Altstadt von Werder (Havel): Ein historischer Stadtspaziergang

Altstadt von Werder (Havel): Ein historischer Stadtspaziergang

Werder (Havel) ist die Stadt der Fischer und Obstzüchter. Sie ist von weiten Obstplantagen umgeben. Die Landschaft wird von der Havel und ihren Seen geprägt. Besonders sehenswert ist die historische Altstadt: Es gibt im Original erhaltene Bauwerke, zwei Kirchen, historische Plätze und einen Weinberg. Bei einem Stadtspaziergang kommst du dem ursprünglichen Leben der „Werderschen“ ganz nah. Erfahre mehr über die Geschichte von Werder und lerne unseren bezaubernden Stadtkern kennen.


Das Wichtigste in Kürze:

  • Werder (Havel) ist bekannt für den Obstanbau, die Fischerei und den Weinanbau
  • Die Geschichte der Stadt reicht bis in die Mittlere Steinzeit zurück
  • Bei einem Spaziergang durch die historische Altstadt entdeckst du Zeugnisse der Vergangenheit
  • Erlebe eine Zeitreise durch Geschichte und Architektur
  • Spuren erster Besiedlung gab es auf dem Mühlenberg
  • Der spätmittelalterliche Markt erstrahlt in neuem Glanz
  • Das neuzeitliche Zentrum mit Kirche, Rathaus und Bockwindmühle ist sehenswert
  • In der Vorstadt entdeckst du Häuser aus dem 19. Jahrhundert
  • Restaurants auf der Insel und in der Vorstadt sorgen für das leibliche Wohl

Inhaltsverzeichnis

Werder (Havel): Eine Stadt mit langer Tradition

Werder (Havel) ist meine Heimatstadt. Sie ist vom Wasser umgeben. Meine Vorfahren lebten von der Fischerei und vom Obstanbau. In einer lokalen Zeitschrift wurden anlässlich des Baumblütenfests sechs Familien vorgestellt, die für die Tradition des Obstanbaus stehen. Meine Familie gehörte dazu, darauf bin ich sehr stolz.

Ich habe als Kind mit meinen Großeltern im Gewächshaus gesessen und mit viel Spaß Pflanzen pikiert. Sie mussten nach der Aussaat in kleine Töpfe eingebracht werden. Den Geruch der frischen Erde spüre ich bis heute. Aufgewachsen bin ich in einem Obstzüchterhaus mit großem Garten.

Der Obstanbau ist bis heute ein wichtiger Wirtschaftszweig unserer Region. Er ist eng mit Werder verbunden. Auf dem Obstpanoramaweg kannst du durch die Plantagen radeln oder einen langen Spaziergang unternehmen. Doch die Geschichte unserer Stadt reicht viel länger zurück: Erst gehörte Werder zum Lehniner Kloster, dann zu Preußen und in der jüngeren Zeit zur DDR.

Obstplantage vor der Blüte. Werder (Havel)
Obstplantage mit Apfelbäumen vor dem Beginn der Blüte

Wachstum und Rückschläge

Im Verlauf der Jahrhunderte hat Werder Rückschläge erlitten und sich weiterentwickelt: Es ist überliefert, dass während des Dreißigjährigen Krieges zahlreiche Einwohner der Stadt ihr Leben ließen. Um 1648 lebten nur noch 88 männliche Bürger in Werder.

Zwischen 1618 und 1947 gehörte Werder zu Preußen. Drei der preußischen Könige hatten Werder (Havel) besucht.

Friedrich Wilhelm I. (1688 – 1740), Soldatenkönig und Vater Friedrichs des Großen, fuhr mit seiner Kutsche durch Werder. Die Räder versanken im Sand der schlechten Wege. Daraufhin ordnete er den Bau von Straßen an. Es waren die ersten Straßen der Stadt.

Friedrich II. (1712 – 1786) führte eine Idee seines Vaters fort: Er ließ in Werder Maulbeerbäume für die Zucht von Seidenraupen anpflanzen. Die Blätter der Bäume dienten als Nahrung. Leider rentierte sich die Zucht nicht: Sie war zu aufwendig und fand in Brandenburg keine idealen Bedingungen

Friedrich-Wilhelm IV. (1795 – 1861) weihte im Jahre 1842 die Dorfkirche in Petzow ein. Sie befindet sich in einem Landschaftspark, der von Peter Joseph Lenné angelegt wurde. Petzow war damals noch eigenständig, der Ort wurde erst 1929 nach Werder (Havel) eingemeindet. Dennoch nehmen wir den Besuch des Königs heute gern für uns in Anspruch.

Werder überstand zwei Weltkriege: Für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs wurden auf dem Heldenhain im Stadtpark Denkmäler errichtet. Heute wird das Areal zwischen dem Elsebruchweg und der Margarethenstraße Stadtwald genannt. Als Altwerderanerin wehre ich mich gegen diese Bezeichnung. Für uns ist es der „Stadtpark“ geblieben.

Im Zweiten Weltkrieg schlugen zwei Blindgänger auf der Inselstadt ein und rissen auf der Nordseite des Marktplatzes eine Lücke in die historische Bebauung. Erst in den Nuller Jahren wurde sie geschlossen. Während der DDR-Zeit befand sich das Busdepot auf dem freien Areal.

Die Jahre zwischen 1949 und 1989 war Werder von kleinstädtischem Flair geprägt: Wir kannten und grüßten uns. Etwa 12.000 Einwohner zählte unsere Stadt. Im Zentrum, in der Straße „Unter den Linden“, kauften wir in kleinen Läden ein: Konsum, HO, Fleischer, Bäcker, Schreibwaren, Drogerie und Delikat. Es gab ein Zeitungsgeschäft, einen Augenoptiker und einen Uhrenladen. Im „Pomona“ wurde Obst und Gemüse angeboten. Aber viele Werderaner waren durch ihre großen Gärten Selbstversorger.

Verdopplung der Einwohnerzahl nach der Wende

Nach der Wende ist Werder durch Bautätigkeiten und Eingemeindungen stark gewachsen. Die Zahl der Einwohner hat sich seit 1990 mehr als verdoppelt. Das hat die Stadt verändert, in positiver und in negativer Sicht. Heute kennen und grüßen wir uns nur noch selten und kaufen nicht mehr in der Innenstadt, sondern im WerderPark ein. Unser uriger Brandenburger Dialekt ist immer seltener zu hören.

Positiv ist die Anbindung an Berlin durch den RE1, der bis zu dreimal in der Stunde fährt. Er bringt uns in 35 Minuten ins Herz der Hauptstadt. Der Sputnik kam zu DDR-Zeiten nur stündlich und musste um West-Berlin herum nach Schönefeld fahren. Von dort aus brachte uns die S-Bahn zum Alexanderplatz. Damals wie heute mussten wir zum Brandenburger Tor laufen. Heute können wir es durchqueren, das war damals nicht möglich.

Geblieben sind uns über all die Jahrhunderte die traumhafte Lage am Wasser, der Obstanbau, der Weinanbau und die Fischerei. Sie prägen unsere Stadt, du findest überall Zeugnisse der Vergangenheit. Die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung sind nahezu endlos. Wenn du uns besuchst, reicht ein Tag nicht aus, um alles zu entdecken. Die historische Altstadt ist der Kern von Werder. Hier liegen die Ursprünge, aus denen die Stadtentwicklung begann.

Katholische Kirche Maria Meeresstern in Werder (Havel)
Blick über den Havelarm „Föhse“ auf die katholische Kirche „Maria Meeresstern“

Werder (Havel) im historischen Rückblick

Spuren einer Besiedlung der Havelregion rund um Werder gibt es seit etwa 11.000 Jahren: In den Ortsteilen Phöben und Töplitz wurden Werkzeuge gefunden, die darauf schließen lassen, dass Jäger und Sammler in der Region gelebt haben. Es könnten Waldjäger gewesen sein, die Hunde als Haustiere hielten. Die Menschen suchten in jener Zeit die Nähe zum Wasser, weil sie dort Nahrung fanden.

Sonnenuntergang in einem Waldstück von Töplitz, einem Ortsteil von Werder (Havel)
Unberührte Natur im Werderaner Ortsteil Töplitz. Hier wurden Spuren einer frühen Siedlung gefunden

Töplitz ist eine Halbinsel in der Havel. Hier lebten die Menschen länger als anderswo von der Jagd und vom Fischfang. Ein Skelettfund bestätigt, dass der Ort bereits in der Jungsteinzeit besiedelt war. (3.200 und 1.800 v. Chr.)

Die slawische Siedlung

Während der römischen Kaiserzeit ließen sich Germanen in Werder nieder. Diesen Begriff prägte Iulius Caesar (100 bis 44 v. Chr.) Es ist leider nicht bekannt, um welche Stämme es sich handelt. In der Nähe des heutigen Bahnhofs wurden Gräber aus jener Zeit gefunden.

Im Zuge der Völkerwanderung (7. bis 8. Jh. n. Chr.) erreichten Slawen die Region und wurden sesshaft. Im 9. oder 10. Jahrhundert errichteten sie auf der Inselstadt einen Burgwall im Bereich des heutigen Mühlenbergs. Zahlreiche archäologische Funde belegen, dass es dort eine Siedlung gab. In dieser Zeit bekam unsere Stadt ihren Namen: Werder ist Althochdeutsch und bedeutet Flussinsel.

Erste Erwähnung im Jahre 1317

Die erste Erwähnung von Werder erfolgte im Jahre 1317. Zwei Urkunden sind überliefert, eine klassische Gründungsurkunde ist aber nicht darunter.

Mit der ersten Urkunde wollten die Mönche des Ziesterzinserklosters in Lehnin das nahe Havelgebiet in ihren Besitz bringen. Sie strebten den Zugang zum Weinanbau und zur Fischerei an.

Die zweite Urkunde stellte Graf Waldemar aus: Er übertrug den kleinen Ort an Lehnin. Werder war fortan ein Klosterstädtchen.

Der Entwicklung unserer Stadt kam dies zugute: 1458 ließen die Mönche eine Brennerei für Ton im Nachbarort Glindow errichten. Ab 1459 durfte Werder Märkte abhalten und verzeichnete in den folgenden Jahrhunderten ein stetiges Wachstum.

Marktplatz von Werder (Havel)
Der Marktplatz war das frühneuzeitliche Zentrum von Werder

Die ältesten, noch erhaltenen Häuser von Werder befinden sich auf dem Marktplatz: Sie wurden im 16./17. Jahrhundert erbaut. Dort stand auch das erste Rathaus, das heute leider nicht mehr existiert. Es wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört.

Weinanbau und Fischfang

Zu den ältesten Gewerben in Werder zählen der Fischfang und der Weinanbau. Auf Bestreben der Mönche wurden in der Region zahlreiche Weinberge angelegt. Der Weinanbau hatte bis ins 18. Jahrhundert Erfolg. Dann setzte sich der Obstanbau durch.

Die Fischerei ist eine Tradition, die seit dem Mittelalter ohne Unterbrechung zu Werder gehört. Die Fischer lebten auf der Inselstadt, ab dem 19. Jahrhundert auch in der Vorstadt, unter anderem in der Potsdamer Straße. Ihre Gärten hatten einen direkten Zugang zum Wasser.

Sie verarbeiteten den Fisch in den Nebengebäuden, die hinter dem Wohnhaus viel Platz boten. Viele von ihnen pflanzten Obstbäume an und erzielten damit einen zusätzlichen Verdienst.

Heute sind in Werder mit dem Wachtelberg und dem Galgenberg zwei historische Weinanbaugebiete erhalten. Und es gibt einige private Fischereien, die die alte Tradition fortführen.

Werder in der Frühen Neuzeit

Das Zentrum der Stadt verlagerte sich in der Neuzeit auf den Mühlenberg. Dort gab die erste Schule. In der späteren Nutzung wurde das Gebäude als Rathaus und Amtsgericht genutzt. Daneben befinden sich die Kirche und der Friedhof. Das Areal ist in seinem Ursprung erhalten geblieben.

Zentrum der Inselstadt in Werder (Havel) mit Blick auf das alte Rathaus und die Kirche
Die historische Mitte von Werder (Havel): Schule, Rathaus und Kirche

Wir laufen gern durch die Fischerstraße, weil sie bis heute das Flair der Frühen Neuzeit vermittelt. Sie verläuft parallel zur Havel und ist mit hoher Wahrscheinlichkeit die älteste Straße der Stadt. Jedes Haus hatte einen direkten Zugang zum Wasser. Heute verläuft durch die einstigen Gärten ein Uferweg, der öffentlich zugänglich ist.

Blick in die Fischerstraße in Werder (Havel)
Fischerstraße in Werder (Havel)

Da sich die Weinberge und die ersten größeren Obstplantagen in der Vorstadt befanden, gab es einen Fährmann, der die Inselbewohner mit dem Boot übersetzte. Heute verbindet eine Brücke Insel und Vorstadt.

Werder (Havel): Blick durch die Inselbrücke auf die Havel
Blick durch die Inselbrücke auf die Föhse

Mit dem Wachstum der Stadt wurde die Insel für die Bevölkerung zu klein. Immer mehr Menschen siedelten sich in der Vorstadt an.

Der Obstanbau und das Baumblütenfest

Seit 1801 hat Werder (Havel) das Stadtrecht. Etwa zu dieser Zeit verlor der Anbau von Wein an Bedeutung. An seine Stelle trat die Zucht von einheimischen Obstsorten. Apfel, Kirsche, Erdbeere, Johannisbeere, Himbeere und Stachelbeere fühlen sich in dem märkischen Sand sehr wohl. Heute konzentriert sich der Anbau von Obst im Wesentlichen auf Apfel und Kirsche.

Werder (Havel): Blick von der Bismarckhöhe über die Havel
Von der Bismarckhöhe schaust du über die Stadt und die Havel

Im Jahre 1879 startete das erste Baumblütenfest: Es gab den Obstbauern nach dem langen Winter die Möglichkeit, erste Einnahmen zu generieren. Innerhalb weniger Jahre entwickelte es sich zu einem großen Erfolg. Die Berliner kamen mit Ausflugsdampfern nach Werder, um Obstwein zu verkosten und die Natur zu genießen. Aus der hohen Nachfrage gingen die Höhengaststätten hervor, die den Gästen nicht nur leibliches Wohl, sondern auch einen herrlichen Ausblick über die Stadt boten.

Bier und Ziegelsteine

Bis zum 19. Jahrhundert entstanden in Glindow rund 50 Ziegeleien, von denen eine bis zum Jahre 2021 in Betrieb war. Die Aufträge kamen aus Berlin: Die preußische Hauptstadt wurde durch rege Bautätigkeit zu einer der Metropolen Europas. Glindow liefere einen Teil der Ziegel für die Bauvorhaben.

Eine weitere Tradition begründen die Brauereien in Werder: Die erste wurde im Jahre 1617 in Betrieb genommen. Zeitweise arbeiteten 21 Braumeister in der Stadt. Theodor Fontane hat den Geschmack der Werderaner Biersorten so beschrieben:

„Märkisch national, ein Ding für sich, so erschien die Werdersche. Sie war dem Landesgeschmack geschickt adaptiert, sie stellte sich einerseits in Gegensatz gegen die Weiße und hatte doch wiederum so viel von ihr an sich, daß sie wie zwei Schwestern waren, dasselbe Temperament, dasselbe prickelnde Wesen, im übrigen reine Geschmackssache: blond oder braun.“

Theodor Fontane. Wanderungen durch die Mark Brandenburg.

Nach 1945 lag Werder (Havel) in der sowjetischen Besatzungszone. Dies führte zu einer Verstaatlichung der Obstproduktion: Die Obstbauern mussten sich in der Gärtnerischen Produktionsgenossenschaft (GPG) organisieren. Viele der historischen Gebäude wurden nicht gepflegt, einige waren dem Verfall preisgegeben. Der Betrieb in zwei Brauereien lief bis zur Wende weiter. Die Fischer blieben eigenständig, mussten sich aber in einer PGH zusammenschließen.

Werder (Havel) heute

Die Kernstadt von Werder (Havel) umfasst die Insel, die Vorstadt und Siedlungen am Stadtrand, in den Havelauen und rund um den Werderpark. Acht Ortsteile wurden eingemeindet. 2022 lebten etwa 27.500 Einwohner in der Stadt. Nicht nur die Lage am Wasser, sondern auch die Nähe zu Potsdam und Berlin gibt unserer Stadt ihren besonderen Reiz. Mehrere hunderttausend Besucher kommen das ganze Jahr über zu uns. Sie übernachten in kleinen Hotels, Ferienwohnungen oder auf einem der beiden Campingplätze.

Im Jahresverlauf finden zahlreiche Feste statt. Das Größte ist das Baumblütenfest rund um den ersten Mai. Beliebt sind die Feste auf den Weinbergen und das Mühlenfest im August. Zwei Kneipenfeste, das Glindower Kirsch- und Ziegelfest und der Adventsmarkt sind weitere Höhepunkte. Die Weinberge und die Obsthöfe in den Ortsteilen begrüßen ihre Gäste auch außerhalb der zentralen Termine. Kultur erlebst du im Scala-Kino, im Theater Comédie Soleil, in der Kunstgalerie und in unseren Museen.

Vereine, Ketchup und das Wasser

Wir haben mehr als 40 Vereine, ein eigenes Ketchup, Obstweine und zahlreiche Restaurants: Von Fast Food bis Gourmet ist alles dabei. Bei uns leihst du kleine Tretboote oder komfortable Yachten aus. Du kannst eine Tour mit dem Ausflugsschiff buchen oder mit dem SUP-Board über die Insel fahren. Wasserratten kommen auch im Wasser auf ihre Kosten: Entweder an einem der zahlreichen Badestrände oder in der Havel-Therme, die am Großen Zernsee gelegen ist. Nach einer Tour mit dem Saunaboot kannst du dich im See abkühlen.

Es gibt tolle Fahrradwege und Pfade für lange Spaziergänge. Potsdam und Berlin liegen vor der Haustür, Brandenburg an der Havel und der Beelitzer Spargel ebenso.

Wachteiberg: Ein Weinberg in Werder (Havel)
Seit 600 Jahren wird in Werder Wein angebaut (Foto: Weinreben auf dem Wachtelberg)

Die historische Altstadt von Werder (Havel) ist ein beliebtes Ziel unserer Gäste. Die Gilde der Stadtführer veranstaltet regelmäßig Führungen. Wir beginnen unseren Rundgang in der einstigen Vorstadt. Heute ist es die Innenstadt. Am Plantagenplatz findest du nicht nur die Tourismusinformation, sondern auch die ersten Zeugnisse der Vergangenheit.

Rundgang durch die historische Altstadt in Werder (Havel)

Der Plantagenplatz ist das erste von 50 Zielen unseres Spaziergangs durch die historische Altstadt. Er ist etwa fünf Minuten vom zentralen Parkplatz der Innenstadt, dem Hartplatz, entfernt. Wenn du mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, steigst du direkt am Plantagenplatz aus (Haltestelle Post).

Plantagenplatz (1)

Plantagenplatz 1

Der Name Plantagenplatz geht auf die Zeit Friedrichs des Großen zurück. Sein Vater, der Soldatenkönig Friedrich-Wilhelm I., ließ in der Mark Brandenburg Seidenraupen züchten. Ziel war es, die begehrte Seide für Strümpfe und Schals selbst herzustellen. Die Haltung der Seidenraupen ist sehr anspruchsvoll, der Erfolg war mäßig.

Friedrich der Große ordnete die Bepflanzung einer Plantage von Maulbeerbäumen im Bereich des heutigen Platzes an. Nachdem die Zucht aufgegeben wurde, verwahrloste der Platz. Später wurden die Bäume entfernt. Ab 1789 verkauften die Obstbauern erstmals ihre Kirschen auf dem Plantagenplatz. Er war damals der Kern der Vorstadt. Während der DDR-Zeit hieß er Karl-Marx-Platz.

Plantagenplatz in Werder (Havel). Beginn des Spaziergangs durch die historische Altstadt
Plantagenplatz in Werder (Havel)

Heute gibt es auf dem Plantagenplatz einige Bänke und die Bushaltestelle. Er ist Teil des Zentrums der Innenstadt. Ein entspanntes Verweilen ist aufgrund des starken Verkehrs und dem damit verbundenen Lärmfaktor nicht wirklich empfehlenswert. Seine einstige Bedeutung hat der Platz leider verloren.

Scharfrichterhaus (2)

Plantagenplatz 1

Rund um den Plantagenplatz stehen mehrere Gebäude, die eng mit der Stadtgeschichte verbunden sind. Direkt vor dir siehst du das Scharfrichterhaus. Es ist das älteste Gebäude der Werderaner Vorstadt.

Bei seiner Errichtung im Jahre 1610 war das Scharfrichterhaus das einzige Gebäude außerhalb der Inselstadt. Damals regierte Kurfürst Johann Sigismund in der Mark Brandenburg. Er gestattete Hans Möller in seiner Funktion als Scharfrichter, dieses Haus zu bauen. Es befand sich am Fuße des Galgenberges, auf dem zu dieser Zeit Wein angebaut wurde.

Die heutige Struktur mit den Nebengebäuden gab es damals schon: Der Scharfrichter verwertete in der Funktion des Abdeckers die Reste von Tierkadavern. Kartenmaterial aus dem 17. Jahrhundert zeigt, dass das Areal eingezäunt war. Der Galgen befand sich auf dem Gelände. Er gab dem Weinberg seinen Namen.

Giebel des Scharfrichterhauses in Werder (Havel)
Am Giebel des Scharfrichterhauses sind die einstige Funktion und das Jahr der Errichtung abgebildet

Bis ins 18. Jahrundert blieb das Scharfrichterhaus das einzige Gehöft der Vorstadt. Die Straße nach Brandenburg führte daran vorbei. Es ist üblich gewesen, das Haus des Scharfrichters weit vom Zentrum entfernt zu errichten: Die Berufe des Scharfrichters und des Abdeckers galten nicht als ehrenwert.

In der DDR-Zeit verfiel das Gebäude zunehmend. Dann wurde es von einer privaten Investorin erworben und ab 1997 saniert.

Scharfrichterhaus am Plantagenplatz in Werder (Havel)
Scharfrichterhaus am Plantagenplatz

Seit dem Abschluss der Sanierungsarbeiten ist das Scharfrichterhaus eine Gaststätte. Viele Jahre konntest du dort gute deutsche Küche genießen. Heute wird das Haus von einer asiatischen Restaurantkette betrieben.

Begegnungszentrum (3)

Plantagenplatz 11

Das Gebäude wurde im Jahre 1888 als Schule errichtet. Sie wurde von einem Prediger geleitet und sollte Mädchen und Jungen aus sozial schwächeren Familien die Möglichkeit geben, eine grundlegende Bildung zu erhalten. Zu DDR-Zeiten wurde das Haus als Kindergarten genutzt. Dem Gebäude war eine Turnhalle angegliedert, die bei der Sanierung in den späten 1990er-Jahren abgerissen wurde.

Begegnungszentrum in Werder (Havel)
Das Begegnungszentrum war früher eine Schule für Kinder aus armen Familien

Das Begegnungszentrum wird heute als „Treffpunkt“ bezeichnet. Im Mittelpunkt stehen der Austausch zu verschiedenen Lebensfragen, aber auch die Lebenshilfe. Es gibt Kurse und Gesprächsangebote. Das Haus steht allen Menschen offen. Der zentrale Aufenthaltsraum kann für Veranstaltungen und private Feierlichkeiten gemietet werden.

Lindowsches Haus (4)

Plantagenplatz 9

Das Lindowsche Haus ist ein weitestgehend im Original erhaltenes Obstzüchtergehöft. Es wurde um 1750 erbaut und diente im 19. Jahrhundert dem Obstbauern Lindow als Wohnhaus und Produktionsstätte für den Anbau und die Verarbeitung verschiedener Obstsorten. Der Aufbau mit dem Haupthaus, den Nebengebäuden, der Mauer und dem großen Garten war typisch für die Wohnstätten der Obstbauern bis in das 20. Jahrhundert hinein.

Während der DDR-Zeit war im Lindowschen Haus das Obstbaumuseum untergebracht. 2009 kaufte die Stadt das Haus und beauftragte einen Umbau, der mehr als 4 Millionen Euro kostete. Dabei wurden Haus und Nebengelass im Original rekonstruiert, aber gleichermaßen auch modern gestaltet.

Lindowsches Haus in Werder (Havel). Bürgeramt und Tourismuszentrale
Im Lindowschen Haus befinden sich das Bürgeramt und die Tourismuszentrale

Seit November 2019 befinden sich im Lindowschen Haus der Bürgerservice und das Tourismusbüro. Das Areal ist während der Öffnungszeiten zugänglich.

Schuffelgärten (5)

Plantagenplatz 9

Die Schuffelgärten liegen hinter dem Lindowschen Haus. Sie zeigen dir, wie ein typischer Obstgarten ausgesehen hat. Der Werderaner Obst- und Gartenbauverein kümmert sich um die Betreuung der Schuffelgärten.

In Werder gibt es heute noch viele private Gärten, die nach diesem Vorbild mit dem Ziel der Selbstversorgung geführt werden. Einige Hobbygärtner verkaufen ihr Obst direkt nach der Ernte vor ihren Grundstücken.

Eine Schuffel ist ein typisches Werderaner Gartengerät: Du kannst sie nicht im Handel kaufen. Außerhalb der Region Werder ist der Name für den praktischen Helfer kaum bekannt. Mit der Schuffel lässt sich der Boden auflockern und Unkraut auf einfache Weise entfernen.

Schuffelgarten in Werder (Havel)
Blick in einen der Schuffelgärten am Fuße des Galgenbergs

Während der Öffnungszeiten des Lindowschen Hauses kannst du einen Blick auf die Schuffelgärten werfen. In unregelmäßigen Abständen werden die Gärten für die gemeinsame Arbeit freigegeben.

Galgenberg (6)

Plantagenplatz 9

Wenn du an den Schuffelgärten vorbeiläufst, siehst du das älteste Weinanbaugebiet in Werder: An dieser Stelle wurde ab dem 16. Jahrhundert Wein angebaut.

Lange Zeit war das Areal in privater Hand. Nach der Wende sollten dort Häuser gebaut werden. Doch es gelang der Stadt, das Land zu kaufen und seiner ursprünglichen Nutzung zurückzugeben.

Blick auf die Weinreben am Galgenberg

Der Obst- und Weinbauer Dr. Joachim Lindicke hat den Weinberg im Jahre 2012 von der Stadt mit dem Ziel gepachtet, auf dem historischen Berg wieder Weinreben anzupflanzen. Mit Erfolg: Seit 2015 kannst du Werderwein der Sorte Pinotin vom Galgenberg genießen. Der Weinberg ist nur im Rahmen von Weinverkostungen oder Besichtigungen öffentlich zugänglich.

Der Galgenberg liegt etwas versteckt zwischen dem Wohngebiet Jugendhöhe und der Kemnitzer Straße. Du siehst ihn nur, wenn das Lindowsche Haus geöffnet ist.


Laufe nun zurück zum Plantagenplatz und biege nach links auf die Eisenbahnstraße ein. Nach etwa 100 Metern erreichst du das Neue Rathaus.


Neues Rathaus (7)

Eisenbahnstraße 13/14

Das Neue Rathaus wurde von der Familie Luck in den Jahren 1926/27 als Stadtvilla im Stil des Neobarock errichtet. Die Villa galt im 20. Jahrhundert als das attraktivste Gebäude der Stadt. Die Familie besaß eine Druckerei, die sich auf dem angrenzenden Grundstück befand. Dort ließ Dr. Georg Luck den Generalanzeiger drucken: Eine städtische Zeitung, die nach der Wende wiederbelebt wurde. Heute gibt es das Heimatblatt leider nicht mehr.

Im Jahre 1951 kaufte die Stadt die Villa. Seitdem wird sie als Rathaus genutzt. Zu DDR-Zeiten haben Paare in dem Zimmer hinter der Gaube geheiratet. Heute befindet sich das Standesamt im Alten Rathaus auf der Inselstadt.

Neues Rathaus in Werder (Havel)
Im Neuen Rathaus befindet sich das Büro der Bürgermeisterin

Das Neue Rathaus ist Sitz der Bürgermeisterin, des Bauamtes und anderer Fachbereiche. Wenn du rechts am Rathaus vorbeiläufst, gelangst du zum Hartplatz und zur Inselstadt. Es lohnt sich jedoch, die Eisenbahnstraße noch ein Stückchen weiter zu laufen.

Scala-Kino (8)

Eisenbahnstraße 182

Das Scala-Kino steht unter Denkmalschutz. Es wurde 1940 gebaut und als Kino „Fontane Lichtspiele“ eröffnet. Der Name blieb bis zum Jahr 2000 bestehen.

In der DDR-Zeit war es ein beliebtes Kino, in dem die vom Regime genehmigten Kinofilme liefen. 1989, kurz vor dem Mauerfall, wurde „Dirty Dancing“ gezeigt: Die Schlange war lang, wir saßen ganz vorn, es war etwas anstrengend. Aber Hauptsache, wir konnten den Film schauen.

In der DDR-Zeit bekamen Werderaner Schüler in den Fontane Lichtspielen nach der zehnten Klasse traditionell ihre Abschlusszeugnisse überreicht. Die Abschlussfeier fand auf der Höhengaststätte Friedrichshöhe statt.

Scala-Kino in Werder (Havel)
Das Scala-Kino am Abend

Das Kino wird heute von einem privaten Betreiber geführt. Ein Förderverein sammelt Spenden für dringend notwendige Sanierungsarbeiten am Gebäude. Das Scala zeigt aktuelle Kinofilme. Es ist aber auch ein Ort der Kultur und der Begegnung. So werden dort Lesungen, Diskussionsrunden und Musikfestivals veranstaltet.

Villa Fritze (9)

Eisenbahnstraße 51

Wenn du dich für die Architektur der Gründerzeit interessierst, läufst du auf der Eisenbahnstraße noch einige Meter weiter. Du siehst auf der rechten Seite, verborgen hinter einer dichten Hecke und einem hohen Zaun, die Villa Fritze. Sie wurde im Jahre 1910 für den gleichnamigen Ziegeleibesitzer als Familienhaus im Stil des Neobarock errichtet und war bis 1945 in privatem Besitz.

Während der DDR-Zeit gehörte die Villa der Stadt. In den Räumen mit dem eindrucksvollen Atrium nach römischem Vorbild wurde Unterricht abgehalten. Dort lernten Grundschulkinder, Oberschüler, Fahrschüler und Berufsschüler: Die Stadt widmete die Räume mehrfach um.

Nach der Wende verkaufte die Stadt das Gebäude an einen privaten Besitzer. Es war in keinem guten Zustand und wurde aufwendig saniert.

Villa Fritze in Werder (Havel)
Die Villa Fritze ist heute in privater Hand

Heute kannst du von der Eisenbahnstraße einen Blick auf das eindrucksvolle Gebäude werfen. Der Garten an der Adolf-Damaschke-Straße ist mit einer hohen Mauer versehen.


Kehre nun um und laufe zurück in Richtung Plantagenplatz. Unser Spaziergang führt an weiteren interessanten Gebäuden in der Vorstadt vorbei.


Werdersche Kredit- und Sparbank (10)

Eisenbahnstraße 6

Das Wohn- und Geschäftshaus erhebt sich als Blickfang gegenüber dem Plantagenplatz. Es wurde in den Jahren 1914 bis 1916 im Stil des Neobarock errichtet. Bauherr war die Werdersche Kredit- und Sparbank, die in den Räumen ihren Sitz hatte. Zu DDR-Zeiten zog die Filiale der Volksbank in das Gebäude ein. Nach der Wende übernahm die Berliner Volksbank die Geschäfte. In den Jahren 1996 bis 1998 erfolgte eine umfassende Sanierung der historischen Fassade.

Wohn- und Geschäftshaus der Volksbank in Werder (Havel)
In dem mehr als 100 Jahre alten Wohn- und Geschäftshaus gab es schon immer eine Bankfiliale

Heute stehen nur noch Serviceautomaten für Bankgeschäfte und für die Versorgung mit Bargeld und Kontoauszügen bereit. Die Filiale gibt es nicht mehr.

Gebäude der Deutschen Post (11)

Eisenbahnstraße 3-5

Die Deutsche Post ließ im 19. Jarhundert in vielen Städten markante Gebäude errichten. Der erste, auf dem Foto links abgebildete Teil des Gebäudes entstand in den Jahren 1895/96. Der Erweiterungsbau wurde 1925/26 realisiert. Der Bauherr Carl Heinrich blieb Eigentümer und vermietete das Gebäude an die Deutsche Post.

Zur DDR-Zeit befand sich im rechten Erweiterungsbau die Poststelle. Dort konnten wir Briefe und Telegramme aufgeben oder Telefonate führen. Bekanntermaßen war das Telefon in der DDR nicht obligatorisch. Im linken Bau befand sich die Ausgabestelle für Pakete und Päckchen.

Gebäude der Deutschen Post in Werder (Havel)
Die Deutsche Post in Werder (Havel). Heute befindet sich dort keine Filiale mehr

In den Nuller Jahren wurde das Haupthaus der Deutschen Post für den Publikumsverkehr geschlossen. Heute dient es der Abfertigung von Briefen und Paketen. Eine kleine Filiale mit persönlichem Ansprechpartner gibt es im Edeka-Supermarkt.

Das alte Kaufhaus (12)

Eisenbahnstraße 210

Das alte Kaufhaus wurde in den Jahren 1957/58 errichtet. Es trug die Bezeichnung „BK-Kaufhaus Trend“. Das Gebäude hat drei Etagen: wir mussten Treppen steigen, einen Fahrstuhl gab es nicht. Junge Mamis ließen ihren Kinderwagen draußen stehen. Heute ist das undenkbar.

Im Erdgeschoss kauften wir Drogerieartikel und Industriewaren. Im ersten Stock gab es Bekleidung, im zweiten Stock wurden Haushaltswaren und Unterhaltungselektronik angeboten. Dazu gehörten auch Kassetten, die wir mit Musik aus dem Westradio bespielten.

Comédie Soleil und Kaffee Kontor im alten Kaufhaus in Werder (Havel)
Das ehemalige Kaufhaus beherbergt heute ein Café und ein Theater

Nach der Wende blieb das Kaufhaus zunächst mit neuem Sortiment geöffnet. Doch schon im Jahre 1991 bekam es mit dem WerderPark auf dem Strengfeld Konkurrenz. Heute befindet sich im Erdgeschoss die Kaffeerösterei Kaffee Kontor. Dort kannst du tagsüber eine gute Tasse Kaffee oder auch einen Tee genießen. Panoramablick inklusive. Daneben, im Anbau, gibt es einen, wie wir finden, leckeren asiatischen Imbiss. Der erste Stock wurde für das Theater Comédie Soleil umgebaut, der zweite Stock ist ungenutzt.

Carl-von-Ossietzky-Schule (13)

Unter den Linden 11

Seit Mitte des 16. Jahrhunderts befand sich eine Schule auf dem Mühlenberg der Inselstadt. Als sie zu klein wurde, eröffnete die Stadt im Jahre 1778 an gleicher Stelle ein neu erbautes Schulhaus, das heutige Alte Rathaus (36). In der Chronik der Carl-von-Ossietzky-Schule (CvO) wird ein zweites Schulhaus in der Berggasse/Kirchstraße 112b erwähnt. Bei meinen Recherchen habe ich dafür bislang keine Belege gefunden: Die Straßenbezeichnungen gibt es heute nicht mehr.

Im April 1878 gab es in Werder knapp 700 Schüler. Da der Platz in den Klassenräumen auf dem Mühlenberg für die Kapazitäten der wachsenden Stadt nicht mehr ausreichten, erließ die Stadtverwaltung den Beschluss zum Bau einer Schule auf der Bullenwiese. So hieß das unbebaute Areal bis dahin. Die Planung fand vor dem Magistrat Zustimmung.

Der Architekt Carl Heinrich plante den dreiflügeligen Bau, der letztlich umgesetzt wurde. Leider erlebte er den Abschluss der Bauarbeiten nicht mehr. Die Dümichen-Turnhalle auf dem Areal war ebenfalls Bestandteil der Planung. Die Bauzeit betrug nur sieben Monate. Die feierliche Einweihung erfolgte am 28. August 1879. Seit diesem Tag gehen auf der Inselstadt keine Kinder mehr zur Schule.

Namensgebung nach Kriegsende

Nach dem Krieg bekam die Schule den Namen, den sie bis heute trägt: Carl von Ossietzky. Nach der Wende wurden viele Schulen umbenannt, doch der kritische Journalist wurde von den Nationalsozialisten ermordet. Sein Andenken hat die Zeit der DDR überdauert.

Zwischen 1949 und 1989 wurden die Schüler in der Schulform einer Polytechnischen Oberschule unterrichtet. Ab 1974 lernten wir zehn Jahre zusammen. Nach der Wende wurde die CvO eine Realschule ab Klasse Sieben. Heute ist es, gemäß einer Reform des Landes Brandenburg, wieder eine Oberschule.

Im Hauptgebäude werden Kinder ab der siebten Klasse unterrichtet. Die angegliederte Grundschule ist in einem angrenzenden Flachbau untergebracht.

Carl-von-Ossitzky-Schule in Werder (Havel)
Straßenansicht der Carl-Ossietzky-Oberschule Werder (Havel)

Meine in den Jahren 1885 und 1887 geborenen Urgroßeltern waren die Ersten im Zweig meiner Familie, auf die neue Schule gingen. Es folgten vier weitere Generationen. Ich war dort zehn Jahre Schülerin und habe an diese Zeit viele gute Erinnerungen.

Eckhaus auf der gegenüberliegenden Seite mit Verkaufspavillon (13a)

Unter den Linden 10

Auf der gegenüberliegenden Seite siehst du ein markantes Eckhaus, an das sich ein kleiner, aus Holz gefertigter Verkaufspavillon anschließt. Das Haus wurde im Jahre 1896 im Auftrag der Fruchtsaftgesellschaft Güssefeldt gebaut. Im Gebäude gab es eine Filiale des Modehauses Steinert. Später konnte man dort Zimmer im Hotel „Zur Post“ mieten. Im Erdgeschoss befand sich die „Eckkneipe“. Heute werden die Räume von einer Apotheke genutzt.

Sehenswert sind ist die Fassade mit den Rundbogenfenstern im Erdgeschoss und den Balkonen, die mit einer Balustrade umrandet sind. Das Berliner Dach mit den Gauben ist typisch, für die Bauzeit. Das Eckhaus entstand nach der Fertigstellung des Schulneubaus gegenüber: Es ergänzt ihn optisch durch die Gestaltung mit hochwertigen Klinkern.

Eckhaus mit Verkaufspavilion aus dem 19. Jahrhundert in Werder (Havel)
Das Eckhaus hat einen Verkaufspavillon aus dem 19. Jahrhundert, von dem nur wenige erhalten sind

Der kleine Verkaufspavillon, der sich an das Gebäude anschließt, wurde um die Jahrhundertwende häufig errichtet. Er ist aus Holz gefertigt und wurde im Jahre 2006 restauriert.

Der Verkaufspavillon wird heute von einer Bäckerei genutzt

Nur wenige dieser Kioske haben die Zeit überdauert: Somit handelt es sich um ein kleines, historisch wertvolles Baudenkmal. Heute befindet sich dort eine Verkaufsstelle der Werderaner Traditionsbäckerei Lenz. Zur DDR-Zeit war es eine Eisdiele.

Wohn- und Geschäftshaus (14)

Unter den Linden 12

Das Wohn- und Geschäftshaus wurde im Jahre 1893 errichtet und fünf Jahre später erweitert. Charakteristisch ist auch hier das Berliner Dach. Die untere Etage beherbergt ein Ladengeschäft, in den oberen Stockwerken befinden sich Wohnungen. Das Haus wurde 1912 umgebaut und in den Jahren 1997/98 umfassend saniert.

Wohn- und Geschäftshaus mit markantem Berliner Dach in der Innenstadt von Werder (Havel)
Das markante Eckhaus prägt das Bild der Innenstadt von Werder

Während der DDR-Zeit kauften wir im Erdgeschoss Bekleidung. Nach der Wende übernahm eine westdeutsche Modekette. Danach gab es in dem Eckladen, wie wir das Geschäft nannten, lange Zeit Matratzen zu kaufen. Heute kannst du dort Döner, Pizza oder Burger essen. Im Sommer stehen Tische und Stühle draußen. Dass der Imbiss gut besucht ist, spricht für sich: Wenn du Döner magst, wirst du nicht enttäuscht werden.

Eckhaus in identischem Baustil (14a)

Unter den Linden 5

Auf der gegenüberliegenden Seite steht ein Eckhaus in einem nahezu identischen Stil. Auch hier sind das Berliner Dach und die rote Fassade auffallend. Das Gebäude hat aber nur zwei Etagen. In der DDR war dort ein Backwarengeschäft der HO: Ein Brötchen kostete fünf Pfennig, ein Mischbrot 80 Pfennig. Heute beherbergen die Verkaufsräume ein Fachgeschäft für Augenoptik.

Eckhaus in der Straße Unter den Linden in Werder (Havel)
Das gegenüberliegende Haus Unter den Linden 5 hat einen nahezu identischen Baustil

Wohn- und Geschäftshaus (15)

Unter den Linden 14

Auf deinem Weg durch die Straße „Unter den Linden“ gehst du an einem weiteren markanten Wohn- und Geschäftshaus vorbei. Es befindet sich auf der rechten Straßenseite. Erbaute wurde es 1890: Im Erdgeschoss befand sich die Sparkasse, im Dachgeschoss private Wohneinheiten.

2015 wurde das Haus saniert und die Fassade in ihrem ursprünglichen Zustand rekonstruiert. Davor befindet sich eine Freifläche, die von dem Betreiber des indischen Restaurants genutzt wird. Im Sommer kannst du dort in einem sehr schönen Ambiente draußen sitzen.

Wohn- und Geschäftshaus in der Straße Unter den Linden in Werder (Havel)
Vor der alten Sparkasse kannst du heute in einem schönen Ambiente draußen sitzen

In dem Gebäude befanden sich nach der Wende die Büros der Kriminalpolizei. Heute ist es in der Hand einer städtischen Grundstücksgesellschaft.

Marmortreppe (16)

Unter den Linden 15

Die „Marmortreppe“ wurde im Jahre 1880 als Linden-Wirtschaft errichtet. Die Gastwirte Emil und Louis Schroosdorff betrieben die Gaststätte als „Linden-Restaurant“. Es ist die älteste Gastwirtschaft in der Werderaner Vorstadt. Ab 1949 gab es im Restaurant „Unter den Linden“ gute deutsche Küche. Charakteristisch ist die vorgebaute Terrasse, auf der du bei schönem Wetter im Freien sitzen kannst. In der kalten Jahreszeit wird sie verschlossen und beheizt.

Die Treppe, die zur Eingangstür der Gaststätte führt, ist aus echtem Marmor gefertigt. Der Volksmund wählte den Namen „Marmortreppe“ für das Restaurant. Seit vielen Jahren kannst du dort griechische Spezialitäten genießen.

Restaurant Limani, ehemals "Marmortreppe", in Werder (Havel)
Die Marmortreppe ist vor einigen Jahren mit Holz verkleidet worden

Schon in der DDR war die Treppe durch die hoch frequentierte Benutzung stark durchgetreten. Heute ist sie unter einer Holzverkleidung verschwunden. Auf älteren Bildern ist sie noch sichtbar.

Restaurant Akropolis mit Marmortreppe in Werder (Havel) Foto: 2010
Foto aus dem Jahre 2010: Das griechische Restaurant hieß „Akropolis“ und die Marmortreppe ist noch sichtbar

Mit der Zeit wird leider auch der Name verschwinden: Frag doch auf der Straße einen einen Passanten, wo du die Marmortreppe findest. Wenn er dir Auskunft geben kann, ist es ein alteingesessener Werderaner.

Altes Brauhaus (17)

Unter den Linden 1

In der Frühen Neuzeit gab es in Werder (Havel) etwa 20 Brauereien. Einheimisches Bier war ein beliebtes Genussmittel. In schwierigen wirtschaftlichen Zeiten wurden Kinder mit Biersuppe ernährt. Die Mahlzeit war günstig, der Alkohol verflog während des Kochprozesses.

Im Jahre 1897 entstand in prominenter Lage direkt vor der Inselbrücke eine moderne Brauerei mit Lagerhaus. Die Wände des Gebäudes haben eine Dicke von bis zu 1,85 Metern, weil die Biere gekühlt aufbewahrt wurden. Da Haveleis zur Verwendung kam, etablierte sich unter den Einheimischen der Name „Eiskeller“.

Die Brauerei war seinerzeit eine der Größten in Werder. Sie gehörte Georg Bauer. Gemeinsam mit vier weiteren Brauern gründete er ein Jahr vor der Errichtung des Gebäudes die „Vereinigte Werdersche Brauerei AG“.

Später wurden in dem Haus Biere von Kindl, Löwenbräu und Schultheiss hergestellt. Bis 1989 produzierte das staatliche Brauhauskombinat Potsdam. Mit der Wende erfolgte die Einstellung der Produktion.

Altes Brauhaus in Werder (Havel)
Im Alten Brauhaus befindet sich ein Fachgeschäft für Wassersport

Ab Mitte der 1990er-Jahre wurde das Gebäude mit dem angrenzenden Lagerhaus umfassend saniert. Es beherbergt Geschäfte, Büros und Arztpraxen. Im Dachgeschoss befinden sich Penthouse-Wohnungen mit umlaufendem Balkon und einem herrlichen Blick auf den Havelarm Föhse.

Dümichen-Platz (18)

Unter den Linden 21

Franz Dümichen war von 1884 bis zu seinem Tod im Jahre 1917 Bürgermeister von Werder. Er erfreute sich großer Beliebheit und tat viel für seine Stadt. So setzte er sich für den Bau einer Pferdebahn ein, die im Jahre 1895 in Betrieb genommen wurde. Sie brachte die Bürger vom drei Kilometer entfernten Bahnhof in die Werderaner Vorstadt. Die Pferdebahn blieb bis 1926 in Betrieb.

1927 setzen die Werderaner ihrem Bürgermeister ein Denkmal. Der Platz rechts vor der Inselbrücke in direkter Wasserlage wurde nach ihm umbenannt. Bei unserer Hochzeit legten wir einen Strauß vor dem Gedenkstein ab: Das war eine Tradition, in den 1980er-Jahren. Eigentlich sollte es der Brautstrauß sein, aber wir haben ein bisschen geschummelt, weil ich den Strauß bei meiner Feier über Kopf zu meinen weiblichen Gästen werfen wollte. Aufgefangen wurde er, doch leider kam es nicht zu einer weiteren Hochzeit in unserer Familie.

Fanz-Dümichen-Platz mit Gedenkstein für den ehemaligen Bürgermeister in Werder (Havel)
Dümichen-Platz mit dem Gedenkstein für den ehemaligen Bürgermeister

Heute ist der Platz vor der Inselbrücke sehr schön gestaltet. Er lädt zum Ausruhen und Verweilen ein. An der Havel stehen Bänke, von denen du Werders Postkartenblick genießen kannst: Durch einen feststehenden Bilderrahmen fotografierst du die Kirche und die Bockwindmühle. Im Sommer liegt das Havelwunder davor: Ein ausgedientes Segelboot, das von Künstlern aus der Region gestaltet wurde.

Bilderrahmen mit Ausflugsdampfer, Kirche und Bockwindmühle in Werder (Havel)
Bilderrahmen für die Aufnahme einer Postkarte von Werder (Havel)

Inselbrücke (19)

Die Inselbrücke verbindet die Inselstadt, die vollständig von der Havel umschlossen ist, mit der Vorstadt. Im Jahre 1736 wurde sie erstmals schriftlich erwähnt. Der Soldatenkönig ließ sie erneuern und befestigte Zufahrtsstraßen anlegen, darunter auch die Straße „Unter den Linden“, die auf der Inselstadt in die Torstraße mündet.

Blick von der Föhse auf die Inselbrücke in Werder (Havel)
Mit kleinen Booten kannst du die Inselbrücke durchqueren

Die Inselbrücke darf zweispurig befahren werden. Sie hat zwei Fußwege. Wenn du vom Dümichen-Platz auf die Brücke läufst, siehst du rechts auf die Havel, die sich hinter der Inselstadt bis auf eine Breite von 1.400 Metern ausdehnt. Gegenüber fällt dein Blick auf die Föhse (47).

Mit einem kleinen Boot kannst du die Inselbrücke auf dem Wasser durchqueren. Wenn der Wasserstand niedrig ist, darfst du keinen nennenswerten Tiefgang haben. Bei Motorbooten ist in Bezug auf die Höhe Vorsicht geboten.

Altes Wachlokal (20)

Torstraße 8

Im 18. Jahrhundert standen hinter der Inselbrücke zwei Torhäuser. Gardeinvaliden sicherten die Zolleinnahmen und führten Kontrollen durch. Die Inselstadt war in dieser Zeit bewacht, nicht jeder bekam Zutritt. Die Straße, in der du dich jetzt befindest, heißt in Anlehnung an die Torhäuser „Torstraße“.

Eins der beiden Wachhäuser ist erhalten. Es wurde im Jahre 1733 errichtet. Neben der Wachstube gab es eine Arrestzelle und ein Büro für den Torschreiber.

Im gegenüberliegenden Gebäude hatte der Ratsdiener seine Stube. In einer sogenannten Bürgergehorsamszelle wurden jene festgehalten, die sich nicht zu benehmen wussten. Damals herrschte Zucht und Ordnung, in Werder.

Torhaus an der Inselbrücke in Werder (Havel)
Eins von zwei ehemaligen Wachhäusern in der Torstraße auf der Inselstadt

Das angrenzende Haus auf der linken Seite wurde im 19. Jahrhundert als Fischerhaus errichtet. Dort wurde meine Urgroßmutter Martha Mai im Jahre 1887 geboren. Die Nachkommen ihres Bruders Ernst Mai (1889 – 1963) leben bis heute in dem Haus. Sie betreiben eine private Fischerei mit einem kleinen Restaurant.

In eigener Sache:

Der Ehemann von Martha Mai, mein Urgroßvater, war ebenfalls Fischer und Obstzüchter. Somit war meine Urgroßmutter nach der Hochzeit Frau Mai geborene Mai. Recherchen im Familienstammbaum haben ergeben, dass beide Mai‘s nicht miteinander verwandt sind.

Ehemaliges Warenhaus Bergel (21)

Torstraße 10

Das Wohn- und Geschäftshaus wurde in den Jahren 1904 bis 1905 als Warenhaus der jüdischen Kaufmannsfamilie Bergel errichtet. Ein einstöckiger Vorgängerbau musste weichen. Die Fassade ist im Neobarock gestaltet: Es ist eine Stilrichtung aus der Gründerzeit, die du in Werders Altstadt häufiger siehst. Wenn du von der Inselbrücke kommst, fällt dein Blick sofort auf das imposante Gebäude.

Die Familie Bergel führte ein Warenhaus für Bekleidung und Schuhwaren. Zeitweise befanden sich in dem Haus ein Lebensmittelmarkt und eine Heißmangel. Zu DDR-Zeiten konntest du im Erdgeschoss Unterhaltungselektronik kaufen. Das Geschäft gehörte der Konsum-Genossenschaft und hieß „Ton und Technik“.

Das ehemalige Warenhaus Bergel in der Torstraße in Werder (Havel)
Das ehemalige Warenhaus Bergel

In den Jahren 1996 bis 1998 wurde das Haus saniert. In das Erdgeschoss zog ein Eiscafé ein, es war als „Café an der Föhse“ bekannt und wegen seiner urigen Atmosphäre beliebt. Auch heute kannst du dort Kuchen und einen Eisbecher genießen: In der Waffel zum Mitnehmen oder an einem Tisch im Café. Bei schönem Wetter stehen Tische und Stühle gegenüber auf dem freien Platz, auf dem einst das zweite Torhaus stand.

Blick von der Torstraße zur Inselbrücke in Werder (Havel)
Blick von der Torstraße zur Inselbrücke: Rechts steht das noch erhaltene Torhaus, links ist die freie Fläche, die heute zum Kaffeétrinken einlädt

Café Jacob (22)

Torstraße 3

Das Café Jacob liegt dem ehemaligen Warenhaus Bergel schräg gegenüber. Es ist überliefert, dass Max Jacob (geboren 1876) im Jahre 1910 nach Werder zog. Er lebte in einer Wohnung über dem Warenhaus Bergel und führte es als Inhaber.

Cafè Jacob in der Torstraße in Werder (Havel)
Das heutige Café Jacob war früher ein Kaufhaus

1926 kaufte er das Haus in der Torstraße 3, in dem sich das heutige Café Jacob befindet. Dort betrieb er ein Kaufhaus. Die Familie überlebte den Zweiten Weltkrieg nicht. Auf der Straße erinnern Stolpersteine an das Schicksal der Jacobs.

In der DDR-Zeit war in dem Gebäude ein Konsum-Kaufhaus untergebracht, in dem wir Möbel kaufen konnten. Ich kann mich noch gut an den knarrenden Fußboden erinnern. Der Eingang befand sich in der in der Toreinfahrt.

Stolpersteine vor dem heutigen Café Jacob erinnern an das Schicksal der jüdischen Familie

Bis zum Ende des Jahres 2024 lud im Erdgeschoss das Café Jacob mit Kaffespezialitäten, Kuchen und warmen Mahlzeiten zu einer kleinen Auszeit ein. Die Betreiber hatten den ursprünglichen Namen übernommen. An warmen Tagen gab es im Hof Sitzgelegenheiten in einer schönen Atmosphäre. Die Räumlichkeiten wurden auf Nachfrage für private Feierlichkeiten vermietet. Derzeit stehen die Räume leer.

Das Stadtportal „Wir sind Werder“ hat einen interessanten Artikel über die Geschichte der Warenhäuser Bergel und Jacob veröffentlich. Dieser bietet dir bei Interesse weitere Informationen.


Dein Weg führt dich nun bis zur nächsten Kreuzung. Dort gehst du nach links und kommst vorbei am Hotel Stadt Wien zum Lendelhaus, das sich am Rande des Marktplatzes befindet.


Hotel Stadt Wien (23)

Am Markt 17

Ab dem Jahre 1617 befand sich auf dem Grundstück eine Brauerei: Es gilt als nachgewiesen, dass es sich um die ältere Brauerei in Werder handelte. Ab 1710 stand dort ein Fachwerkhaus am Giebel: Es hatte zwei Geschosse und diente der Brauerei als Gebäude für den Ausschank. Die Brauereibesitzer wechselten mit den Jahrhunderten.

Das ehemalige „Hotel Stadt Wien“ am Rande des Marktplatzes

Das „Hotel Stadt Wien“ wurde zwischen 1891 und 1900 erbaut. Durch das Baumblütenfest, das ab dem Jahre 1879 einmal jährlich stattfand, war der Bedarf an Übernachtungsmöglichkeiten in Werder gestiegen. Es steht heute für den touristischen Aufschwung, den Werder durch das Fest erlebte.

Die Brauereigebäude mit seinem Turm und dem Kesselhaus blieben erhalten: Die Brauerei arbeitete bis in die 1930er-Jahre. Der Betrieb des Hotels Stadt Wien wurde 1950 aufgegeben.

Das Gebäude diente fortan als Möbellager und als Wohnhaus. Nach der Wende verfiel es. Ab 2007 wurde es zu modernen Eigentumswohnungen ausgebaut. Der Hof und die angrenzenden Gebäude haben den Charme der alten Brauerei behalten.

Lendelhaus (24)

Am Markt 21

Das Areal, auf dem heute das Lendelhaus steht, befindet sich direkt neben dem „Hotel Stadt Wien“. Es war ein ritterliches Freigut. Es wird vermutet, dass es im Mittelalter einem Lehnschulzen gehörte. Belegt ist, dass das Gehöft im Jahre 1573 vom damaligen Kurfürsten Johann Georg von allen Schulden befreit wurde. Die Geste war ein Dankeschön an den Rittmeister Christoph von Rochow für dessen jahrelange Treue. Er war einer der Besitzer des Gutes, das bis ins 18. Jahrhundert hinein verschiedenen Familien gehörte. Es diente der Viehzucht und dem Ackerbau, aber auch der Fischerei und dem Anbau von Wein. Es gab eine Bierbrauerei und eine Branntweinbrennerei.

Lendelhaus am Markt in Werder (Havel)
Das Lendelhaus befindet sich am Alten Markt

Das Lendelhaus wurde im Stil des Spätbarock zwischen 1786 und 1789 erbaut. Auftraggeber war der Amtmann Johann August von Kähne, der Besitzer der Glindower Ziegelei. Neben dem Wohngebäude ließ er eine Fabrikanlage und ein Kesselhaus errichten. Hier wurde das Obst in großen Mengen zu Saft verarbeitet.

Bierbrauerei und Saftfabrik

Ab 1875 wurde auf dem Gelände Bier gebraut: Zu Beginn gehörte es der Brauerei Schultze und Hildebrandt. Ab 1886 ging sie in der Vereinigten Werderschen Brauerei-AG auf. Die Betreiber errichteten ein neues Brauereigebäude.

Der Name „Lendelhaus“ ist auf Friedrich Wilhelm Lendel zurückzuführen. Er übernahm das Gelände im Jahre 1896 und gründete eine Fabrik für die Herstellung von Obstsäften und Marmelade. Er brachte Erfahrung in der Verarbeitung von Obst mit. Nach seinem Tod im Jahre 1935 fiel das Unternehmen in die Hand seiner Frau. Es überdauerte den Zweiten Weltkrieg und die Gründung der DDR. Erst im Jahre 1971 wurde der Betrieb verstaatlicht und als VEB Havelland Fruchtsaftbetrieb Werder weitergeführt. Die Einstellung der Produktion erfolgte im Jahre 1990.

Bis zum Jahre 2008 war das Gebäude dem Verfall preisgegeben. Dann kaufte es die Argos Real Estate GmbH und sanierte es. Heute gibt es auf dem Areal Mietwohnungen, Ferienwohnungen und einen Raum für Events.

Niederländisches Königspaar besucht Werder (Havel). 21. Mai 2019
Am 21. Mai 2019 besuchte das niederländische Königspaar besucht das Lendelhaus

Ein Highlight war der Besuch des niederländischen Königspaares Willem-Alexander und Maxima in der historischen Saftfabrik. Dort fand ein literarisches Dinner statt. Für einen Holland-Fan wie mich war es ein besonderer Moment, das Paar einmal in Natura zu sehen.

Ehemalige Poststelle von Werder (25)

Am Markt 16

Lasse das Lendelhaus hinter dir und laufe die Straße hoch zum Marktplatz. Wenn du an der Nummer 16 verweilen möchtest, stehst du vor einem der ältesten Häuser, die in Werder gebaut wurden: Christof Mathes ließ sich im Jahre 1711 am Marktplatz ein Fachwerkhaus zu Wohnzwecken errichten. Charakteristisch sind die Fensterläden und die beiden Fledermausgauben, die in der Architektur als sehr aufwendig gelten.

Im Jahre 1852 ließ der damalige Bürgermeister Reitz das Haus umbauen. Das Fachwerk verschwand und ist heute nur noch im Innenbereich zu sehen. Bis zum Jahre 1896 befand sich in diesem Gebäude die Poststelle von Werder (Havel).

Ehemalige Poststelle am Markt von Werder (Havel)
Im rechten Haus befand sich die Poststelle am Markt von Werder (Havel)

Zwischen 1995 und 1998 erfolgte eine Sanierung des Hauses, das durch seinen niedrigen Eingang und die tiefen Fenster seinen Charme bewahrt hat. Es ist in privater Hand.

Saniertes Fachwerkhaus (26)

Am Markt 9

Das Fachwerkhaus wurde zwischen 1748 und 1749 errichtet. Bauherr war Michael Quandt. Zwischen 1769 und 1790 befand sich in dem Haus der Sitz des Akzise-Nehmers: Dabei handelte es sich um eine Steuer, die seit dem Mittelalter als Zoll erhoben wurde.

Im 18. Jahrhundert galten Fachwerkkonstruktionen als Standard in Werder. Durch verschiedene Sanierungen ist das Fachwerk in diesem Gebäude nur in den Innenräumen erhalten geblieben. Dennoch bleibt das dominante Eckhaus ist eines der wenigen Gebäude, die von der Vergangenheit erzählen.

Ehemaliges Fachwerkhaus am Markt 9 in Werder (Havel)
Heute hat das Fachwerkhaus eine moderne Fassade

Bis zum Jahre 1998 verfiel das Haus zunehmend. Martina Mark, eine Architektin aus Brandenburg, nahm sich eine umfassenden Sanierung an, die im Jahr 2000 abgeschlossen war. Das Haus ist in Privatbesitz.

Marktplatz (27)

Der Marktplatz liegt im Herzen der Inselstadt. Er wird von Häusern umschlossen, die ab dem 17. Jahrhundert errichtet wurden. Während meiner Kindheit gab es die Häuserreihe, die du im hinteren Bereich des Fotos siehst, nicht: Dort befand sich die Bombenlücke. Erst in den Nuller Jahren wurde sie mit modernen Bauten geschlossen, die nach dem historischen Vorbild neu errichtet wurden.

Marktplatz in Werder (Havel)
Blick auf den Marktplatz von Werder

Der Marktplatz ist der Kern der historischen Altstadt von Werder (Havel). Im Jahre 1459 bekam unsere Stadt das Marktrecht. So entwickelte sich der Platz ab dem ausgehenden Mittelalter zum städtischen Zentrum.

Während der DDR-Zeit dominierte das Busdepot den Platz: Die Busse parkten zwischen Sportplatz und Markt. Sie starteten auch dort, was das Flair unseres Markts störte. Es kam erst nach der Wende wieder zurück: Das Busdepot zog an den Stadtrand um, der Platz wurde verkehrsberuhigt. Im Jahr 2000 wurde der Brunnen errichtet.

Zwei stattliche Bäume dominieren den Marktplatz: Die Friedenseiche wurde im Jahre 1871 angepflanzt. Sie streckt ihre Äste in der Mitte des Platzes aus. Die Luisenlinde steht etwas seitlich neben dem Springbrunnen. Sie umschließt eine Bank, auf der du verweilen und den Marktplatz auf dich wirken lassen kannst.

Feiernde Besucher auf dem Marktplatz. Baumblütenfest 2008
Zwischen 1991 und 2019 stand die Hauptbühne des Baumblütenfestes auf dem Marktplatz. An den Wochenenden und am ersten Mai war die Stimmung grandios (Foto von 2008)

Auf dem Markt werden im Jahresverlauf verschiedene Feste abgehalten. In der Adventszeit gibt es einen kleinen Weihnachtsmarkt. An lauen Abenden im Frühling und im Sommer ist das Ambiente besonders schön.

Haus Schönemann (28)

Baderstraße 19

Johann Christian Schönemann war Leutnant des Königlichen Regiments von Kleist. Im Jahre 1769 wurde er Bürgermeister von Werder. Von 1773 bis 1775 ließ er für sich in prominenter Lage am Markt ein Wohnhaus errichten. Im Erdgeschoss befand sich lange Zeit eine Bäckerei. Später konnten die Werderaner dort Lebensmittel kaufen.

Zwischen 1990 und 1993 wurde das Haus saniert. Viele Jahre war es ein beliebtes Café. Nach einem Wechsel des Betreibers befindet sich seit 2020 ein Hotel mit Restaurant in dem historischen Gebäude.

Im ehemaligen Haus Schönemann befindet sich heute ein stilvolles Hotel mit Restaurant

Das kleine Hotel trägt den Namen „mein.werder“. Das angeschlossene Restaurant „unser fritz am markt“ ist mit der Gault & Millau Kochhaube ausgezeichnet worden: Hier können Sie Haute Cuisine in einer besonders schönen Lage genießen.

Jugenstilhaus in der Baderstraße (29)

Baderstraße 14

Laufe die Baderstraße ein Stückchen weiter: Dort steht ein Haus mit historischer Fassade aus der Epoche des Jugendstils. Musikdirektor Franz Kühn errichtete es im Jahre 1907 als Wohnhaus für sich und seine Familie. Er hat die Initialen seines Namens an der Fassade über der Eingangstür verewigt: In dem Ornament aus Stuck erkennst du seinen Namen.

Kühns enge Verbindung zur Musik siehst du an Elementen, die einen für den Jugendstil typischen floralen Charakter haben. Am Giebel tragen zwei Engel eine Lyra. Auf der Giebelspitze steht eine Himmelsharfe, die von zwei Putten gehalten wird. Eine von ihnen singt, die andere spielt die Geige.

Nach der Wende befand sich das Haus in einem sehr schlechten Zustand. Im Jahre 1996 erwarb es ein Investor, der dem Gebäude durch eine denkmalgerechte Sanierung seinen ursprünglichen Charakter zurückgab. Die Fenster und die massive Eingangstür aus Eichenholz sind im Original erhalten. Bei den Putten am Giebel handelt es sich um eine Nachbildung: Das Original konnte leider nicht mehr restauriert werden, weil es zu stark zerstört war. Die Sanierung war im Jahre 1997 abgeschlossen.


Laufe nun zurück zum Markt, vorbei am Haus Schönemann, und gehe nach rechts in die Lindenstraße. Du befindest dich in einer der ältesten Straßen der Stadt.


Sanierte Inselhäuser in der Lindenstraße (30)

Lindenstraße 19

Die typischen Inselhäuser, in denen einst die Fischer und Obstzüchter lebten, siehst du auf der Inselstadt häufiger. Die ersten stehen im Bereich der Lindenstraße 19. Nach der Wende wurden viele der Gebäude, die um das 19. Jahrhundert herum entstanden sind, liebevoll saniert. Auf der rechten Seite des Fotos siehst du eines der Häuser, die eine Toreinfahrt haben. Diese diente zur Durchquerung mit Pferd und Kutsche.

Sanierte Inselhäuser in der Lindenstraße

Exkurs: Werder und seine Werderschen

Die Lindenstraße 4 ist das Geburtshaus meines Vaters. Im Jahre 1940 kamen Kinder noch zu Hause zur Welt. Da er auf der Insel geboren wurde und zu den Obstzüchterfamilien gehörte, war er ein „echter Werderscher“. Durch die Generationen hindurch erzählt man sich, dass diese Bezeichnung nur durch die Geburt auf der Inselstadt in Verbindung mit der Zugehörigkeit zu einer der traditionellen Familien erworben werden kann.

Mit der Gründung der DDR im Jahre 1949 verlagerte sich die Geburt zunehmend in die Krankenhäuser. Bis zum Ende der 1960er-Jahre wurde der Beruf der freiberuflichen Hebamme abgeschafft. In Werder lebende schwangere Frauen brachten ihre Babys in Potsdam zur Welt. Bedeutet dies, dass es keine Werderschen mehr gibt?

Die Meinungen dazu gehen auseinander. Werderscher ist, wer mehr als sein halbes Leben auf der Inselstadt verbracht hat, sagen die Einen. Wer zu den Obstzüchterfamilien gehört und einen entsprechenden Stammbaum hat, sagen die Anderen. Fakt ist: Wer keine der Faktoren erfüllt, ist ein Werderaner. Auch, wenn er schon sehr lange in Werder lebt.

Eine nicht ganz ernst zu nehmende Klassifizierung der Bürger Werders
Werdersche wurden bis zur Gründung der DDR auf der Inselstadt geboren. Links siehst du das Geburtshaus meines Vaters

Die Werderaner Lindenstraße

Neben der Fischerstraße gehört die Lindenstraße zu den ältesten Straßen der Inselstadt. Den Hauch des ausgehenden Mittelalters kannst du hier auf dich wirken lassen. Dies gilt vor allem für die Momente, in denen kein Auto über das Kopfsteinpflaster fährt. Dann ist es herrlich ruhig. Das Pflaster und die Bürgersteige sind an das Original angelehnt.

Die Lindenstraße verbindet die Fischerstraße mit dem Markt

Im Frühling, pünktlich zum Baumblütenfest, wird die Straße in rosafarbene Blüten eingetaucht. Die Lindenstraße mündet in die Fischerstraße. Du bist im ältesten Kern unserer Stadt angekommen. Gehe zunächst nach links: Nach wenigen Metern siehst du das Ufer der Havel.

Uferpromenade im Osten der Inselstadt (31)

Die Uferpromenade verläuft parallel zur Fischerstraße. Im Mittelalter befanden sich hier die Gärten der Fischer, die bis zur Havel reichten. Dort lagen die Boote und die Fischernetze. Auf der rechten Seite siehst du die Häuser, deren Nebengelass heute zu Wohnungen ausgebaut ist. Damals dienten sich als Lagerfläche, Waschküche oder zur Verarbeitung der Fische.

Heute lädt die Uferpromenade zum Spazieren gehen und zum Verweilen ein. Es gibt einen kleinen Spielplatz. Die Dampferanlegestelle heißt bis heute so, obwohl auf der Havel keine Dampfschiffe mehr verkehrten. Die Fahrgastschiffe bringen dich nach Potsdam oder nach Ketzin im Havelland.

Die Werderaner Fischerstraße

Nutze eine der Querstraßen, um in die parallel verlaufende Fischerstraße zu gelangen. Die ersten Häuser entstanden gegen Ende des 17. Jahrhunderts, die Bebauung setzte sich im 18. Jahrhundert fort. Mit hoher Wahrscheinlichkeit befindest du dich in der ältesten Straße von Werder.

Die Fischerstraße hat sich durch das historische Kopfsteinpflaster und die enge Bebauung ihre Ursprünglichkeit bewahrt. Der historische Stadtkern umfasst weitere Straßen, die zu einem Rundgang einladen: Dazu zählen die Bergstraße, die Kirchstraße, die Pfarrgartenstraße, die Michaelisstraße und die Straße Am Mühlenberg.

Blick in die Fischerstraße in Werder (Havel)
Fischerstraße in Werder (Havel). Das Haus mit der Hausnummer 13a wurde um 1701 errichtet: Es gehört zu den ältesten Gebäuden der Straße. Das Fachwerk ist noch zu erkennen

Laufe auf der Fischerstraße in südlicher Richtung weiter. Du befindest dich auf dem Inselrundweg, der dich zum alten Zentrum auf dem Mühlenberg führt. Dort befinden sich die evangelische Kirche mit ihrem alten Friedhof, die Bockwindmühle und das Alte Rathaus.

Ein 300 Jahre alter Birnbaum der Sorte „Bergamotte“ (32)

Fischerstraße 29/30

Möchtest du dir einmal einen mehr als 300 Jahre alten Birnbaum anschauen, der zudem noch eine sehr seltene Sorte trägt? Es ist die „Bergamotte“. Zugegeben: Der Baum neigt sich stark zur Seite: Im Jahr 2000 trug er so viele Früchte, das ein Hauptast wegbrach. Seitdem bedarf er einer Stütze. Aber in dem hohen Alter ist es erlaubt, einen Krückstock zu nutzen.

Schenken wir den Überlieferungen ansässiger Familien über die Jahrhunderte Glauben, wurde der Birnbaum im Jahre 1722 angepflanzt. Im gleichen Jahr feierte der spätere König Friedrich II. seinen zehnten Geburtstag. Der Birnbaum war ein Geschenk an den damaligen preußischen Thronfolger.

Birnbaum der Sorte „Bergamotte“

Die Pflege des Baums erfolgt durch den Werderaner Obst- und Gartenbauverein. Bei uns in Werder lernen die Kinder den Baum bereits in der Grundschule kennen: Eine Exkursion in die Fischerstraße ist im Sachkundeunterricht obligatorisch.

Denkmalgeschütztes „Haus Stechow“ (33)

Fischerstraße 22

Das Haus befindet sich in einer idyllisch anmutenden Hanglage zwischen der Havel und dem Kirchhof. Es wurde im Jahre 1850 errichtet: Dafür musste ein 1770 erbautes Haus weichen. Die Kellertür aus Eichenholz wurde in das neue Gebäude integriert. Bauherr war der Ratsherr und Oberbaumeister der Maurerinnung Stechow. Der Anbau auf der rechten Seite stammt aus dem Jahre 1930.

Zwischen 1930 und 1946 nutzte der Bornstedter Pfarrer Emil Dominick das Haus als Altersruhesitz. Einige Zeit lebte der Heimatforscher Balthasar D. Otto dort. Im Jahr 2000 erfuhr das Haus eine umfassende Sanierung.

Das Bauwerk weist einige Besonderheiten auf: Die Einfriedung zeigt ein Ziermauerwerk, das vom Bauherren Stechow entworfen wurde. Innen sind Bauteile aus abgerissenen Häusern der Umgebung genutzt worden, sogenannte Spolien. Trotz verschiedener Umbauten konnte die historische Struktur des Bauwerks erhalten werden.

Denkmalgeschütztes Haus "Stechow! in der Fischerstraße in Werder (Havel)
Haus Stechow in der Fischerstraße in Werder: Es steht unter Denkmalschutz

Das Haus ist heute in privater Hand. Du läufst wenige Schritte zum Ufer der Havel und kannst für einen Augenblick den Blick von einem öffentlichen Steg genießen. Dann gehst du den schmalen Weg weiter. Vorbei an der Mauer des Alten Friedhofs, kommst du zum Mühlenberg. Hier befindest du dich mitten im Herzen der malerischen Inselstadt.

Altes Gefängnis (34)

Der Nebenbau des Alten Rathauses gehörte ursprünglich als Leichenhaus zum Friedhof. In den Jahren 1893 bis 1894 wurde es als Stadtgefängnis genutzt: Der Gefängniswärter hatte dort seine Wohnung.

Im Jahre 1959 gründeten Gartenbaudirektor Langner und Obstbauer Adolf Kassin Jr. das Obstbaumuseum. Es war ab 1994 in dem Gebäude untergebracht. Mit dem Abschluss Restaurierung des Lindowschen Hauses (4) zog das Museum dorthin um. Derzeit ist es geschlossen.

Altes Gefängnis in Werder (Havel), heute Sitz der Stadtverwaltung
Das alte Gefängnis wird heute von der Stadtverwaltung genutzt

Heute wird das Gebäude von der Stadtverwaltung genutzt: Der Erste Beigeordnete hat dort sein Büro.

Bockwindmühle (35)

Seit dem Jahre 1500 war es Werder erlaubt, eine Mühle zu errichten. Auf der Inselstadt gab es drei Mühlen: Die Bockwindmühle wurde um 1829 herum erbaut. Sie war als „Sandowsche Mühle“ bekannt. Zuletzt wurde sie zwischen 1946 und 1949 von Heinz Budel betrieben: Er ließ ein Jahr vor der Stilllegung einen Elektromotor einbauen. Danach bliebt sie als Wahrzeichen von Werder erhalten.

Im Jahre 1973 brannte die Mühle ab. Aufgrund der starke Beschädigung entschied sich die Stadt gegen eine Rekonstruktion. Doch die Werderaner wünschten sich ihre Mühle zurück: Im Jahre 1985 wurde ein ähnliches Modell von der Stadt käuflich erworben und umgearbeitet. Der Wiederaufbau begann ab dem Jahre 1987 auf private Initiativen hin. Die Einweihung der neuen Mühle erfolgte im Jahre 1991. Zwischen 2005 und 2007 wurde sie rekonstruiert: Seitdem ist sie voll funktionstüchtig. Die Mühle kann während der Öffnungszeiten besichtigt werden.

Altes Rathaus (36)

Kirchstraße 6/7

Ursprünglich befand sich das Rathaus auf dem Marktplatz in Werder (Havel). Während des Dreißigjährigen Krieges, im Jahre 1641, brannten es die Schweden nieder. Das Rathaus zog in ein anderes Gebäude um, das 1742 abgerissen wurde. Danach waren die Ratsstuben nur provisorisch untergebracht.

Das heutige „Alte Rathaus“ war ursprünglich eine Schule. Bereits im Jahre 1541 findet eine Schule mit Wohnung des Küsters an dieser Stelle Erwähnung. Im Jahre 1774 wurde der Neubau eines Schulhauses geplant, der im Jahre 1778 eingeweiht wurde. Die Kinder wurden im Erdgeschoss unterrichtet: Rechts war die Schulstube der Jungen, links die der Mädchen. Im hinteren Bereich des Erdgeschosses wohnte der Küster, im Obergeschoss waren die Wohnungen des Rektors und des Kantors.

Ab 1858 wurde das Gebäude um einen Anbau erweitert. Doch für die wachsende Stadt reichte der Platz für die Schüler nicht mehr aus. Im Jahre 1879 wurde die neue Schule in der Vorstadt eingeweiht (13).

Das Alte Rathaus ist Teil des neuzeitlichen Zentrums der Inselstadt

Rathaus und Amtsgericht

Mit dem Umzug der Schule in die Vorstadt wurden die ehemaligen Schulräume als Rathaus genutzt. Am 1. Oktober 1879 zog das Königlich-Preußische Amtsgericht Werder in den Anbau der ehemaligen Schule ein. Ab 1880 hatte Werder einen Richter. Im Jahre 1894 entstand der rote Ziegelbau, in dem sich fortan die Räume des Amtsgerichts befanden.

Das Amtsgericht blieb bis zum Jahre 1952 in Werder bestehen. In der DDR gehörte Werder zum Kreis Potsdam-Land, seit 1995 sind wir dem Landkreis Potsdam-Mittelmark zugeordnet. Die zuständige Gerichtsbarkeit befindet sich seitdem in Potsdam.

Zwischen 1886 und 1926 befand sich die Filiale der neu gegründeten Sparkasse in dem Gebäude

Während der DDR-Zeit wurde im alten Amtsgericht das Internat der Berufsschule für Lebensmittel-Chemielaboranten eingerichtet. Die Stadtverwaltung hatte ihren Sitz im Neuen Rathaus (7). Nach einer Sanierung in den Jahren 1992 bis 1995 zog ein Teil der Stadtverwaltung zurück auf die Inselstadt. Seitdem hat Werder zwei Rathäuser.

Kirchenvorplatz auf dem Mühlenberg in Werder (Havel) mit dem Rathaus und dem ehemaligen Amtsgericht
Seitenansicht des Alten Rathauses mit dem roten Ziegelanbau, in dem sich das Amtsgericht befand

Das Gebäude bildet mit der Kirche und dem Gefängnis das neuzeitliche Zentrum der Inselstadt. Die Bockwindmühle ist ebenfalls Bestandteil der historischen Bebauung.

Heilig-Geist-Kirche (37)

Die Heilig-Geist-Kirche ist eine evangelische Kirche. Die Entwürfe stammen vom Architekten Friedrich August Stüler (1800 – 1865). Er ließ die Kirche in den Jahren 1856 bis 1858 errichten. Sie liegt auf dem Mühlenberg, auf dem höchsten Punkt der Inselstadt. So ist sie weithin sichtbar.

Die Heilig-Geist-Kirche hat den Krieg mit ihrer Innenausstattung unbeschadet überstanden. Sie können sie tagsüber besichtigen. Sie wird für Gottesdienste, Hochzeiten und Taufen genutzt. Auch Konzerte finden statt. Mehr über die Heilig-Geist-Kirche erfährst du in diesem Artikel.

Neben der Kirche befindet sich der Alte Friedhof. Es gibt eine Gedenkstätte für die Opfer des Arbeiteraufstandes von 17. Juni 1953. Junge Menschen, die sich an den Protesten beteiligten, wurden erschossen. Das Grab des Malers Karl Hagemeister (41) kannst du dort ebenfalls besuchen. Es befindet sich direkt am Eingang Mühlenberg,


Laufe rechter Hand an der Kirche vorbei, um in die Michaelisstraße zu gelangen. Vor dir siehst du das Michaelis Café, das sich in einer ehemaligen Bäckerei befindet.


Michaelis Café in einer traditionsreichen Bäckerei (38)

Michaelisstraße 13

Bereits im 18. Jahrhundert befand sich in diesem Gebäude eine Bäckerei. Bäckermeister Ernst Dietlof erwarb das Gebäude im Jahre 1886, sein Schwiegersohn führte den Betrieb weiter. Er lieferte Kuchen und Torten zu den Höhengaststätten, die sich in dieser Zeit durch das Baumblütenfest in Werder etablierten.

Im Jahre 1912 wurde das Haus durch den Anbau erweitert. Es bekam eine Konditorei und ein Ladengeschäft. 1921 wurde der Laden umgebaut, im Jahre 1928 wurde der hintere Bereich ausgebaut und mit einer neuen Backstube ausgestattet. Die Umbauten wurden von Bauunternehmer Ernst Raue geleitet.

Die traditionsreiche Bäckerei in der Michaelisstraße ist seit vielen Jahren ein Café

Nach der Wende zog ein Café in die traditionsreiche Bäckerei ein. Die ehemalige Gestaltung des Ladengeschäfts mit Art-Deco-Elementen ist bis heute erhalten: Dies ist in Werder einzigartig. Das Michaels Café ist ein beliebter Treffpunkt an den Wochenenden.

Historische Inselhäuser (39)

Michaelisstraße 14-16

Zwischen dem Michaelis Café und dem französischen Restaurant Duval gehen Sie an historischen Häusern vorbei, die die Inselstadt seit dem 19. Jahrhundert prägen. Die Häuser sind anderthalbgeschossig, mit hohen Gauben im ausgebauten Dachgeschoss. Es gibt keine Vorgärten, ebenso charakteristisch sind die Fensterläden.

Historische Inselhäuser in der Michaelisstraße in Werder (Havel)
Historische Inselhäuser in der Michaelisstraße

Die Häuser wurden nach der Wende saniert. Sie sind in privater Hand. Gemeinsam mit dem historischen Pflaster zeigen sie dir, wie die Obstzüchter vor mehr als einhundert Jahren auf der Insel gelebt haben.

Übrigens: Im Werderaner Dialekt werden die Obstbauern gern „Mucker“ genannt.

Restaurant Duval – ehemaliger Kolonialwarenladen (40)

Michaelisstraße 17/18

Am Ende der Michaelisstraße, an der Ecke zur Bergstraße, steht ein Eckhaus, in dem sich früher ein Kolonialwarengeschäft befand. Es wurde zwischen 1786 und 1800 erbaut. Es hat im Verlauf der Jahrhunderte viele Inhaber gesehen: Ab 1894 gab es in dem Haus Kolonialwaren zu kaufen. Ab 1928 zog die Gast- und Schankwirtschaft Paul Kurth in die Räume ein: Der Schriftzug des Betreibers wurde erst im Jahre 1994 entfernt. Das Logo der Berliner-Kindl-Brauerei ist bis heute an dem Gebäude zu sehen. Die Biere des Traditionsherstellers wurden in der Gastwirtschaft ausgeschenkt.

Das Duval in der Michaelisstraße in Werder (Havel)
In dem markanten Eckhaus begrüßt das französische Restaurant „Duval“ seine Gäste

Später führte „Mutter Hofer“ in den Räumen ihren Tante-Emma-Laden, auch „Fischerkneipe“ genannt. Heute erwarten dich im Duval nicht nur französische Köstlichkeiten und gute Weine, sondern auch Musik und Kultur.

Echte Muckerhäuser (41)

Michaelisstraße 21-25

Am Ende der Michaelisstraße siehst du noch einmal die kleinen Muckerhäuser, in denen einst die Obstbauern lebten. Einigen von ihnen sind seit Generationen im Besitz der Familien.

In diesen Häusern lebten einst die Obstbauern, auch Obstmucker genannt

Obstbauern gibt es in der Michaelisstraße nicht mehr: Nur noch wenige Familien lassen die Tradition in Werder und in den Ortsteilen fortleben. Klassische Obsthöfe können Sie in Plessow bei den Familien Lindicke und Tierschmann besuchen. In Elisabethhöhe befindet sich der Obsthof von Bauer Schulze und seiner Familie.

Atelier „Paula Grün“ (42)

Kirchstraße 17

Auf deinem Weg in die Kirchstraße zum Geburtshaus des Malers Karl Hagemeister kommst du an einem zweiten markanten Eckgebäude vorbei. Hier hat die Werderaner Fotografin Paula Grüning ihr Atelier eröffnet. Während der Öffnungszeiten kannst du Bilder in einer Ausstellung anschauen und käuflich erwerben. Die Fotografin gibt Fotokurse für Einsteiger und unterstützt Profis bei ihrer Arbeit.

Atelier "Paula Grün" in Werder (Havel)
Blick auf das Eckgebäude, in dem sich das Atelier „Paula Grün“ befindet

Die Fotografin bezeichnet ihr Atelier als ihre „Insel auf der Insel“. Sie lebte 20 Jahre im Ausland und startete mit der Ateliereröffnung während der Pandemie einen Neuanfang.

Geburtshaus von Karl Hagemeister (43)

Kirchstraße 14

Der Maler Karl Hagemeister ist ein Sohn unserer Stadt. Er wurde am 12. März 1848 in der Kirchstraße 14 geboren: Das Haus, vor dem du heute stehst, ließ sein Vater Carl-Friedrich Hagemeister im Jahre 1869 erbauen. An gleicher Stelle stand ein im Jahre 1801 errichteter Vorgängerbau: Das war das eigentliche Geburtshaus des Malers.

Karl Hagemeister hat lebenslang in seinem Elternhaus gewohnt. Er hatte einen taubstummen Bruder und eine Haushälterin. Obwohl er mit seinen Bildern erfolgreich war, änderte er an seinen bescheidenen Lebensverhältnissen nichts. Er starb am 5. August 1933 in diesem Haus.

Karl Hagemeister war nie verheiratet und er blieb kinderlos. Das Haus übernahmen Erben aus der entfernteren Familie. Sie ließen es ab 1954 umgestalten. Dabei verlor die Fassade mit ihren Klappläden ihren ursprünglichen Zustand: Sie ist heute einfacher gestaltet. Dennoch bekommst du einen guten Eindruck von dem zurückgezogenen Leben, das Hagemeister gemeinsam mit seinem Bruder führte.

Karl Hagemeister ist auf dem alten Friedhof in einem Ehrengrab beigesetzt. Es wird von Kindern der Karl-Hagemeister-Grundschule gepflegt.

Exkurs: Karl Hagemeister

Karl Hagemeister war ein impressionistischer Landschaftsmaler. Er ließ sich von der Landschaft der Havel inspirieren, arbeitete aber auch als Fischer und Jäger. Die Inselstadt Werder, auf der er aufgewachsen war, blieb zeitlebens sein Zuhause.

Seine Bilder zeigen in eindrucksvoller Weise die Landschaft, von der wir täglich umgeben sind. Dies ist die Besonderheit in seiner Biografie: Er ist kein Großstädter, den es für seine Bilder in die Natur zog. Er ist mit der Natur aufgewachsen und hat sie in seinen Bildern verewigt. Karl Hagemeister reiste viel, doch immer zog es ihn zurück in seine Heimat.

Der Maler war bereits zu Lebzeiten bekannt und erfolgreich. Die meisten seiner Werke sind im Bröhan-Museum in Berlin-Charlottenburg ausgestellt.


Laufe nun bis zum Abzweig „Am Mühlenberg“ und biege links in die Straße ein. Sie führt dich zurück zur Havel


Rekonstruierte Fischerhäuser (44)

Am Mühlenberg 10-13

In der Straße „Am Mühlenberg“ befinden sich mehrere Fischerhäuser, die in ihrer typischen Bauart erhalten sind und rekonstruiert wurden.

Mühlenstraße 10: Das Fischerhaus wurde in Anlehnung an die ursprüngliche Optik saniert

Das Haus in der Mühlenstraße 12 ist ein sogenanntes Doppelstubenhaus aus dem Jahre 1751. Mehrere Umbauten erfolgten bis 1900. Im Jahre 1997 wurde das Haus modernisiert.

Diese eingeschossigen Doppelstubenhäuser wurden von Fischern bewohnt

Typisch für den Baustil des 18. Jahrhunderts ist die eingeschossige Bauweise mit Kreuzstockfenstern und Fensterläden. Der Wohnbereich war unten: Rechts und links von der Eingangstür gab es je ein Zimmer. Der Dachboden war über eine Stiege erreichbar: Dort gab es eine Giebelkammer, einen Flur und einen Boden zur Lagerung von Gegenständen.

In eigener Sache:

Mein Urgroßvater Ernst Mai wurde 1885 in einem dieser Häuser geboren. Er hat dort seine Kindheit verbracht. Nach der Hochzeit mit Martha Mai zog er in ein Obstzüchterhaus in die Potsdamer Straße.


Laufe nun bis zum Ende der Straße und biege nach links ab. Dort erreichst du einen Platz am Wasser, auf dem du verweilen kannst. In Anlehnung an die einstige Nutzung heißt er Tienenplatz.


Tienenplatz (45)

Die Obstbauern verkauften ihre Ernte nach Potsdam und Berlin. Es wurde auf offenen Kähnen transportiert: Diese nannten sich Schuten. Das Obst wurde in Tienen transportiert: Dabei handelte es sich um Kübel, die aus dem Holz der Fichte oder der Eiche gefertigt waren. Diese waren sehr schwer: Später gab es leichtere Spankörbe, die sich die Obstbauern bei der Ernte um die Schulter hängen konnten. Wir nannten sie „Kiepen“. Das Obst musste nicht mehr umgelagert werden, was ein weiterer Vorteil der Kiepen war.

Auf dem Tienenplatz wurde das Obst auf die Schuten geladen. Dies übernahmen die Frauen. Auch die Kinder halfen mit. An den Nachmittagen herrschte ein reges Treiben. Das Obst aus Werder war begehrt: Am Nachmittag wurde es nach Berlin gerudert, wo es am nächsten Morgen frisch verkauft wurde. Die Obstbauern sicherten sich damit ihren Lebensstandard.

Meine Urgroßmütter und weitere Verwandte gehörten zu den Frauen, die das Obst auf dem Tienenplatz umschlugen. Bis etwa 1910 wurde es mit den Ruderkähnen nach Berlin gebracht. Dann gab es Dampfschiffe, die diese Aufgabe übernahmen. Auch die Eisenbahn wurde für den Transport genutzt.

Tienenplatz in Werder (Havel)
Blick über den Tienenplatz an der Südspitze der Inselstadt über den dort recht schmalen Havelarm

Trotz der Bebauung der südlichen Inselspitze mit Wohnungen ist der Tienenplatz erhalten geblieben. Wenn du von der langen Tour entspannen möchtest, hast du den passenden Ort gefunden. Oft ist es hier angenehm ruhig.

Ehemalige Nagelschmiede (46)

Am Mühlenberg 7-7a

Auf deinem Weg entlang der Havel zur westlichen Uferpromenade siehst du ein modern saniertes Haus, das sich ebenfalls in der Straße „Am Mühlenberg“ befindet. Heute ist es ein Wohn-und Geschäftshaus, das sich in privater Hand befindet. Einst gehörte das Haus dem Nagelschmied: Er hatte dort seine Wohnung und die Werkstadt, in der er Eisennägel herstellte.

Ehemalige Nagelschmiede in Werder (Havel). heute Wohn- und Geschäftshaus
In diesem Haus befand sich einst eine Nagelschmiede

Der Rundgang über die Inselstadt endet an der Föhse: So heißt der Havelarm, der sich zwischen der Insel und dem Festland befindet.


Föhse (westliche Uferpromenade) (47)

Uferstraße

Föhse ist der Name für den schmalen Havelarm, der die Inselstadt von dem Festland trennt. Die Uferpromenade erfreut sich bei uns Werderanern und bei den Gästen einer großen Beliebtheit. Du kannst auf den öffentlichen Stegen am Wasser verweilen, auf einer der Bänke den Blick über das Wasser genießen, oder du bringst dir eine Picknickdecke für eine Auszeit auf der Wiese mit. Bei klarem Wetter geht die Sonne über der gegenüberliegenden Bismarckhöhe unter, was sehr idyllisch anmutet.

Wir sprechen gern von der Regattastrecke, wenn wir uns an der Uferpromenade treffen. Zweimal im Jahr veranstalten die Ruderclubs eine Regatta: Die Bedingungen sind auf dem geraden Havelarm ideal. Lange Zeit war die Uferpromenade ein Teil des Festgeländes der Baumblüte.

Uferpromenade an der Föhse in Werder (Havel)
Blick auf die Uferpromenade an der Föhse

Im Sommer kannst du in der Föhse baden gehen. Am Ende der Promenade gibt es einen kleinen Badestrand. Neben dem Schützenhaus befindet sich ein Spielplatz. Über die Stege kannst du mit einem SUP-Board, mit dem Kanu oder einem Schlauchboot ins Wasser gelangen. Das Anlegen mit einem Motorboot ist aber nicht gestattet.

Katholische Kirche Maria Meeresstern (48)

Uferstraße

Die katholische Kirche Maria Meeresstern wurde in den Jahren 1905 bis 1906 errichtet. Es handelt sich um eine kleine, recht junge Kirche. 1973 erfolgte eine Umgestaltung: Du siehst eine Saalkirche, errichtet aus Ziegel und Klinker, im Stil des Historismus.

Preußen war um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert ein protestantisches Land. Doch es gab einen großen Bedarf an Arbeitskräften, vorrangig im Obstanbau und in der Ziegelei in Glindow. Menschen kamen auf der Suche nach Arbeit aus anderen Regionen, sie lebten den katholischen Glauben. Um ihnen eine Heimat zu geben, wurde die Kirche auf Bestreben des Potsdamer Erzpriesters errichtet.

Die katholische Kirche Maria Meeresstern mit ihrem Kirchenschiff

Heute gehört die katholische Kirche zum Potsdamer Erzbistum. Werder hat keine eigene katholische Kirchengemeinde. Sonntags werden Gottesdienste von Potsdamer Pastoren abgehalten. Tagsüber ist die Kirche für Besichtigungen geöffnet.

Schützenhaus (49)

Uferstraße 10

Friedrich I. ließ sich im Jahre 1701 in Königsberg zum ersten König von Preußen krönen. Drei Jahre später, 1704, gründete er in Werder (Havel) eine Schützengilde mit dem Premium-Siegel. Dieses wurde der Gilde 1713 von seinem Sohn Friedrich-Wilhelm I. wieder entzogen. Der Verein blieb bestehen. Er ist heute der Älteste in Werder (Havel).

1796 errichtete die Gilde das Schützenhaus. Es wurde im 19. Jahrhundert erweitert und von der Gilde bis zum Zweiten Weltkrieg genutzt. Etwa ab 1900 gab es im Erdgeschoss eine Gaststätte.

Während der DDR-Zeit verfiel das Gebäude. In den Nuller-Jahren ging es in das Eigentum der Stadt über und wurde zu einem modernen Mehrzweckgebäude umgestaltet.

Schützenhaus in Werder (Havel)
Das ehemalige Schützenhaus auf der Inselstadt wurde nach der Wende saniert

Heute findest du im Schützenhaus das italienische Restaurant „Al Lago“ und die Kunstgalerie. Es gibt einen Tagungsraum, in dem unter anderem die Stadtverordnetenversammlung ihre Sitzungen abhält. Für größere Meetings und Feierlichkeiten steht der Raum zum Anmieten zur Verfügung. Im Erdgeschoss befand sich der Bürgerservice, bevor er 2019 ins zentraler gelegene Lindowsche Haus umzog. Heute ist die Kitaverwaltung in den Räumen untergebracht.

Ehemalige Höhengaststätte Bismarckhöhe (50)

Wenn du entlang der Föhse zurück zur Inselbrücke läufst, siehst du gegenüber, versteckt hinter Bäumen, die Bismarckhöhe. Sie ist die letzte der ehemals fünf Höhengaststätten, die noch in Betrieb ist.

Die Bismarckhöhe liegt auf dem Galgenberg. Diesen Namen trug auch das Restaurant, bis es im Jahre 1896 seinen heutigen Namen bekam. Neben der Friedrichshöhe und dem Rauenstein gehörte die Bismarckhöhe über Jahrzehnte zu den beliebtesten Ausflugsgaststätten. Während der Zeit der DDR gab es keinen Gastronomiebetrieb: Das Gebäude wurde unter anderem als Lehrlingswohnheim und Möbellager genutzt. Nach der Wende verfiel es.

Im Jahre 2002 erwarb die Stadt die Bismarckhöhe. Es gründete sich ein Förderverein, die Sanierung des Gebäudes konnte starten. Sie ist in Teilen abgeschlossen: So erstrahlen der Festsaal und der Aussichtsturm in neuem Glanz.

Blick über die Föhse zur Bismarckhöhe in Werder (Havel)
Von der Föhse kannst du einen Blick auf die Bismarckhöhe werfen

Im Turm der Bismarckhöhe ist das deutschlandweit einzige Christian-Morgenstern-Literaturmuseum untergebracht. Es wird von einem Verein betrieben und hat an den Wochenenden geöffnet. Der Dichter schrieb auf dem Galgenberg seine berühmten Galgenlieder.

Aussichtsturm der Bismarckhöhe in Werder (Havel)
Aussichtsturm der Bismarckhöhe

Auf der Bismarckhöhe gibt es heute einen Festsaal, der für größere Events gemietet werden kann. Öffentliche Gastronomie gibt es dort nicht. Während der Baumblüte ist das Areal Teil des Veranstaltungsgeländes. Du kannst den Saal besichtigen und auf den Turm steigen. Von den Terrassen am Rande des Geländes genießt du einen herrlichen Blick über Werder (Havel).

Exkurs: Werders Höhengaststätten

Zum Ende des 19. Jahrhunderts entstanden auf den Anhöhen in Werder (Havel) vier Höhengaststätten. Dies waren neben der Bismarckhöhe die Friedrichshöhe, der Rauenstein und die Gerlachshöhe. Mit dem Beginn der Ausflugsschifffahrt entdeckten die Berliner die Obstzüchterstadt Werder (Havel) als Ziel. Die Schiffe legten am Ufer der heutigen Adolf-Damaschke-Straße an. Die Gäste wurden über Treppen direkt hinauf zu den Gaststätten geführt. Ein privater Anlegesteg neben der ehemaligen Vulkanfiber-Fabrik trägt bis heute den Namen der Friedrichshöhe. Damals gab es die privaten Grundstücke noch nicht: Die Besucher gelangten auf geradem Wege zu den Anhöhen.

Die Gerlachshöhe ist die am wenigsten bekannte Höhengaststätte. Dies mag daran liegen, dass der Betrieb nur zwischen 1889 und 1913 erfolgte. Heute ist das Gebäude in privater Hand und in großen Teilen zurückgebaut. Es ist von der öffentlichen Straße nur schwer einsehbar, die ursprüngliche Optik mit dem Turm ist verschwunden.

Der Betrieb der Friedrichshöhe auf dem Kesselberg begann im Jahre 1894: Namensgeber Friedrich Schmahlfeldt startete den Verkauf von Obstwein. Nach und nach baute er die Location aus. Mit großem Erfolg. Die Friedrichshöhe hielt ihren Betrieb während der gesamten DDR-Zeit aufrecht. Meine Generation erlebte dort die Jugendweihe. Nach der Wende ging der Betrieb mit Unterbrechungen bis in die 2010-er Jahre weiter. Heute ist das Gebäude wegen undurchsichtiger Eigentumsverhältnisse dem Verfall preisgegeben. Die Treppe von der Eisenbahnstraße gibt es nicht, das Areal ist frei zugänglich. Du kannst den Aufstieg wagen und versuchen, dir den einstigen Glanz vorzustellen.

Der Rauenstein befindet sich am Fuße des Galgenbergs, in unmittelbarer Nähe zur Bismarckhöhe. Das Restaurant wurde im Jahre 1894 von Carl Raue in Betrieb genommen. Es gehörte über Jahrzehnte zu den beliebtesten Ausflugslokalen von Werder. Der Betrieb hielt sich über die DDR-Zeit bis nach der Wiedervereinigung. Heute verfällt das Gebäude.

Dass die Wachtelburg zu den Höhengaststätten zählt, ist allgemein nicht so bekannt. Sie befindet sich auch nicht in Sichtweite der Havel, sondern zwischen dem Weinberg und der Potsdamer Straße. In dem Gebäude wurde zwischen 1914 und 1941 der Gaststättenbetrieb durchgeführt. Nach dem Krieg ging die Wachtelburg in den Besitz der Sieben-Tage-Adventisten über. Die Mitglieder der evangelischen Freikirche ließen Sanierungsarbeiten durchführen. Heute ist die Wachtelburg in privater Hand. Es gibt wieder ein Gaststättenbetrieb.

Kurzer Abriss über Werders Höhengaststätten
Die Wachtelburg auf dem gleichnamigen Berg zählt auch zu den Höhengaststätten

Zugabe: Noch ein Obstzüchterhaus (50+1)

Potsdamer Straße 105

Das Haus, das ich dir zuletzt vorstelle, steht heute nicht mehr. Es ist ein Obstzüchterhaus in der Potsdamer Straße. Erbaut gegen Ende des 19. Jahrhunderts, war es für fünf Generationen im Besitz unserer Familie. Mein Urgroßvater hatte es gebaut oder geschenkt bekommen: In diese beiden Richtungen gehen die Erzählungen in unserer Familie. In den Wirren der Wende haben wir es verloren.

Altes Obstzüchterhaus in der Potsdamer Straße 105 in Werder (Havel)
Obstzüchterhaus in der Potsdamer Straße in Werder. Foto von 1978

Unser Garten hatte eine Größe von einem Morgen und grenzte an die Havel. Wir wohnten im Vorderhaus. In dem großen Gewölbekeller lagerten wir Äpfel, Kartoffeln und eingewecktes Obst für den Winter ein. Es gab sogar eine alte Obstpresse von meinen Urgroßeltern, die wir nicht mehr benutzten. Die Weinballons standen ebenfalls im Keller.

Im Nebengebäude befand sich die Waschküche, in den Schuppen wurden Geräte gelagert: Kiepen für das Pflücken von Obst, eine Karre mit großen eisernen Wagenrädern, Bockleitern, um die Früchte an den höher hängenden Zweigen zu erreichen, und natürlich die praktische Schuffel.

Aus dem Küchenfenster sahen wir in den Garten. Bis zur Havel konnten wir nicht blicken: Die Obstbäume versperrten die Sicht. Dafür waren sie während der Baumblüte schneeweiß. Wir ernteten Äpfel, Pflaumen, Pfirsiche, Kirschen und Mirabellen. Dazu Erdbeeren, Johannisbeeren und Nüsse.

Auch Gemüsewuchs in un Kartoffeln, Tomaten und Spargel. Meine Großeltern halfen bei der Ernte mit. In der Familie meiner Großmutter gab es noch weitere Gärten, die von unserer Familie bewirtschaftet wurden. Seit der Wende ist mein Zweig der Familie nicht mehr im Obstanbau tätig.

Das Haus wurde im Jahre 2010 abgerissen. Nur die Grundmauern und die Nebengebäude stehen noch. Der neue Besitzer hat sein Heim am Ufer der Havel gebaut. Unser Haus stand an der Straße.

Potsdamer Straße – Obstzüchterhäuser mit großen Gärten

Blick in die Potsdamer Straße in Werder (Havel)
Blick auf die Häuser in der Potsdamer Straße. Jedes von ihnen hat bis heute einen großen Garten. Einige Gärten sind heute in zweiter Reihe bebaut

Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden entlang der Potsdamer Straße zahlreiche dieser Obstzüchterhäuser. Viele von ihnen wurden saniert, einige sind bis heute in Familienbesitz. Wenn du dich für die Architektur interessierst und einen Eindruck von den typischen Obstzüchterhäusern mit ihrem Nebengelass bekommen möchtest, beendest du deinen Spaziergang durch Werder (Havel) mit einem Gang durch die Potsdamer Straße. Sie endet gegenüber des Werderparks. Dort befindet sich mehrere Bushaltestellen: Die Busse bringen dich nach Potsdam, zurück in die Innenstadt oder zum Bahnhof.

Es gibt noch mehr zu sehen

Das waren 50 Stationen, die du dir in Werder (Havel) anschauen kannst: Sehenswürdigkeiten, Straßen, Plätze, historische Gebäude und persönliche Empfehlungen. Doch unsere Stadt hat viel mehr zu bieten: Du kannst sie mit dem Boot vom Wasser aus entdecken, Museen besuchen oder dich über die Restaurierung von Insel und Vorstadt informieren. Auch im Winter ist Werder einen Besuch wert. Wenn du meine Heimatstadt noch intensiver kennenlernen möchtest, lese gern meinen zweiten Artikel über Werder (Havel). Er ist in Arbeit und wird in Kürze veröffentlicht.

Blick auf die Heilig-Geist-Kirche und die Bockwindmühle: Zwei Sehenswürdigkeiten in Werder (Havel)

Genuss am Abend – Essen in Werder (Havel)

Auf der Inselstadt und in der Vorstadt von Werder (Havel) findest du verschiedene Restaurants. Wenn du deinen Besuch in der Stadt vorab, ist es empfehlenswert, einen Tisch zu reservieren. dies gilt vor allem für die Wochenenden und für die Feiertage. In diesen Zeiten ist Werder sehr gut besucht. Nicht selten sind die Restaurants ausgebucht.

Direkt am Wasser, An der Fischerstraße, befindet sich das Restaurant Arielle. Dort kannst du auf einem Steg direkt am Wasser sitzen. Es gibt auch Plätze im Hof und im Lokal selbst. Im Arielle werden vorwiegend Fischspezialitäten serviert.

Im Erdgeschoss des Schützenhauses kannst du italienisch essen gehen. Das „Al Lago“ hat eine Terrasse mit Blick zur Föhse. in der Torstraße gibt es einen weiteren Italiener: das Restaurant ist sehr klein, bietet aber alle Speisen zum mitnehmen an. Dort ist es lecker und preiswert.

In der Vorstadt von Werder, der Straße unter den Linden, hast du die Wahl zwischen italienischer, indischer und griechischer Küche. Das griechische Restaurant „Limano“ befindet sich in der Marmortreppe. direkt daneben, in einer ehemaligen Bäckerei, bekommst du im Saga indische Spezialitäten. Der Italiener „Pane e Vino“ bietet im ehemaligen Jugendklub echte Steinofenpizzen an. Es hat sich in mehr als 20 Jahren in Werder bewährt.

Restaurant "Pane e Vino" in Werder (Havel)
Das Restaurant „Pane e Vino“ befindet sich in unserem ehemaligen Jugendclub

Für den schnellen Hunger gibt es in der Vorstadt einen türkischen Imbiss, in dem du drinnen und draußen sitzen kannst. Eine Filiale der Lieferkette „World of Pizza“ steht ebenfalls zur Auswahl. Dort kannst du aber nicht sitzen: es ist beliebt, das Essen dort zu holen und auf einem Steg der Föhse zu genießen.


Wissenswertes zu deinem Besuch in Werder (Havel)

Werder (Havel) hat eine sehr gute Infrastruktur. Du kannst wählen, ob du mit dem Auto, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem Rad oder mit dem Ausflugsdampfer nach Werder kommen möchtest. Dabei sind Auto, Bus und Zug die häufigsten Optionen.

Anreise

Mit dem Auto erreichst du Werder (Havel) über die Bundesstraße B1 oder den Autobahnring A10. Abhängig von der Richtung, aus der du kommst, nutzt die Abfahrten Phöben, Glindow oder Groß Kreutz. Bis zur Innenstadt von Werder sind es nur wenige Kilometer. Du parkst dein Auto kostenlos auf dem Hartplatz.

Werder ist an die Regio-Strecke RE1 angebunden. Diese verkehrt zwischen Magdeburg/Brandenburg über die Berliner Stadtbahn nach Frankfurt (Oder)/Eisenhüttenstadt/Cottbus. In Werder halten die Züge abhängig von der Tageszeit zwei bis dreimal pro Stunden. Der Züge verkehren an allen Wochentagen zwischen 4.30 Uhr und 1.30 Uhr am nächsten Morgen.

Busse fahren von Potsdam nach Werder (Havel). Du kannst die Linien 631 oder 580 nutzen. An der Post steigst du aus.

Mit dem Fahrrad erreichst du Werder (Havel) über den Havelradweg zwischen Potsdam und Brandenburg. Du kannst dein Rad auch im Region mitnehmen. Wenn du das planst, solltest du die Stoßzeiten vermeiden: In dieser Zeit kann es sehr voll werden. Dann wäre die Fahrradmitnahme nicht garantiert. Wir sind oft mit Rad und Zug unterwegs und hatten noch nie die Situation, dass wir nicht mitkommen konnten. Außerhalb der Stoßzeiten am Morgen und am Nachmittag bist du aber auf der sicheren Seite.

Von April bis Oktober kannst du Werder (Havel mit dem Ausflugsdampfer von Potsdam erreichen. Die Fahrpläne findest du auf den Seiten der Fahrgastschifffahrt Potsdam.


Werder (Havel) im Überblick

  • Die Stadt hat 27.000 Einwohner
  • Sie gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen im Land Brandenburg
  • Werder ist bekannt für den Obstanbau, den Weinbau und die Fischerei
  • Die historische Altstadt gehört zu den beliebten Ausflugszielen
  • Werder ist von der Havel und zwei Seen umgeben
  • Die Stadt hat acht Ortsteile

Die Ortsteile von Werder (Havel)

  • Werder (Havel) Kernstadt: 17.500 Einwohner
  • Glindow (4.000 Einwohner)
  • Töplitz (2.000 Einwohner)
  • Plötzin/Neu Plötzin/Plessow (940 Einwohner)
  • Phöben (760 Einwohner)
  • Bliesendorf (560 Einwohner)
  • Derwitz (420 Einwohner)
  • Petzow (380 Einwohner)
  • Kemnitz (370 Einwohner)

Fünf finale Tipps für deinen Besuch in Werder (Havel)

  • Wenn möglich, solltest du die Stadt unter der Woche besuchen. Am Wochenende ist es sehr voll
  • Eine Reservierung der Restaurants ist in der Innenstadt empfehlenswert
  • Wenn du die Insel mit dem Boot umrunden möchtest, kannst du direkt am Hartplatz Boote ausleihen
  • Einkaufsmöglichkeiten gibt es in der Vorstadt und im Werderpark
  • Übernachtungen in Werders Hotels und Ferienwohnungen solltest du rechtzeitig reservieren. In der Hochsaison sind auch die Campingplätze schnell ausgebucht

Wasservögel auf der Havel vor der Inselstadt in Werder
Wasservögel auf der Havel in Werder

Quellen und Fotos

Alle Fotos in diesem Artikel habe ich vor Ort selbst aufgenommen. Die Bilder stammen aus unterschiedlichen Jahren, sie können sich somit von den Gegebenheiten vor Ort in Details unterscheiden.

Viele Informationen, die ich in diesem Artikel weitergebe, habe ich aus Erzählungen meiner Familie. Meine Großmutter wurde 1913 in Werder (Havel) geboren, mein Vater im Jahre 1940: Beide haben ihr ganzes Leben in Werder (Havel) verbracht. Das Interesse an der Vergangenheit der Stadt und ihrer Geschichte war immer groß. An einige Details kann ich mich selbst erinnern.

Zahlen und weitere Fakten stammen aus Wikipedia. Dort sind Beschreibungen aus den Bauakten für zahlreiche Gebäude hinterlegt. Bei Interesse kannst du unter dem Link Dokumente zu weiteren Informationen über die beschriebenen Gebäude einsehen.

Bei einigen Zahlen habe ich im Wikipedia-Artikel widersprüchliche Angaben zu anderen Quellen gefunden. Ich habe mich auf eine Zahl festgelegt: Dieser Beitrag soll dich informieren und Lust auf einen Spaziergang durch das schöne Werder (Havel) machen. Einen wissenschaftlichen Anspruch soll er nicht erfüllen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_in_Werder_(Havel)#Werder_(Havel)

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