Potsdamer Stadtschloss: Geschichte und Wiederaufbau
Das Potsdamer Stadtschloss hat eine Geschichte, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. Kurfürst Joachim I. ließ am Ufer der Havel ein Burgschloss errichten. Dreihundert Jahre vergingen, bis der Große Kurfürst ab 1660 auf den Mauern der Burganlage ein Schloss in Auftrag gab. Sein Enkel Friedrich-Wilhelm I. verlegte den Herrschaftssitz von Berlin nach Potsdam. Etwas mehr als zwei Jahrhunderte später wurde die Potsdamer Mitte von den Bomben der Alliierten stark beschädigt. Nach dem Ende des Krieges stand die Ruine bis 1960 unangetastet an ihrem Platz. Dann wurde sie abgerissen. Der Wiederaufbau des Stadtschlosses begann 2010, drei Jahre später wurde die Replik Sitz des Brandenburgischen Landtages. Die prunkvolle Ausstattung fehlt, doch die historische Hülle gibt der Potsdamer Mitte ihren alten Glanz zurück. Ich blicke zurück, zu Potsdams Anfängen, und werfe einen Blick auf die Gegenwart.
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Das Wichtigste in Kürze:
- Das Potsdamer Stadtschloss war mehr als 200 Jahre Sitz der preußischen Herrscher
- In der Nacht von Potsdam am 14. April 1945 wurde es stark beschädigt
- Der Abriss erfolgte zwischen 1959/60
- Ab 2005 beschloss die Stadtverwaltung den Wiederaufbau
- 2010 erfolgte der erste Spatenstich
- Seit 2013 ist das Potsdamer Stadtschloss Sitz des Brandenburgischen Landtags
Potsdam: Mittelalterliche Stadt mit einer Wasserburg
Bis in das 17. Jahrhundert hinein war Potsdam eine eher unbedeutende Stadt. Die preußischen Herrscher residierten in Berlin. An der Stelle des Potsdamer Stadtschlosses stand eine Wasserburg. Historiker gingen davon aus, dass diese Burg seit dem 11. Jahrhundert dort stand. Doch bei der Freilegung der unterirdischen Gemäuer im Zuge des Wiederaufbaus stellte sich heraus, dass das nicht stimmt.
Nun müssen die Erkenntnisse über den Vorgängerbau der späteren Residenz preußischer Könige neu gedacht werden. Die Ausgrabungen deuten darauf hin, dass sich ab dem 14. Jahrhundert am Ufer der Havel eine steinerne Wasserburg mit einem Turm befunden haben könnte. Wenn die Vermutungen stimmen, stammt sie aus der Zeit der Luxemburger, die unter ihrem Kaiser Karl IV. einen kleinen Herrschaftssitz in Potsdam errichteten.
So kamen die Hohenzollern nach Brandenburg
Die Mark Brandenburg war im Mittelalter ein armer, eher unbedeutender Landstrich. Er wurde bis 1320 von den Askaniern beherrscht. Nach dem Aussterben der männlichen Linie gehörte die Mark erst den Wittelsbachern, dann den Luxemburgern.
Ab 1378 regierte Sigismund mit einer Unterbrechung die Mark Brandenburg. Er war ein Sohn von Kaiser Karl IV. und zum Zeitpunkt des Amtsantritts noch ein Kind. Er war hoch verschuldet. Von seinem Verbündeten Friedrich VI., Burggraf von Nürnberg aus dem Geschlecht der fränkischen Hohenzollern, lieh er sich Geld. Als Gegenleistung übertrug ihm Sigismund im Jahre 1415 die Mark Brandenburg als Lehen. Glücklich war er nicht, mit der unbedeutenden Mark, deren erster Kurfürst er wurde. Seitdem herrschten die Hohenzollern in der Markt und bildeten brandenburgisch-preußischen Zweig der Dynastie.
Die ersten Kurfürsten von Brandenburg residierten in der Burg von Tangermünde. Die Wasserburg an der Potsdamer Havel spielte nur eine untergeordnete Rolle. Ab der Mitte des 15. Jahrhunderts entstand unter den Nachfolgern von Friedrich I. das Berliner Schloss. Potsdam gewann erst unter dem Großen Kurfürsten an Bedeutung.
Der Große Kurfürst verlegte seine Residenz nach Potsdam
Ab 1640 regierte der Große Kurfürst Friedrich-Wilhelm die Mark Brandenburg. Er wurde im Jahre 1620, inmitten den Wirren des Dreißigjährigen Krieges, im Schloss zu Cölln geboren. Dabei handelte es sich um einen Vorgängerbau des späteren Berliner Schlosses. Um den Sohn zu schützen, schickten ihn die Eltern mit einem Erzieher in das Schloss Küstrin. Dort verbrachte er einen Teil seiner Kindheit und entdeckte die Leidenschaft für die Jagd.
Diese Leidenschaft war einer der Gründe, aus denen der Große Kurfürst im Jahre 1660 Potsdam zu seiner zweiten Residenz erhob. Das unbedeutende mittelalterliche Städtchen war vom Dreißigjährigen Krieg schwer gezeichnet. Die wenigen hundert Einwohner waren verarmt. Doch Potsdam war von dichten Wäldern umgeben. Kurfürst Friedrich Wilhelm konnte seiner Jagdleidenschaft nachgeben. Seine Nachfahren, besonders der Enkel, König Friedrich-Wilhelm I., bevorzugten Potsdam ebenfalls wegen der Natur, die sehr gute Möglichkeiten für die Jagd bot.
Der Große Kurfürst regierte 50 Jahre und vermochte es, die bislang unbedeutende Mark Brandenburg zu einer wachsenden Großmacht auszubauen. Dazu setzte er auf den Absolutismus, was ein weiterer Grund für die Entscheidung war, nach Potsdam überzusiedeln. Er wollte sich von dem Berliner Bürgertum abwenden. Gleichermaßen war Berlin nur einen Tagesritt entfernt. Das war strategisch günstig.
Im Potsdam des 17. Jahrhunderts reichte das kleine Wasserschloss an der Havel nicht mehr aus. Der Große Kurfürst ließ es abreißen und errichtete auf den Grundmauern ein Schloss. Das Potsdamer Stadtschloss wurde für Friedrich-Wilhelm und seine Nachfolger die Machtzentrale des späteren Preußen.
Potsdam wird wird zur Residenzstadt
Der Sohn des Großen Kurfürsten krönt sich am 18. Januar 1701 auf Schloss Königsberg zum ersten König in Preußen. Die Königswürde ist einer von mehreren Gründen, wegen derer sich Preußen als Oberbegriff für die Mark Brandenburg etablierte. König Friedrich I. nutzte das Potsdamer Schloss nur für gelegentliche Sommeraufenthalte. Er liebte die Kunst des Barocks und baute das Berliner Schloss und Schloss Lietzenburg aus. Er benannte es nach seiner Frau Charlotte. Charlottenburg wurde zum Musenhof seiner Gattin.
König Friedrich I. war bis zum Fall der Monarchie der letzte König, der seine Amtsgeschäfte ausschließlich von Berlin aus leitete. Seine Nachfolger bevorzugten Potsdam und errichteten dort die prächtigen Schlösser, die du heute besichtigen kannst. Das Potsdamer Stadtschloss lag im Herzen der wachsenden Residenzstadt.
Der Soldatenkönig Friedrich-Wilhelm I., Enkel des Großen Kurfürsten, war am Aufstieg Potsdams zur Garnisonstadt maßgeblich beteiligt. Sein Sohn Friedrich der Große verlieh Potsdam den unwiderstehlichen Glanz, der heute durch den Wiederaufbau der neuen Mitte in Teilen wiederhergestellt ist.
Friedrich der Große gab dem Schloss seinen klassizistischen Stil
Friedrich der Große wurde 1712 im Berliner Schloss geboren. Es ist überliefert, dass er Berlin überhaupt nicht leiden konnte. Wenn er sich in die Hauptstadt begab, tat er dies nur mit größtem Widerwillen. Er liebte Potsdam und errichtete dort sein verspieltes Sommerschloss auf dem Weinberg. Er nannte es Sanssouci und gab sich an seinem Rückzugsort geistigen und musischen Interessen hin. Seine Regierungsgeschäfte führte er vom Stadtschloss aus.
Bei Friedrichs Regierungsantritt im Jahre 1740 war das Stadtschloss eher unbedeutend. Auf dem Alten Markt hatte sein Vater einfache Fachwerkhäuser für die Bürger errichten lassen. Das gefiel Friedrich nicht. Er gestaltete das Potsdamer Stadtschloss im damals modernen klassizistischen Stil um und ließ die Fachwerkhäuser durch Bürgerhäuser in italienischem Stil errichten. Dort zogen Handwerker und Gastwirte ein, die künftig mit dem König Tür an Tür lebten.

Das Stadtschloss blieb 200 Jahre unverändert erhalten
Friedrichs Nachfolger änderten die Gestaltung des Alten Marktes nicht mehr. Sie nutzten das Stadtschloss als Arbeitsort und bauten sich in Potsdam eigene Residenzen.
- Friedrich-Wilhelm II. errichtete das Marmorpalais und das Schloss auf der Pfaueninsel.
- Friedrich-Wilhelm III. zog es mit Gattin Luise auf den Landsitz nach Paretz.
- Friedrich-Wilhelm IV. ließ das Orangerieschloss auf dem Pfingstberg und Schloss Charlottenburg erbauen
- Wilhelm I. schuf sich mit Schloss Babelsberg eine eigene Residenz
- Wilhelm II. regierte vom Neuen Palais aus. Das Schloss erbaute sein Urgroßvater Friedrich der Große nach dem Siebenjährigen Krieg
- Kronprinz Wilhelm ließ für seine Gattin Cecilie das jüngste Hohenzollernschloss bauen: Cecilienhof.
In der Nacht von Potsdam am 14. April 1945 fiel das Ensemble rund um den Alten Markt den Bomben der Alliierten zum Opfer. Sie beschädigten das Stadtschloss schwer. Es hätte wieder aufgebaut werden können. Doch Walter Ulbricht hatte einen tiefen Hass auf die preußische Monarchie. Bei einem Besuch in Potsdam wunderte er sich darüber, dass „das Ding hier noch steht“. Es wurde zwischen 1959 und 1960 abgerissen.

300 Jahre preußischer Geschichte verschwanden, zurück blieb eine klaffende Lücke. Viele Potsdamer waren über die kahle Mitte entsetzt. In den ausgehenden 1960er-Jahren wurde der Markt im Stil der Ostmoderne umbaut. Die Entscheidung, der Potsdamer Mitte wieder ihr altes Erscheinungsbild zu geben, war hart umkämpft. Heute ist der historische Wiederaufbau in großen Teilen abgeschlossen.
Die Innenausstattung ist für immer verloren
Hinter der Fassade des Potsdamer Stadtschlosses verbargen sich kostbare Räume und exklusive Einrichtungen. Hervorzuheben sind der Marmorsaal, das Schlosstheater und die Wohnungen von Königin Luise und von Prinz Heinrich, dem jüngeren Bruder von Friedrich dem Großen.
Das Stadtschloss hatte unter anderem einen prächtigen Treppenflügel, einen Bronzesaal und ein Konzertzimmer. Das Sterbezimmer von König Friedrich-Wilhelm I. wurde ebenso zerstört wie das Konfidenztafelzimmer mit der vergoldeten Stuckdecke. Es gibt Literatur über das Potsdamer Stadtschloss, in der du Bilder der kostenbaren Innenausstattung bewundern kannst. Auch auf Wikipedia bekommst du einen Einblick in die Räume des Stadtschlosses, wie sie bis 1918 ausgesehen hatten.
Nach dem Ende der Monarchie ging das Stadtschloss in staatlichen Besitz über. Ein Teil der Räume wurde von der Verwaltung genutzt, andere an Künstler oder Musiker vermietet. In ihrer Ursprünglichkeit blieben sie erhalten. So wurden die Räume der Königin Luise aufgrund des großen öffentlichen Interesses an der Königin im Jahre 1932 wiederhergestellt und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Der Wiederaufbau des Potsdamer Stadtschlosses
Im Jahre 2005 wurde der Wiederaufbau des Potsdamer Stadtschlosses beschlossen. Zu diesem Zeitpunkt stand das Fortunaportal ganz einsam auf dem Alten Markt. Es wurde vom Wahlpotsdamer Günter Jauch gestiftet.

Die Rekonstruktion des Stadtschlosses umfasst ausschließlich die Außenfassaden. Im Inneren ist das Schloss modern ausgestattet. Die Wände sind weiß. Sie erinnern an einen Büroneubau oder an ein Krankenhaus. Schon vor dem Wiederaufbau stand fest, dass das neue Stadtschloss Sitz des Landtags werden sollte.
Um die Entscheidung rankten sich viele Diskussionen. Letztlich setzten sich die Befürworter durch. Um den Wiederaufbau am originalen Standort realisieren zu können, war es notwendig, die Straßenzüge zwischen dem Alten Markt und dem Marstall zu verlegen. Fünf Jahre nach dem Beschluss, im Jahre 2010, erfolgte der erste Spatenstich.
Seit 2014 Sitz des Landtags von Potsdam
Im Jahre 2013 war die Rekonstruktion des einstigen Stadtschlosses abgeschlossen. Am 1. Januar 2014 zog der Landtag von Potsdam ein. Das Schloss ist tagsüber für die Allgemeinheit geöffnet. Du musst keinen Eintritt zahlen und kannst dich im Inneren des Landtages umschauen.
Seit 2018 wird die Umgebung des Stadtschlosses nach den historischen Plänen von Friedrich dem Großen neu gestaltet. Einige Häuser bekamen ihre ursprüngliche Architektur zurück. Andere Fassaden sind im modernen Stil gehalten.
Der Geist Friedrichs des Großen ist auf den Alten Markt zurückgekehrt. Aber doch ist alles anders. Ich glaube nicht, dass Friedrich sehr begeistert wäre, wenn er heute noch einmal in sein geliebtes Potsdam zurückkehren könnte.

Der ehemalige Lustgarten – Friedrich wäre entsetzt
Das Potsdamer Stadtschloss hatte einen Lustgarten, der sich von der Gartenseite bis zur Havel erstreckte. Er war öffentlich. Mit Pagoden und einem Brunnen war der Lustgarten sehr schön gestaltet. Die Ideen sind auf Friedrich den Großen zurückzuführen und wurden über die Jahrhunderte erhalten.
Mit dem Abriss des Schlosses verschwand auch der Lustgarten. Wo früher das Volk zur Havel flanierte oder den Paraden der Herrscher zuschaute, gab es in der DDR-Zeit ein Stadion. In den 1990er-Jahren wurde es zurückgebaut. Heute befindet sich im ehemaligen Lustgarten eine Freifläche, die von Schaustellern oder als Marktplatz genutzt wird. Zur Havel gibt es eine kleine Parkanlage.

Die Breite Straße und das einstige Interhotel
Heute brauchst du viel Fantasie, wenn du dir den Lustgarten von Friedrich dem Großen vorstellen möchtest. Die Gartenseite des Stadtschlosses endet direkt an der Breiten Straße. Sie durchschneidet das Areal. Ein kleiner Teil der Havelpagode, die das Schloss an seiner östlichen Seite abgrenzte, wurde an der Westseite aufgestellt. Ursprünglich gab es dort eine zweite Pagode, die den Marstall mit dem Schloss verband. Er überstand die Bombennacht und beherbergt seit DDR-Zeit ein Filmmuseum.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Potsdamer Stadtschlosses erhebt sich das ehemalige Interhotel, heute das Hotel Mercure. Diskussionen gab es auch um diesen Bau: Im Zuge des Wiederaufbaus des Stadtschlosses sollte das Hotel abgerissen werden. Hasso Plattner schlug einen Rückbau auf die Höhe des Schlosses vor. Letztlich setzten sich die Befürworter der DDR-Architektur durch. Nun soll es unter Denkmalschutz gestellt werden.

Das Neptun-Bassin wurde wiederhergestellt
Im Jahre 2001 fand in Potsdam die Bundesgartenschau statt. Zu diesem Anlass wurde zwischen 1999 und 2001 das Neptunbassin wiederhergestellt, das einst den Lustgarten zierte. Die Replik ist an das Original angelehnt.
Der Brunnen ist ein kleines Meisterwerk. Doch hinter dem hohen Plattenbau des Hotels hat er seine Wirkung verloren. Er liegt versteckt hinter dem hohen Hotelbau und einem Restaurantkomplex, der sich direkt an der Anlegestelle für die Fahrgastschiffe der „Weißen Flotte“ befindet. Wenn du dir den Brunnen anschauen möchtest, musst du hinter dem Restaurant nach rechts abbiegen. Der Brunnen befindet sich hinter der Achse des Hotels.

Die neue Potsdamer Mitte
Grundsätzlich finde ich es richtig, dass die historische Potsdamer Mitte wiederhergestellt wurde. Ich kenne den Alten Markt aus der DDR-Zeit und habe die Diskussionen rund um das Stadtschloss in der Hoffnung verfolgt, dass es eines Tages wieder stehen würde. Mit dem Wiederaufbau der umliegenden Bürgerhäuser hat Potsdam seine ursprüngliche Gestalt wiederbekommen.
Aber doch ist alles anders. Keiner der preußischen Könige ist jemals durch die langen Gänge gelaufen. Im Inneren des Stadtschlosses deutet nichts auf die Vergangenheit hin. Im Gespräch sind die Wiederherstellung einzelner Elemente wie der Treppe, doch es fehlt das Geld. Nach und nach werden die Figuren, finanziert durch Spenden, auf die Fassade aufgesetzt.
Die Fahnentreppe mit den Putten
Am westlichen Flügel ließ der Soldatenkönig Friedrich-Wilhelm I. eine Treppe zur Zedernholzkammer installieren. In dieser wurden die Flaggen aufbewahrt. Diese gaben der Treppe den Namen „Fahnentreppe“. Die goldenen Putten ließ Friedrich der Große installieren. Sie sollten einen Kontrast zu dem strengen militärischen Standard seines Vaters darstellen und zeigen ein Knabenorchester.

Die Fahnentreppe wurde nachträglich errichtet. Sie führt heute ins Leere, weil sich hinter dem Fenster das Büro eines Abgeordneten befindet. Doch mit ein bisschen Fantasie kannst du dir vielleicht vorstellen, wie der Soldatenkönig die Treppe hinab schreitet. Er nutzte sie gern, um schnell auf den Exerzierplatz zu kommen, der sich am westlichen Flügel des Schlosses befand.
Eine Erinnerung an einstigen Glanz
Die Fassade des Potsdamer Stadtschlosses ist im Original rekonstruiert worden. Immer, wenn ich in der Potsdamer Mitte bin, freue ich mich, dass die besondere Architektur, die vor allem Friedrich der Große seiner Stadt schenkte, an die Havel zurückgekehrt ist. Dennoch bleibt es eine Erinnerung an einen einstigen Glanz, der seit mehr als einhundert Jahren nicht mehr existiert.
Ich habe das Potsdamer Stadtschloss nie im Original gesehen, dazu bin ich zu jung. Aber wenn ich die Bilder aus jener Zeit betrachtete, macht es mich traurig und wütend, dass mehr als 300 Jahre Geschichte in einer Nacht, so kurz vor dem Ende des Krieges, zerstört wurden.
Ceci n’est pas un château
Dieses hierS ist kein Schloss, steht heute am Westflügel geschrieben. In französischer Sprache, denn Friedrich der Große beherrschte seine deutsche Muttersprache nicht sehr gut. Hinter diesen Mauern hatte die beliebte Königin Luise eine eigene Wohnung. Heute stehen Computer hinter den Fenstern.

So schlägt das Potsdamer Stadtschloss heute eine Brücke von der Gegenwart in die Zukunft. Es erzählt von einer Zeit, in der Potsdam einen heute kaum vorstellbaren Glanz erlebte. Wenn du dir Zeit nimmst dund das Schloss umrundest, kannst du ihn vielleicht noch spüren. Zumindest ein kleines bisschen.





ISSN 3053-6731
HB 2026-27


