das Kennzeichen ist ein roter Apfel. Ein Flyer informiert über über die Route.

Wir sind von Werder über den Obstpanoramaweg nach Elisabethhöhe gefahren. Die Strecke betrug etwa 25 Kilometer. Auch kürzere Varianten sind möglich: Mit 15 Kilometern solltest du aber rechnen.

Großer Hof? Kleiner Garten? – Du hast die Wahl

Vom kleinen Hausgarten, den private Gastgeber während der Blütenwoche öffnen, bis zum großen, ganzjährig geöffneten Obsthof hat du etwa 30 Angebote zur Auswahl. Die Fahrt mit dem Blütenbus oder die Fahrradtour über den Obstpanoramaweg geben dir die Möglichkeit, die unterschiedlichen Facetten der Höfe und Gärten kennenzulernen.

Im Werderaner Ortsteil Elisabethöhe gibt es zwei Obsthöfe, die nur wenige Gehminuten voneinander entfernt liegen. „Fumi’s Obstweine“ genießt du in einem privaten Garten mit weitem Blick in die Natur.

Läufst du die Straße hinunter, stehst du vor der Einfahrt von Schultz’ens Siedlerhof. Er gehört zu den größten Höfen in Werder und ist bekannt für den guten Obstwein und einen selbst hergestellten Whiskey. Beides kannst du das ganze Jahr über im Hofladen kaufen.

Während der Blütenwochenenden gibt es bei Bauer Schultz eine Live-Bühne und einige kleine Fahrgeschäfte. Für Autos sind ausreichend Parkplätze vorhanden: Der Hof liegt nicht am Panoramaweg, sondern an einer öffentlichen Straße.

Die größeren Höfe besuchst du in der Plötziner Straße

Neben Schultz’ens Siedlerhof gibt es drei weitere Höfe mit eigenem Hofladen und ganzjähriger Öffnungszeit. Dazu zählen der Werderaner Tannenhof, die Lohnmosterei Thierschmann und der Obsthof Lindicke.

Auf dem Werderaner Tannenhof erlebst du ein kleines Volksfest mit einer Bühne. Dort gibt es auch unter der Woche Musik für ein geselliges Zusammensein.

Der Tannenhof liegt in direkter Nachbarschaft zum Obsthof Lindicke. Im dortigen Hofladen kaufst du saisonales Obst und Gemüse. Ausreichend Parkplätze gibt auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Der Obsthof betreibt am Hohen Weg einen Stadtgarten mit herrlichem Blick über die Havel. Er befindet sich gegenüber der Treppe zur Bismarckhöhe.

In der Lohnmosterei Thierschmann kaufst du den leckersten Apfelsaft der Region. Zumindest ist das unsere Meinung. Deine eigene Apfelernte kannst du zum Mosten bringen. Der Hof hat zur Baumblüte eine eigene Bühne und ist für die grandiose Stimmung bekannt. Der Obsthof Lindicke und die Lohnmosterei Thierschmann haben an den Wochentagen geschlossen.

Fünf Obsthöfe, die wir empfehlen

Welchen der Obsthöfe solltest du besuchen? Zunächst einmal kannst du nichts falsch machen. Jeder Hof und jeder private Garten hat seinen eigenen Charme. Viele Besucher verbringen den ganzen Tag auf den Obstplantagen und hoppen mit dem Bus oder dem Rad von Hof zu Hof. Wir haben Gäste gesehen, die zu Fuß laufen. Das ist möglich, doch du musst dich auf einen Fußweg über mehrere Kilometer einstellen.

Wir haben mehrere Höfe besucht und schnell unsere Favoriten gefunden. Betonen möchte ich, dass es keinen Hof gibt, von dem wir abraten würden. Überall war die Stimmung gut. Die Menschen sind freundlich, du kommst schnell ins Gespräch. Es wird viel gelacht. Die Bewirtung ist angenehm. Bei deiner Tour über die Obsthöfe findest du sicher deinen eigenen Liebling.

Streuobstwiese Seiffert – unser Favorit

Von der Bushaltestelle 6 musst du zur Streuobstwiese Seiffert etwa 400 Meter laufen. Der Obsthof liegt fernab der Plötziner Straße. Auf dem Landweg sind keine Autos gestattet. Du hörst die Natur, beobachtest die Schmetterlinge und sitzt inmitten einer Obstplantage, die bei Fans der Selbstpflücke bekannt und beliebt ist.

Im Hintergrund lief leise Musik aus einer Box. Die Besucher unterhielten sich, lachten, genossen den warmen Frühlingstag. Auf das breite kulinarische Angebot auf Seifferts Streuobstwiese habe ich schon hingewiesen. Du kannst bargeldlos zahlen, was uns besonders gefreut hat.

Die Bratwurst kostete 5 EUR, ein Stück Kuchen 4 EUR und der Kartoffelburger 8,50 EUR. Das Angebot war reichhaltig, der Obstwein wurde in Gläsern serviert. Wechselnde Tagessuppen sind ebenfalls erhältlich: Bei unserem Besuch gab es Spargelsuppe.

Was uns besonders gefiel:

Die idyllische Lage abseits des Straßenlärms und die endlosen Baumreihen, zwischen denen die Gäste auf Bänken und bequemen Rattansesseln verweilen dürfen.

HeiDie – genieße den wundervollen Ausblick

HeiDie’s Alm befindet sich auf dem Karfunkelberg. Der Bus hält nur wenige Schritte entfernt. Hier bekamen wir das traditionelle Schmalzbrot mit saurer Gurke und eine Alternative mit Tomate, Lauch und Frischkäse. Ein Brot kostete 3,50 EUR. Weil ich auf die Röstzwiebeln auf der Schmalzstulle verzichtete, bekam ich 50 Cent Rabatt.

Das Besondere an HeiDie’s Alm ist die Aussicht. Sie liegt auf einer Anhöhe, du genießt einen weiten Blick über die Landschaft. Die Bewirtung ist sehr freundlich und zuvorkommend. Wir haben die Alm mit dem Fahrrad ein zweites Mal besucht, weil uns die Aussicht so beeindruckt hat

Mit dem Bus steigst du an der Haltestelle 9 aus und läufst nur wenige Meter zu Fuß. Bist du mit dem Rad unterwegs, musst du einen kleinen Aufstieg bewältigen

Was uns besonders gefiel:

Wir haben uns über die freundliche Bewirtung gefreut und den Blick über die Landschaft des Obstpanoramawegs sehr genossen.

Unterhalb von HeiDie’s liegt die Blütenwiese Pink & Pretty. Sie wird vom Werderaner Tannenhof betrieben und ist bei Kindern wegen der niedlichen Alpakas beliebt. Der Garten ist etwas größer und hat eine Bühne. Du erreichst ihn, wenn du an der Haltestelle 8 aus dem Blütenbus steigst.


Tipp: Auf dem Telegraphenberg bietet Familie Giese an den Wochenenden und am 1. Mai ihren Obstwein an. Du genießt eine herrliche Aussicht auf den Plessower See. Der Blütenbus hält direkt an dem kleinen Obsthof. Von HeiDies Alm kannst du laufen. Allerdings ist der Aufstieg etwas anspruchsvoll. Dafür trinkst du deinen Obstwein dort an dem schönsten Platz, den der Panoramaweg zu bieten hat.


Van Dam’s Kirschenhof

Van Dam’s Kirschhof hat mich an den Obstgarten meiner Kindheit erinnert. Meine Vorfahren waren Obstbauern in Werder, ich bin in einem großen Garten aufgewachsen. Im Frühling leuchteten die Bäume weiß, sodass ich als kleines Kind dachte, es hätte geschneit.

Der Kirschhof hat auch unter der Woche geöffnet. Du findest ihn direkt an der Plötziner Straße. Von der Bushaltestelle 6 läufst du etwa 200 Meter. Die Straße ist das einzige Manko: Der Obstwein ist sehr beliebt, die Gäste standen in einer langen Schlange an. Es gab Kuchen und die bereits erwähnte Bulette als herzhaften Snack.

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Die Bänke stehen unter den Bäumen, die ihre Blüte leider schon abgeworfen hatten. Doch das wird vom Klimawandel beeinflusst und nicht von den Obstbauern. Anregungen, das Fest um 14 Tage vorzuverlegen, scheiterten daran, dass der 1. Mai traditioneller Bestandteil der Baumblüte ist.

Was uns besonders gefiel:

Das Ambiente unter den teils sehr alten Kirschbäumen ist wirklich schön. Der Hof ist beliebt, er war unter der Woche sehr gut besucht.

Der Obstwein vom Kirschenhof ist beliebt: Obwohl an dem Wochentag nicht alle Bänke belegt waren, bildete sich vor dem Ausschank eine Schlange.

Schulz’ens Siedlerhof

Es ist der größte Obsthof in Werder und der abgelegenste. Elisabethhöhe ist etwa sechs Kilometer von der Kernstadt in Werder entfernt. Die gute Nachricht ist, dass du mit dem Auto fahren kannst. Es gibt auch an den Wochenenden und am 1. Mai ausreichend Parkplätze. Der Blütenbus hält direkt vor dem Eingang zum Hof.

Der Siedlerhof hat jeden Tag geöffnet. An den Wochenenden und am 1. Mai gibt es Livemusik. Weit über die Grenzen von Werder hinaus ist Bauer Schultz für seinen Obstwein bekannt. Am Volksfestwochenende verkauft er ihn auch an Ständen in der Innenstadt. Außerhalb der Baumblüte kannst du den Wein im Hofladen kaufen.

Das Angebot an Speisen und Getränken ist vielseitig. Du genießt zwischen Obstbäumen und einer Bühne quasi eine Fusion zwischen dem Volksfest und dem privaten Obsthof. Auch hier ist die Bewirtung sehr freundlich. An den Wochenenden und am 1. Mai gibt es Livemusik.

Die Mischung aus privatem Obstgarten und großem Fest gefällt uns besonders gut. Auf Schultzens Siedlerhof gibt es das ganze Jahr über Veranstaltungen, die beliebt und gut besucht sind. Wenn du zur Baumblüte nach Werder kommst, solltest du Bauer Schultz unbedingt einen Besuch abstatten.

Was uns besonders gefiel:

Als Fans des Volksfestes finden wir es toll, dass Bauer Schultz auf seinem Hof ein kleines Volksfest mit Musik, Tanz und einem Angebot für Kinder auf die Beine stellt. Wir mögen das Ambiente und die gute Stimmung auf dem Hof.

Obstgarten von Elke Rietz

Der letzte Tipp führt uns von den Obstplantagen in den Ortsteilen weg. Wir fahren zurück in die Kernstadt und besuchen den Obstgarten von Elke Rietz. Er liegt im Hohen Weg, an der Ecke Erdebergweg. Du erreichst ihn am besten zu Fuß. Das Fahrradfahren ist aufgrund des schlechten Straßenpflasters und der vielen Menschen – besonders am Wochenende und am 1. Mai – keine gute Idee.

Im Obstgarten von Elke Rietz geht es sehr familiär zu. Kinder sind herzlich willkommen und haben Möglichkeiten zum Toben und zum Spielen. Es gibt selbstgebackenen Kuchen und den fast schon legendären Flammkuchen aus dem heimischen Ofen. Auch er wird selbst hergestellt.

Wenn du in der Kernstadt bleiben und nicht hinaus in die Höfe fahren möchtest, ist der Obstgarten von Elke Rietz eine echte Empfehlung.

Was uns besonders gefiel:

Es ist der private Obstgarten der kurzen Wege. Von unserem Zuhause erreichen wir ihn zu Fuß. Die Tische und Stühle stehen unter alten Obstbäumen und der Flammkuchen ist wirklich lecker. Unsere Top-Empfehlung für die Innenstadt!

Unser Fazit: Die Höfe und Gärten lohnen sich

Seit den Nuller Jahren gibt es für Besucher der Baumblüte die Option, mit dem Bus in die Obstgärten zu fahren oder unter blühenden Bäumen in der Innenstadt einen Obstwein oder eine Schmalzstulle zu genießen. Wir haben all die Jahre die Bühnen bevorzugt und die Höfe und Gärten weitestgehend ignoriert.

Nun besteht die neue Baumblüte aus drei Bausteinen. Die Höfe und Gärten sind in den Mittelpunkt gerückt, das große Volksfest wurde von neun auf drei Tage reduziert. Und gefällt das gar nicht, und das sprechen wir auch offen aus. Doch gerade diese Änderung hat uns animiert, nun auch endlich einmal die Höfe und Gärten zu besuchen.

Wir waren positiv überrascht und kommen gern wieder. Das Volksfest mit den großen Bühnen wird unser Favorit bleiben. Doch die malerischen Obstplantagen haben einen Reiz, den du unbedingt kennenlernen solltest, wenn du nach Werder kommst.

Das erste Wochenende auf den Höfen, das zweite auf der Inselstadt

Künftig werden wir am ersten Baumblütenwochenende auf den Höfen vorbeischauen. Auch dort gibt es Livemusik: Bestimmt tanzt es sich dort genauso gut. Ein kleines Manko gibt es aber doch: Der letzte Bus fährt um 18 Uhr. Da schließen auch viele Höfe ihre Pforten. Es wird ein etwas kürzerer Tanzabend. Aber das muss der Stimmung nicht zwingend Abbruch tun.

Ein Tipp für dich, wenn du an beiden Wochenenden nach Werder kommen und beide Facetten der Baumblüte kennenlernen möchtest: Fahre am ersten Wochenende auf die Höfe und erlebe am 1. Mai und am zweiten Sonnabend das große Fest. Dann entscheidest du, was dir besser gefällt. Teile deine Erfahrungen und deinen Lieblings-Obsthof gern in den Kommentaren.

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HB 2025-49

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